Sprungmarken
Suche
Suche

Kinder beim essen in der Cafeteria
© georg-foto.de
An allen 24 allgemeinbildenden Schulen der Stadt gibt es ganztägige Angebote in den unterschiedlichsten Formen, und immer mehr Schüler nutzen sie.

Das im Vergleich zu anderen Kommunen überdurchschnittliche Engagement für den Ganztagsbetrieb an Schulen hat zwei Hauptgründe: Zum einen möchte die Stadt die Vereinbarkeit von Beruf und Familie verbessern, was für die Sicherung der Arbeitsplätze bzw. den Wiedereinstieg in den Job von wachsender Bedeutung ist. Zum anderen liegt der Migrantenanteil in Schulklassen bei bis zu 90 Prozent, wodurch gerade die sprachliche Förderung kaum wichtig genug eingeschätzt werden kann. So bemühte sich die Stadt schon ab 1996 um erste Ganztagsangebote.


Was damals mit von Fördervereinen organisierten Mittagessen vor Ort begann, wird seit 2007 mit dem umfassenden Schulbau- und –sanierungsprogramm in Offenbach vorangetrieben: Bis Ende 2012 flossen bereits mehr als 130 Millionen Euro in den Ausbau der Lehrstätten, auch um die baulichen Voraussetzungen für eine umfassende Ganztagsfähigkeit zu schaffen; und das Projekt läuft trotz schwieriger finanzieller Bedingungen weiter. Abgesehen von diesem Mammutvorhaben stellt die Stadt im Haushalt des Stadtschulamtes 2013 rund 740.000 Euro für den Ganztagsbetrieb an Schulen bereit.

Konzepte für die gesamte Schule – oder einzelne Klassenzüge

Die ganztägigen Angebote sind höchst unterschiedlich. Sie reichen von Betreuungsangeboten vor und nach den „verlässlichen Schulzeiten“ an allen Grund- und Förderschulen, die die Schulen in Eigenregie und mit tatkräftiger Unterstützung von Fördervereinen oder freien Trägern geschaffen haben, über eine pädagogische Mittagsbetreuung, die mittlerweile an 18 Schulen zu finden ist, bis hin zur kooperativen Ganztagsschule mit offener oder gebundener Konzeption. Zu diesen „echten“ Ganztagsschulen zählen derzeit etwa die Friedrich-Ebert-Schule (Grundschule) und die Fröbelschule (Förderschule).

Während die Zeiten bei den Betreuungsangeboten je nach Einrichtung festgelegt werden, schreibt die pädagogische Mittagsbetreuung - als Einstieg in die „echte“ Ganztagsarbeit – vor, den Kindern und Jugendlichen an mindestens drei Wochentagen bis 14.30 Uhr Angebote zu machen. Dazu gehört auch ein verpflichtendes Mittagessen. Bei beiden Formen variieren die Angebote: Sie umfassen Hausaufgabenhilfe, Sport und Spiele sowie andere Förder- oder Freizeitaktivitäten. Die Ganztagsschule nach Profil 2 sieht Angebote von 7.30 bis 17 Uhr, freitags bis 14 Uhr vor.

„Es entspricht dem Bedarf, dass man echte Ganztagsschulen zunächst in einzelnen Klassenzügen einrichtet“, betont Bildungsdezernent Dr. Felix Schwenke. So wurde an der Leibnizschule eine der fünften Klassen als echte Ganztagsklasse etabliert. Das Gymnasium stemmt dieses Engagement derzeit ohne zusätzliche Ressourcen.

Kooperationsprojekte zwischen EKO/Jugendamt und Schulen

Mit Ganztagsangeboten für einzelne Klassenzüge hat Offenbach auf anderer Ebene schon lange Erfahrung. So besteht eine Kooperation von Eigenbetrieb Kindertagesstätten (EKO) und einigen Grundschulen mit dem Ziel, einzelne „Ganztagsklassen“ anzubieten.

Eine weitere Besonderheit in Offenbach ist die Kooperation mit dem Jugendamt. Dessen Sachgebiet Kinder- und Jugendarbeit fördert seit 2005 gemeinsam mit dem Stadtschulamt an fünf weiterführenden Schulen das Projekt „Offene Ganztagsbetreuung“ mit dem Ziel, Bildungschancen zu verbessern, Schulabschlüsse zu sichern und damit Ausgrenzung zu vermeiden.

Mit all diesen Angeboten reagiert die Stadt Offenbach auf die pädagogische Herausforderung, dass etwa die Hälfte ihrer Schülerinnen und Schüler zwischen 6 und 16 Jahren einen Migrationshintergrund haben. „Dass wir beim Thema Ganztagsschule schon so überdurchschnittlich weit gekommen sind, haben wir auch den zahlreichen Fördervereinen und freien Trägern zu verdanken“, sagt Schwenke. Das ehrenamtliche Engagement der Eltern stoße aber mittlerweile an Grenzen: „Wir müssen den Ganztagsbetrieb weiter professionalisieren.“ So sind für das kommende Schuljahr 2013/14 jeweils eine Stelle für die Humboldtschule und die Uhlandschule beantragt; die Fortsetzung des Programms bleibt abzuwarten.