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Gemeinsame Weichenstellung von Frankfurt und Offenbach für den Wirtschaftsstandort Kaiserlei: Beide Kommunen haben 2013 die Fortschreibung des Rahmenplans für den Stadtteil links und rechts der Grenze, die sie verbindet, erarbeitet. Der Plan wurde durch die Stadtverordneten beider Städte beschlossen.
„Das ist eine stabile Grundlage für eine einvernehmliche Entwicklung in den nächsten Jahren“, so die Planungsdezernenten Bürgermeister Olaf Cunitz und Oberbürgermeister Horst Schneider: „Der Kaiserlei ist ein wichtiger Impulsgeber für die Wirtschaft im Osten Frankfurts und in unmittelbarer Nachbarschaft zur Europäischen Zentralbank ein Standort von überregionaler Bedeutung“.
Abendstimmung am Kaiserleikreisel
Am Kaiserlei eröffnen sich neue Perspektiven. © Stadt Offenbach

Frankfurts Bürgermeister Olaf Cunitz freut sich: „Die gute Zusammenarbeit von Offenbach und Frankfurt, die immer eine gemeinsame Zukunftsperspektive eröffnet und verfolgt, ist ein Vorbild für die gesamte Rhein-Main-Region.“ Und Offenbachs Oberbürgermeister Horst Schneider ergänzt: „Eine Politik, die sich an Stadtgrenzen orientiert, schadet im Wettbewerb der Regionen. Wirtschaftsförderung, die Entwicklung von Wohnstandorten in einer intakten Umwelt sind gemeinsame Aufgaben. Es ist uns gelungen, am Kaiserlei aus den Interessen beider Städte eine gemeinsame Perspektive zu formen“.

Anlass und Grundlage für die Fortschreibung des Rahmenkonzeptes ist der Umbau des Kaiserleikreises. Im Jahr 2012 hatten die Stadt Offenbach, der Bund, das Land sowie die Stadt Frankfurt seine Ertüchtigung vereinbart. Die zentrale Drehscheibe in Richtung Autobahnen und Flughafen wird nach dem Umbau in eine Doppelkreuzung für zusätzliche Verkehre aus der Richtung der neuen Honsellbrücke gerüstet sein. Mit dem Wegfall des Kreisels und der Verlagerung von Fahrbahnen gewinnt Offenbach etwa zwei Hektar wertvolle Gewerbefläche. „Beide Städte haben ein gemeinsames Interesse an einer funktionierenden Verkehrsinfrastruktur über Stadtgrenzen hinweg“, weiß Frankfurts Verkehrsdezernent Stefan Majer: „Frankfurt und Offenbach haben hier unter Beweis gestellt, wie gute und faire Zusammenarbeit in der Region aussieht."

Visualisierung Rahmenplan Kaiserlei
Visualisierung des Rahmenplans Kaiserlei. © Vermessungsamt Offenbach
Visualisierung Rahmenplan Kaiserlei
© Vermessungsamt Offenbach

Der Rahmenplan orientiert sich auch künftig an der Leitidee, die Entwicklung des neuen Stadtteils entlang der Kaiserleipromenade hin zu Berliner Straße und Autobahn. Zwischen der Kaiserleipromenade und der Strahlenbergerstraße ist eine Blockrandstruktur mit Gebäuden, die sechs bis sieben Geschosse hoch sind, geplant. Die vertikalen Abmessungen entsprechen der bestehenden Bebauung von Hyundai und dem Alphahaus. Innerhalb dieser zentralen Struktur sind einzelne Hochhäuser entlang der Strahlenbergerstraße und der Autobahn möglich. Der bisherige Rahmenplan sah die sogenannten Hochpunkte im Bereich des heutigen Kreisels vor. Der Schwerpunkt der Nutzung wird auf Dienstleistung und Gewerbe liegen. Eine Wohnbebauung ist wegen der Siedlungsbeschränkung unter der Einflugschneise Flughafen nicht mehr möglich. Die entsprechenden Aussagen im alten Rahmenplan werden gestrichen.

Südlich der Kaiserleipromenade auf Frankfurter Gemarkung ist eine in der „Geschossigkeit“ etwas zurückgenommene Bebauung geplant mit Bäumen zur Straße. In diesem Areal ist eine gewerbliche Nutzung vorgesehen. Südlich der Berliner Straße, im Bereich des Grenzgrabens, soll ebenfalls ein neues Quartier für Dienstleistung und Gewerbe entstehen. Der Rahmenplan legt fest, dass von hier keine Störwirkung für die benachbarte Wohnbebauung entstehen darf. Das heutige Wohngebiet auf Offenbacher Gemarkung westlich des August-Bebel-Rings und die neue Gewerbefläche sollen durch einen Grünzug getrennt werden. Der motorisierte Verkehr wird ausschließlich über die Berliner Straße angebunden.

Planzeichnung des fortgeschriebenen Rahmenplanes Kaiserlei von 2013
Planzeichnung des fortgeschriebenen Rahmenplanes von 2013 © Stadt Offenbach, Quelle: raumwerk

Bebauungspläne

Den fortgeschriebenen Rahmenplan hat die Stadtverordnetenversammlung der Stadt Offenbach am 12.09.2013 beschlossen. Zur Umsetzung dieses Stadtentwicklungskonzeptes und zur Vorbereitung des Umbaus der Anschlussstelle Kaiserlei wurden die Bebauungspläne Nr. 610 (Strahlenbergerstraße West) und Nr.614A (An der Bundesautobahn 661 – zwischen Strahlenbergerstraße und Berliner Straße) aufgestellt. Die beiden Pläne wurden am 20.11.2014 durch die Stadtverordneten der Stadt Offenbach beschlossen und am 23.12.2014 in der Offenbach Post bekannt gemacht.

B 610 – Strahlenbergerstraße West
Das Plangebiet des B610 wird im Norden durch die Nordseite der Strahlenbergerstraße, im Osten durch die Amsterdamer Straße sowie im Süden und Westen durch die Gemarkungsgrenze zur Stadt Frankfurt umgrenzt. Da das Plangebiet bisher im Wesentlichen im Außenbereich nach § 35 BauGB liegt und nach wie vor nicht erschlossen ist, wird mit dem Bebauungsplan Nr. 610 das notwendige Verkehrssystem für den Umbau des Kaiserleikreises – insbesondere die Verlängerung der Kaiserleipromenade zur Strahlenbergerstraße – sowie die interne Erschließung des Gebietes festgesetzt. Städtebaulich sollen die beiden Hauptstraßen Kaiserleipromenade und Strahlenbergerstraße durch eine geschlossene Randbebauung gefasst werden. Entlang der kleineren Straßen ist eine lockerere Bebauung mit einzelnen Hochpunkten möglich. Um die Belüftung des Gebietes und der angrenzenden Bereiche sicherzustellen, sind in den Blöcken Grünflächen in Ost-West Richtung festgesetzt.

B 614A – An der Bundesautobahn 661 – zwischen Strahlenbergerstraße und Berliner Straße
Das Plangebiet des B614A umfasst die Flächen des heutigen Kaiserleikreisels zwischen Strahlenbergerstraße und Berliner Straße, sowie einen Bereich südlich der Berliner Straße. Derzeit wird das Plangebiet überwiegend durch den Kaiserleikreisel ausgefüllt, welcher heute die Autobahnanschlussstelle Offenbach Kaiserlei der Bundesstraße B43 an die Autobahn BAB661 bildet. Die zukünftige Verkehrsführung der Strahlenbergerstraße, der Kaiserleipromenade sowie der Anschlussstelle und die Entwicklung der frei werdenden Flächen sind im Bebauungsplan Nr. 614A festgesetzt. Die grundsätzliche Idee dabei ist die Entflechtung der Verkehrsströme von und zur Autobahn sowie zwischen den Innenstädten Offenbachs und Frankfurts. Städtebaulich sollen die frei werden Flächen beiderseits der BAB661 durch gewerblich genutzte Gebäude und einen vorgelagerten, parkartigen Grünstreifen gefasst und durch zwei mögliche Hochhäuser die Eingangssituation nach Offenbach markiert werden. Südlich der Berliner Straße sind ebenfalls Flächen für gewerblich und gemischt genutzte Gebäude vorgesehen. Um einen gewissen Abstand zu den bestehenden Wohngebieten zu wahren, wird hier ein Grünstreifen festgesetzt.

Die Überplanung bisher unbebauter Flächen stellt einen Eingriff in den Naturhaushalt und das Landschaftsbild dar. Dafür muss ein Ausgleich geleistet werden. Für die Bebauungspläne B610 und B614 wird entsprechend der städtischen Ausgleichflächenkonzeption ein Bereich im Bürgel-Rumpenheimer Mainbogen renaturiert.

Die Geltungsbereiche der Pläne umfassen insgesamt eine Fläche von 14 Hektar. Die Stadt Offenbach bereitet gleichzeitig den Rückbau des Kaiserleikreisels und die Errichtung der neuen Kaiserleipromenade vor.