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Durch einen Zufall wurde Offenbach am Main die Wiege jenes ältesten Flachdruckverfahrens. Im Jahr 1799, auf einer Geschäftsreise nach Wien, hatte der Offenbacher Musikverleger und Notendrucker Johann Anton André (1775-1842) in einer Münchner Zeitung eine Anzeige gelesen, in der Alois Senefelder (1771-1834) das neue Verfahren "Lithographie" bewarb.
Eine Vorführung überzeugte den Geschäftsmann sofort: »75 Seiten in einer Viertelstunde, wovon immer zwei zugleich gedruckt wurden«, erlaubten die äußerst günstige Lieferung von Musikalien für sechs Kreuzer je Bogen. Anton Andrés Geschäftsreise nach Wien hatte zu einem zweiten, nicht weniger folgenreichen Ergebnis geführt. Von Mozarts Ehefrau Constanze kaufte Johann Anton André den handschriftlichen Nachlaß des Komponisten, der bis 1854 in Offenbach am Main verwahrt blieb. In der Folge erschienen in unserer Stadt – seit dem Jahr 1800 – lithographierte Notendrucke nach Mozarts Originalmanuskripten. Senefelder selbst hatte für die Firma André die Steindruckpressen eingerichtet und Arbeiter angelernt. Zeitgleich gründete die Firma Niederlassungen in europäischen Staaten und suchte das neue Verfahren durch Privilegien zu schützen. Allgemein wurde die Lithographie für die Wiedergabe von Künstlergraphik bedeutend.