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Sommerwiese im Büsingpark
© Stadt Offenbach

Der Büsingpark lädt mit üppigem Grün und gepflegten Blumenbeeten zum gemütlichen Verweilen auf einer der vielen Parkbänke ein. Alte Erinnerungsstücke treffen dort auf neue Elemente und durch die unmittelbare Nähe zum herrschaftlichen Büsing-Palais fühlt man sich wie in einer anderen Zeit. Hier kann man sich, trotz Autolärms, mitten in der Stadt erholen.

Die Parkanlage, die sich hinter dem Büsing- Palais entlang der Berliner Straße bis zur Kaiserstraße erstreckt, gehörte ursprünglich zum Anwesen der Fabrikantenfamilien Bernard und d’Orville.

Das Herrenhaus, das heutige Büsingpalais, wurde um 1775 erbaut, der dazugehörige Park im Stil eines englischen Landschaftsgartens angelegt.

In den 1920er Jahren als Rathaus genutzt

Der Hamburger Kaufmann Adolf Büsing, ein Nachkomme der Familie d´Orville, erwarb das Grundstück 1890. Er ließ um die Jahrhundertwende den mittlerweile verwilderten Park neu gestalten und von 1899 bis 1902 das Herrenhaus von dem Architekten Wilhelm Manchot zu einem prachtvollen Palais im Barockstil umbauen.

Erst durch den Erwerb der Stadt Offenbach und die Nutzung des Palais als Rathaus ab 1921 wurde der Park öffentlich zugänglich und trägt seitdem den Namen Büsing- Park. Auf einer kleinen Anhöhe im hinteren Teil steht der Monopteros, ein offener Rundtempel. Der im Rokokostil errichtete Staffagebau wurde um 1790 erbaut und diente wohl als Bühne für Musikdarbietungen.

Im Jahre 2004 ließ die Stadt ihn mit finanzieller Unterstützung des Landesamtes für Denkmalpflege sanieren. Wieder hergerichtet wurde dabei auch das Scheintor an der Grenze zur Kaiserstraße. Errichtet wurde es wohl um 1900 – also etwa in jener Zeit, als auch das Büsing-Palais seine heutige Gestalt erhielt. Das Tor war wohl nie als Eingang gedacht; eher deuten die noch vorhandenen Stützen darauf hin, dass sich in der Nische eine Sitzbank befand, von der aus man geradewegs auf das Büsingpalais blicken konnte.

Das Scheintor wurde von Adolf Büsing 1893 auf der Weltausstellung in New York erworben. Männer-Skulpturen zieren den Park 1955 wurde der Athlet „Goldener Mann“ aufgestellt, die andere Skulptur heißt „Sitzender Mann“. Die moderne Plastik „Unfolded D“ des kalifornischen Bildhauers Fletcher Benton fand nach ihrem Umzug von der Puteaux-Promenade an der Ecke Berliner Straße/Kaiserstraße einen prominenten Standort.

Der vordere Bereich des Büsingparks zur Berliner Straße hin wird durch Springbrunnen und Wasserspiele sowie die 2010 aufgestellte Senefelder-Skulptur geprägt.

Der großzügig angelegte Sophie-von-La-Roche-Platz steht für verschiedene Arten von Veranstaltungen zur Verfügung und verweist auf die benachbarte Stadtbibliothek. Der Boden ist durch einen Wechsel aus Betonplatten und Rasenbändern befestigt. Eine wassergebundene Fläche nebenan lädt zum Boulespiel ein. Vogelkirschen bilden einen lichten Baumhain. Der große Spielplatz direkt daneben ist für Familien ideal.

Die verstärkte Verbindung zwischen Büsing- und Lili-Park, die sich perspektivisch auch auf den benachbarten d´Orville-Park erstrecken soll, ist Teil des städtebaulichen Konzepts "Stadt-Park-Fluss". Nach dem Vorbild der historischen Maingärten sollen die Parkanlagen einen sanften Übergang zwischen der Innenstadt und dem Mainufer bilden.

Erinnerung an Rabbiner in Offenbach

Wege im Büsingpark sind nach berühmten Offenbacher Einwohnern jüdischen Glaubens benannt: Der in Offenbach geborene Rabbiner Dr. Salomon Formstecher (1808–1889) gilt als einer der Vorkämpfer jener Reform, die im 19. Jahrhundert das jüdische Gemeindeleben grundlegend umgestaltete.

Die 1944 in Auschwitz ermordete Regina Jonas war 1935 in Offenbach als weltweit erste Frau zur Rabbinerin ordiniert worden.

2004, als Offenbach das 50-jährige Jubiläum als Großstadt feierte, fand im Büsing-Park ein Geburtstagsfest mit mehr als 18.000 Kerzen und der aktiven Mitwirkung zahlreicher Vereine statt. Es war die Wiederentdeckung des Parks als Schauplatz für kulturelle Veranstaltungen.

Seither erfreut sich das Lichterfest Jahr für Jahr wachsender Beliebtheit.

Die Bemühungen der Stadt um eine Aufwertung des Büsing-Parks wurden auch von der Energieversorgung Offenbach unterstützt. Sie ließ das Trafohäuschen an der Ecke Berliner Straße/Kaiserstraße von professionellen Graffiti-Künstlern mit Portraits berühmter Persönlichkeiten der Offenbacher Stadtgeschichte gestalten: Während eines der Bilder an Goethes Offenbacher Sommer 1775 erinnert, illustriert ein anderes Offenbachs Tradition im Bereich der Schriftkunst und zeigt den Inhaber der Schriftgießerei Klingspor.

Alois Senefelder steht für die Erfindung des Steindrucks, die ab 1799 in der Offenbacher "Notenfabrique" von Anton Andre kommerziell mit großem Erfolg genutzt wurde.