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Schüler im Klassenzimmer
Schüler im Klassenzimmer © Stadt Offenbach
Bildung und Kinderbetreuung genießen in Offenbach oberste Priorität. Allein in diesem Jahr gibt die Stadt für ihren Nachwuchs jeden zweiten Euro des Investitionshaushaltes aus. Bis zum Jahr 2026 fließen nach heutigem Kosten- und Zeitplan rund 384 Millionen Euro in die Sanierung und Erweiterung von Schulen und Kitas. Doch auch in den Unterhalt der bestehenden Schul- und Kita-Gebäude steckt die Stadt jährlich einen sechsstelligen Betrag.

Mit den vergleichsweise hohen Investitionen verfolgt die Stadt das Ziel, Chancengerechtigkeit durch zeitgemäße und zukunftsfähige Unterrichtsbedingungen zu schaffen. „Es ist unsere wichtigste Aufgabe, die Voraussetzungen zu schaffen, damit unser Nachwuchs das höchstmögliche Maß an Bildung und Ausbildung in Anspruch nehmen kann“, betont Bürgermeister und Bildungsdezernent Peter Schneider mit Blick auf die quantitative wie qualitative Ausstattung der Schulen und Kitas in Offenbach. Bekanntermaßen sind die Rahmenbedingungen für solche Investitionen jedoch sehr schwierig: „Schutzschirm und Schuldenbremse durch das Land Hessen engen die Handlungsmöglichkeiten einer Kommune wie Offenbach stark ein.“

Dennoch hat die Stadt schon einiges erreicht: Seit 2007 wurden an 16 der insgesamt 27 Grund- und weiterführenden Schulen unter Berücksichtigung energetischer und ökologischer Standards Gesamt- und Teilsanierungen sowie Erweiterungen im Umfang von 156 Millionen Euro umgesetzt. Rund 40 Prozent der insgesamt fast 17.000 Offenbacher Schülerinnen und Schüler erhalten seitdem Unterricht in Fachräumen, die modernsten Standards entsprechen und für den Ganztagsbetrieb ausgerichtet sind.

Gebäudeunterhaltung und Instandsetzung:

Ein wichtiges Anliegen ist der Stadt Offenbach die technische, infrastrukturelle und kaufmännische Unterhaltung und Instandhaltung an allen 30 Schulen und 25 Kindertagesstätten. Zu den Aufgaben des Stadtdienstleisters GBM Gebäudemanagement GmbH Offenbach im Geschäftsfeld Immobilien der Stadtwerke Offenbach Unternehmensgruppe gehören Instandhaltungs-, kleinere Umbau- und Sanierungsmaßnahmen, Hausmeisterdienste, Gebäudereinigung und Spielplatzkontrollen sowie die Verkehrssicherungspflicht, die die GBM von der Stadt übernommen hat. Diesen Rundumservice ermöglicht die enge Zusammenarbeit von Hausmeistern und Objektleitern der GBM in Abstimmung mit der Schulleitung und dem Amt für Stadtplanung, Verkehrs- und Baumanagement. Auf diese Weise wird Tag für Tag der reibungslose Ablauf an Schulen und Kindertagesstätten gesichert und gleichzeitig die Lebenszeit städtischer Liegenschaften verlängert.

Für den Unterhalt einer Schule fallen neben den laufenden Kosten für Heizung, Strom, Wasser, Müllentsorgungen und Versicherungen unter anderem im Jahr auch Kosten für Gebäudereinigung, Hausmeisterdienste, Wartungen und Sachverständigenprüfungen an. Winfried Männche, Geschäftsführer der GBM: „Unabhängig von Sanierungsmaßnahmen darf man die laufenden Kosten zur Unterhaltung einer Schule nicht aus den Augen verlieren. Für eine Schule mittlerer Größe wie die Humboldtschule waren das 2014 rund 415.000 Euro. Das entspricht ungefähr der Investition für den Kauf eines Einfamilienhauses. Insgesamt gibt die Stadt im Jahr rund 13,3 Millionen Euro für die Unterhaltung der Schulen aus.“

Im Zuge der Bauunterhaltung hat die GBM 2014/2015 rund 186.000 Euro investiert, um kleinere Bau- und Instandhaltungsmaßnahmen an Offenbacher Schulen und Kindertagesstätten vorzunehmen. Diese wurden und werden unter anderem verwendet, um Malerarbeiten vorzunehmen, Brandschutzanlagen einzubauen, akustische Maßnahmen umzusetzen, Spielplätze in Kindertagesstätten zu erweitern und automatische Spüleinrichtungen an Wasserpumpen zu installieren. In den Sommerferien werden Maßnahmen wie beispielsweise das Grüne Klassenzimmer in der Humboldtschule realisiert oder auch Bodenbeläge in Klassenräumen ausgetauscht. Außerdem wird die Sommerpause von den Mitarbeitern der GBM auch für die jährliche Grundreinigung in Schulen genutzt.

Weiterhin hat das Hochbaumanagement der Stadt zusätzlich zur Bauunterhaltung Maßnahmen in Höhe von 235.500 Euro zur Umsetzung durch die GBM beauftragt. In der Summe belaufen sich die Bauunterhaltungs- und Instandhaltungskosten aller Einrichtungen in 2014/15 auf 421.500 Euro.

Sanierungs- und Neubauvorhaben an den Schulen:

Nach zweijähriger Unterbrechung nimmt die Stadt in diesem Jahr außerdem ihr Schulsanierungsprogramm wieder auf. „Nach der Einigung mit dem Land sind wir endlich in der Lage, die dringend notwendigen Sanierungsarbeiten der Reihe nach umzusetzen“, sagt Bürgermeister Schneider. In den kommenden Jahren plant die Stadt hierfür Ausgaben in Höhe von 249 Millionen Euro aus dem städtischen Haushalt ein.

Die Gebäude werden auf den heutigen Stand der Technik gebracht; dies beinhaltet in der Regel energetische Fassaden- und Fenstersanierungen inklusive der Dächer, Toilettenanlagen, der gesamten Haustechnik wie Heizung, Sanitär, Elektro und Lüftungsanlagen (sofern vorhanden) sowie die Sanierung von Böden, Wänden und Decken. Erweiterungsbedarf besteht meist für Klassenräume und Nutzungen für den ganztägig arbeitenden Schulbetrieb wie Cafeteria mit Küche, Hausaufgaben- und Freizeitbereich sowie Mediathek. Im Zuge der Gesamtsanierungen werden darüber hinaus schulorganisatorische und funktionale Änderungen im Gebäude vorgenommen, soweit diese im Bestand ohne größere bauliche Eingriffe möglich und finanzierbar sind.

Am weitesten vorangeschritten sind die Pläne für Umbau und Sanierung der Käthe-Kollwitz-Schule. Der Projektbeschluss, der noch aus der ersten Tranche des Schulsanierungsprogramms resultierte, ist bereits Ende 2013 gefasst worden, nach der finanziell bedingten Unterbrechung wird nun die Bauphase vorbereitet: Die erforderlichen Ausführungs- und Genehmigungsplanungen werden voraussichtlich ein halbes Jahr dauern, danach folgt die europaweite Ausschreibung für die einzelnen Bauleistungen. Das Projekt im Umfang von knapp 19 Millionen Euro wird im laufenden Betrieb realisiert und soll 2019 abgeschlossen sein.

Ähnlich weit geschritten sind die Vorbereitungen für die lang ersehnte neue Turnhalle der Schule Bieber, Außenstelle Waldhof. Der Projektbeschluss soll im kommenden November gefasst werden. Ende Juli 2015 hat Bürgermeister Peter Schneider die Schulleitung und alle Beteiligten über die weiteren Schritte informiert. Das Vorhaben hat ein Volumen von 2.45 Millionen Euro, davon stammen voraussichtlich 801.400 Euro aus den Mitteln des Regionalfonds. Voraussichtlich 2018 kann die Turnhalle in Betrieb genommen werden.

Darüber hinaus startet die Stadt in diesem Jahr die ersten Großvorhaben der zweiten Tranche des Schulbausanierungsprogramms. Für den Umbau und die Sanierung der Mathildenschule (10,8 Millionen Euro) sowie die Erweiterung und Sanierung der Geschwister-Scholl-Schule (15,19 Millionen Euro) laufen aktuell die Vorbereitungen für den jeweils notwendigen erweiterten Grundsatzbeschluss. Auch für diese Maßnahmen, die jeweils bis 2019/2020 abgeschlossen sein sollen, sind EU-weite Ausschreibungen mit festgesetzten Fristen notwendig.

Für rund 300.000 Euro bereitet die Stadt außerdem die weitere Kampfmittelräumung auf dem Gelände der Beethovenschule vor. Der Projektbeschluss hierzu wird für Herbst 2015 erwartet. Bereits erfolgt ist im Mai dieses Jahres der Baubeginn für die Hafenschule mit Kita, offiziell eingeweiht wurde im zurückliegenden Frühjahr außerdem der Neubau der Schule Bieber, Außenstelle Waldhof.

Sanierungs- und Neubauvorhaben an den Kitas:

Auch an den Einrichtungen, die der Eigenbetrieb Kindertagesstätten Offenbach (EKO) betreibt, geht es wieder voran. Für den Neubau der Kita Brandenburger Straße wird derzeit der notwendige Projektbeschluss erarbeitet. Das Projektvolumen beläuft sich auf 2,8 Millionen Euro; die Kosten sollen überwiegend aus Mitteln des Regionalfonds gedeckt werden. Für die Erweiterung und Sanierung der Kita Friedensstraße (2,8 Millionen Euro) ist ein Grundsatzbeschluss, für die Erweiterung und Sanierung der Kita Goethestraße (1,6 Millionen Euro) der Projektbeschluss in Vorbereitung. Beide Beschlüsse sollen Anfang kommenden Jahres vorliegen. Begonnen hat in diesem Jahr bereits die Sanierung der Kita Bismarckstraße (887.000 Euro). Insgesamt belaufen sich die Kosten für alle hier genannten Maßnahmen zur Sanierung, Erweiterung und/oder Neubau von Schulen und Kitas auf rund 98 Millionen Euro.

Die einzelnen Vorhaben werden nach Projektbeschluss treuhänderisch durch die OPG Offenbacher Projektentwicklungsgesellschaft mbH im Auftrag des Hochbaumanagements der Stadt Offenbach ausgeführt. Die OPG gehört wie die GBM zum Geschäftsfeld Immobilien der Stadtwerke Offenbach Unternehmensgruppe. Sie unterstützt die Stadt Offenbach als Projektentwicklungs- und -realisierungsgesellschaft dabei, kommunale Baumaßnahmen wie an Schulen und Kitas umzusetzen.