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Skulptur, Darstellung eines Mannes
Römische Merkurstatuette © Haus der Stadtgeschichte

Aus der Mittelsteinzeit stammen die ältesten Offenbacher Funde: Werkzeuge von Jägern und Sammlern, die nach der Eiszeit durch unsere Gegend streiften. Bauern der Jungsteinzeit errichteten im Mainbogen und am Buchhügel erste Dörfer. Siedlungsspuren und Gräber finden sich auch in anderen Teilen des heutigen Stadtgebiets, weshalb eine dünne, doch dauerhafte Besiedlung angenommen werden muss. Diese frühesten Ackerbauern, Bandkeramiker nach der Art ihrer Gefäßverzierungen genannt, bestatteten ihre Toten in Hockergräbern in seitlicher Lage mit angewinkelten Armen und Beinen. Gegen Ende der Jungsteinzeit wurden erstmals Hügel über Gräbern angelegt.

Die Frühe Bronzezeit ist in Offenbach bislang nicht durch Funde dokumentiert. Einen Bevölkerungszuwachs bezeugen Grabhügel der Mittleren Bronzezeit unter anderem im Stadtwald. Die Hügel wurden über Totenkammern aufgeschüttet. In der Späten Bronzezeit setzte sich die Sitte durch, die Toten zu verbrennen und deren Asche in Flachurnengräbern zu bestatten. In der Bieberer Gemarkung sind Urnenfriedhöfe nachweisbar, die zu Siedlungen gehörten. Steinkistengräber belegen die Existenz hervorgehobener Familien und damit auch in unserer Gegend den Beginn sozialer Differenzierung. Aus einer dieser Bestattungen stammt beispielsweise das Bieberer Amulett.

Als Sitte der Älteren Eisenzeit sind Brand- und Körperbestattungen überliefert. Für die Toten wurden auch wieder Grabhügel errichtet. Mehrere Grabhügel im Bürgeler Wald, an der Pechhütte und an der Sprendlinger Landstraße enthielten eisenzeitliche Bestattungen, gelegentlich auch als Nachbestattungen in älteren Hügeln. Bereits in der endenden Bronzezeit erfolgte in Bieber (Ostendplatz) die Herstellung von Eisen. In der Flur Steinäcker lag eine Eisenverhüttung der Älteren Eisenzeit, zu der ein Siedlungsplatz in der Nähe der Bieberer Käsmühle gehörte. Die umfangreichen Verhüttungsreste lassen auf eine industriell anmutende Produktion schließen, die über den Eigenbedarf hinausging.

Das keltische Wagengrab der Älteren Eisenzeit aus der Flur Am Klingenrain bei Rumpenheim steht hinsichtlich seiner Grabanlage und der Beigaben in der Tradition reich ausgestatteter süddeutscher Fürstengräber. Dort wurde der Angehörige einer Familie bestattet, die Macht und überregionale Bedeutung besaß. Jedoch ging das südliche Hessen im Lauf der Jüngeren Eisenzeit erneut einheitlich zur Brandbestattung und der Anlage von Flachurnengräbern über. In einem Brandgrab in einiger Entfernung des Wagengrabes fand sich die Ausrüstung eines Kriegers mit Schwert, Lanze und Schild, in einem andern war ein Hund mit verschiedenen Beigaben bestattet worden.

In der römischen Kaiserzeit dehnte sich das Imperium bis zur Mainregion aus. Eine römische Zivilbesiedlung entwickelte sich allmählich, die auch in Offenbach nachweisbare Spuren hinterließ: am Buchhügel, in Bieber und Bürgel. Solche Ansiedlungen waren Teil eines Versorgungsnetzes der am Limes stationierten Grenztruppen. Die Römer verbrannten ihre Toten und vollzogen Urnenbestattungen. Dabei dokumentieren die Grabfunde eine durchschnittlich wohlhabende Provinzbevölkerung. Aus der Nähe des Buchrainweihers stammt eine Merkur-Statuette, die vielleicht geopfert wurde. Die archäologischen Quellen versiegen nahezu völlig, nachdem Germaneneinfälle den Abzug der Römer erzwangen.

Spätantike und Frühmittelalter waren von einer Wanderung der germanischen Stämme geprägt. Nach der Vertreibung der Römer geriet die romanisierte, im Untermaingebiet verbliebene Restbevölkerung unter den Einfluss von Alamannen und zeitweise auch Burgundern, wofür in Offenbach aber keine gesicherten Hinweise vorliegen. Nach ihrem Sieg über die Alamannen besetzten die Franken die Gegend. Ihre Landnahme ist durch Körperbestattungen auf Reihengräberfriedhöfen dokumentiert. Der größte im heutigen Stadtgebiet befand sich in Bieber, im Bereich der Herder- und Uhlandstraße. Bis zur Christianisierung der Menschen kommen zahlreiche Funde als Grabbeigaben vor.