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Leibnizschüler beim Fahrradkurs
© Stadt Offenbach
Die Bedienung ist denkbar einfach: Schule auswählen, Startadresse eingeben und Route berechnen lassen. So einfach zu handhaben ist der Schülerradroutenplaner für die Stadt Offenbach am Main, den Bürgermeister Peter Schneider am 15.01.2015 offiziell freigeschaltet hat und der unter www.radroutenplaner.hessen.de/schule zu finden ist.
Das Radwegenetz wurde gemeinschaftlich von der Stadt Offenbach, der ivm GmbH und Schülerinnen und Schülern entwickelt und beinhaltet die sichersten und besten Wege mit dem Fahrrad zu allen weiterführenden Schulen Offenbachs. Peter Schneider: „Mit dem Fahrrad zur Schule fahren bedeutet für Schülerinnen und Schüler Selbstständigkeit und Unabhängigkeit. Wir unterstützen sie mit einer guten Wegeführung. So bleibt der Spaß am Radfahren groß und das Risiko im Straßenverkehr klein.“

„Die Förderung einer sicheren und nachhaltigen Mobilität ist ein Ziel, das sowohl die Stadt als auch die Schulen verfolgen. Der Mobilitätsbildung von Kindern und Jugendlichen kommt besondere Bedeutung für Verkehrssicherheit, Gesundheitsförderung, motorische und soziale Entwicklung sowie für einen umweltverträglichen Verkehr zu. Für den Klimaschutz ist eine nachhaltige Mobilität ein entscheidender Faktor und unsere Entscheidungen, wie wir uns fortbewegen, fangen schon im Kindesalter an. Wir haben deshalb sehr gern das Pilotverfahren hier in Offenbach durchgeführt, um gemeinsam mit den Schulen und den Kindern auszutesten, was für sie wichtig ist bei ihrem Alltagsweg zur Schule“ so Heike Hollerbach vom Amt für Umwelt, Energie und Klimaschutz. Dem entsprechend wurde das Projekt in Offenbach im Rahmen des Mobilitätsmanagements an Schulen und Kitas, einer Maßnahme aus dem Klimaschutzkonzept, und mit Unterstützung des Amtes für Stadtplanung, Verkehrs- u. Baumanagement verwirklicht. Hier sind bereits alle wichtigen Akteure rund um Schule und Mobilität versammelt.
Das Projekt Schülerradroutenplaner wird im Rahmen des nationalen Radverkehrsplans durch das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur gefördert und hat Pilotcharakter für die gesamte Bundesrepublik: „Dank dieser Unterstützung ist es uns möglich für über 200 weiterführende Schulen in der Region Frankfurt RheinMain Schülerradrouten zu erarbeiten und Projekttage zur Radverkehrsförderung an den Schulen durchzuführen“ erläutert Heike Mühlhans, Geschäftsführerin der ivm GmbH, den Projekthintergrund.
Nina Merten, Projektleiterin: „Der Schülerradroutenplaner ist ein Erfolg, weil alle mitgewirkt haben. Aber besonders wertvoll waren die Beiträge der Schülerinnen und Schüler. Sie haben dafür gesorgt, dass nicht an der Zielgruppe vorbeigeplant wird.“ Die Schulen hatten die Möglichkeit, durch Schülerprojekttage an der Routenplanung mitzuarbeiten. Dadurch wurden die Sichtweisen der Kinder und Jugendlichen auf das Verkehrsgeschehen in die Auswahl der empfohlenen Routen mit eingebracht. Besonders engagiert waren hierbei die Leibnizschule und Geschwister-Scholl-Schule.

Der Schülerradroutenplaner setzt genau am Übergang in die weiterführenden Schulen an. Damit soll das Radfahren zur Schule nach Abschluss der Fahrradprüfung in den 4. Grundschulklassen sicherer und attraktiver gestaltet werden. Zugleich soll das Verkehrsmittel „Fahrrad“ stärker in das Bewusstsein der Schülerinnen und Schüler und auch der Eltern gerückt werden. Den Eltern sollen durch das Angebot des Routenplaners auch Ängste genommen werden, ihre Kinder eigenverantwortlich radeln zu lassen. „Der kürzeste Weg ist nicht immer der sicherste. Aber auf Sicherheit kommt es uns an, um auch bei Eltern Akzeptanz zu finden. Wir mussten feststellen, dass Eltern ihre Kinder oft aufgrund mangelnder Kenntnis sicherer Fahrradrouten lieber mit dem Auto zur Schule fahren, was wiederum zu Verkehrsproblemen vor vielen Schulen führt. Mit dem Schülerradroutennetz können wir hier gegensteuern“, berichtet Heike Mühlhans, Geschäftsführerin der ivm GmbH.
Für die Entwicklung des flächendeckenden Schülerradroutennetzes wurden die Strecken zu allen 14 weiterführenden Schulen untersucht und bewertet. Dabei konnten auch einige „Knackpunkte“ ausfindig gemacht werden, die einer sicheren und bequemen Führung des Radverkehrs im Wege standen. Hier konnte das Amt für Stadtplanung, Verkehrs- und Baumanagement mit ihrem Radverkehrsbeauftragen Rolf Schmidt schnell Abhilfe durch die Umsetzung von Sofortmaßnahmen schaffen. So wurden u.a. auf dem Isenburgring in Richtung Nordost die Einbahnstraße für den Radverkehr freigegeben sowie das Drängelgitter am Durchstich zwischen dem Heusenstammer Weg und der Konrad-Adenauer-Straße versetzt und die Verbindung für den Radverkehr freigegeben. Außerdem konnte am Knotenpunkt Austraße / Mainstraße eine Ampel für den Radverkehr errichtet werden, die zusammen mit demnächst neuen Markierungen und Bordsteinabsenkungen das Queren erleichtert. Somit kommen die Ergebnisse dieses Projektes allen Radfahrenden in der Stadt Offenbach zugute!

Das Schülerradroutennetz der Stadt Offenbach am Main umfasst 82,3 km Wegstrecke. Die Routen lassen sich auch auf einer Karte ausdrucken. Auf ihr werden auch so genannte Aufmerksamkeitspunkte, die auf besondere Verkehrssituationen hinweisen, dargestellt und kurz beschrieben.

Heike Hollerbach: „Über dieses Projekt hinaus bieten wir den Offenbacher Schulen auch ganzjährig ein gutes kostenloses Unterstützungsangebot an: Partnerschaften für Projektwochen, Lehrkräfteschulungen, die Kindermeilen-Kampagne oder andere Aktionen. Es geht also auf jeden Fall weiter. Für die Schulen gilt: Rufen Sie uns einfach an oder schreiben Sie uns unter umweltamtoffenbachde.“

Weitere Informationen unter: www.offenbach.de/klimaschutz und www.ivm-rheinmain.de