Gestern war anlässlich des Welttag des Buches die Autorin Steinunn Sigurdardóttir mit ihrem Werk „Der gute Liebhaber“ bei uns zu Besuch. Begleitet wurde sie von ihrem guten Freund und Autorenkollegen Arthur Björgvin Bollason.
Gespannt, mit gelegentlichem lautem Lachen, lauschten über 50 Gäste zuerst der biographischen Einleitung von Arthur Björgvin Bollason über Steinunn Sigurdardóttir und dann der Lesung dieser isländischen Autorin.
Von den 300.000 Menschen Islands haben, als Island 2010 Gastland auf der Buchmesse war, einige isländische Autoren 210 Neuerscheinungen geschrieben. Das ist eine Menge, wenn man es mit China vergleicht, die 2009 Gastland waren und nur ca. 30 Ausgaben zur Buchmesse schrieben.
Eine von den großen isländischen Schriftstellern ist die schreiberfahrene Autorin Steinunn Sigurdardóttir. Sie hat bereits während dem Abitur bei der Schülerzeitung mitgewirkt und Gedichte geschrieben. Ihren Durchbruch erreichte sie in den 80er Jahren mit einem Band über ihre Lehrerin am Gymnasium in Reykjavik. 1995 erhielt sie den isländischen Literaturpreis über ihr Werk „Herzort“. „In Island zählen ihre Romane nicht nur zum Kult, sondern mittlerweile zu den Klassikern“ erzählt Herr Bollason stolz von den Werken seiner guten Freundin. In all ihren Werken, bis auf „Gletschertheater“ spielt die Liebe eine zentrale Rolle. „Die Leser verspüren eine Lust am Lesen, wenn Steinunn alle emotionalen Töne, die es in unserem Herzen gibt, zwischen Lachen und Weinen, spielen lässt“ so Herr Bollason. Doch bei aller Romantik, versüßt sie ihre Werke mit Ironie.
Frau Sigurdardóttir wählte eine Textstelle aus, die davon handelt, wie der „gute Liebhaber“ feststellt, dass seine Auserwählte überhaupt nicht so seinem Standard entspricht und von daher überaus anstrengend ist. Sie raucht ohne zu fragen und benutzt dabei seine wertvolle chinesische Schale als Aschenbecher. Er war höflichere Liebhaberinnen gewöhnt. Der Höhepunkt der Szene ist, als sie ihm ihre Visitenkarte zeigt mit „Fachärztin für Psychiatrie und Psychoanalyse“. Der Leser vermutet, dass ihr Beruf ihn stört, doch tatsächlich, so klärte Frau Sigurdardóttir die Zuhörer auf, ist es ihr Nachname, den ihn nachdenklich stimmt. Er vermutet mit seiner Halbschwester geschlafen zu haben.
Die Autorin hat ausreichend so viel erzählt, um die Neugierde auf das Werk zu wecken. Es bleibt spannend, wie es weitergeht. Den Roman können Sie demnächst in der Stadtbibliothek ausleihen.

