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3 Frauen im Gespräch
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Auch Erwachsene können bei uns noch neues lernen und entdecken. Egal ob im Rahmen eines Betriebsausflugs, mit Mitgliedern eines Vereins oder einfach eine Gruppe interessierter Menschen, alle sind willkommen.

Offenbachs „graue Vorzeit"

Mit der Führung durch die Abteilung Vor- und Frühgeschichte werden sich die Nebel, die Offenbachs „graue Vorzeit“ immer noch umgibt, lichten. Entgegen der Meinung, die damaligen Lebensverhältnisse würden für immer im Dunkeln bleiben, können heute präzise Auskünfte gegeben werden. Dies ist möglich, weil unsere Vorfahren Gegenstände, Opfergaben, Werkzeuge und Bauten hinterlassen haben, aus denen die heutigen Generationen beinahe wie in einem Buch lesen können. Selbst Steine kann man so zum „Sprechen“ bringen, wenn man dazu die erforderliche „Fremdsprache“ beherrscht. Diese „Übersetzungsarbeit“ wird beim Rundgang durch die neugestaltete Abteilung für Sie geleistet: Anhand ausgesuchter Fundstücke wie etwa dem Einbaum, der um 1900 aus der Baugrube des Offenbacher Hafens geborgen wurde, dem „Bieberer Amulett“ aus der Bronzezeit, dem über 2.500 Jahre alten keltischen Wagengrab, der römischen Merkurstatuette und dem fränkischen Mädchengrab wird ein detailreicher Einblick in die Zeit ungeschriebener Geschichte gewährt.

Leiter/in: Simone Ganss, Ute Guckel, Monika Krämer
Dauer: 1 Stunde

„… uns Offebacher gab’s schon immer…“

Wenn der erste „Offebacher“ auch nicht direkt dem Wasser entstammte, so lebte unser Urahn in grauer Vorzeit doch vom Wasser, mit dem Wasser und am Wasser. Ausgehend von dieser Tatsache wird anhand der im Museum befindlichen Exponate ein historischer Bogen von der ersten Besiedlung in der Steinzeit bis in die heutige Epoche gespannt. Besondere Stationen des Rundgangs bilden: Das einzigartige „Bieberer Amulett“ aus der Bronzezeit, das 2.500 Jahre alte keltische Wagengrab aus Rumpenheim, das fränkische Mädchengrab aus Bieber, das d’Orvillesche Puppenhaus von 1757, Fayenceherstellung und Steindruck, sowie eindrucksvolle Stadtmodelle der Jahre um 1800 und 1850. Die Dorf- zur Stadtentwicklung wird anschaulich beschrieben und wirft einen Blick auf die Geschichte Offenbachs, der letztlich einen Spiegel deutscher und europäischer Geschichte darstellt.

Leiter/in: Simone Ganss, Monika Krämer
Dauer: 1 Stunde

Offenbachs „klassische“ Zeit

Von den Andrés wehen Orchestermelodien durch den Park, es wird mit Weingläsern angestoßen, und bei den d’Orvilles und Bernards ist wieder einmal große Gesellschaft. Auch der junge Goethe ist mit Herzklopfen aus Frankfurt herübergeeilt und hofft, auf Lili Schönemann zu treffen… In Offenbach ging es vor über 200 Jahren besinnlich und heiter zu. Große Namen mit noch heute geltendem Klang waren einst mit unserer Stadt eng verbunden: die Musikverlegerfamilie André erwarb von Mozarts Witwe Constanze den musikalischen Nachlass des Komponisten, Goethes Mutter Aja traf sich in der Domstraße mit der Schriftstellerin Sophie von La Roche zum gemütlichen Plausch und der Vater von Jacques Offenbach, Juda Eberscht, war Kantor der jüdischen Gemeinde in Bürgel. Nach seiner Übersiedlung in die Stadt Köln nahm er in alter Verbundenheit den Namen seiner Vaterstadt Offenbach an. Die erzählten Geschichten zu den Ausstellungsgegenständen lassen die „gute, alte Zeit“ vor dem geistigen Auge wieder erstehen.

Leiter/in: Simone Ganss, Ute Guckel, Daniela Kohls
Dauer: 1 Stunde

Das Puppenhaus der Familie d’Orville von 1757

Als eines der schönsten aus der Mitte des 18. Jahrhunderts noch erhaltenen Puppenhäuser besticht es durch seine prachtvolle Ausstattung. Während Ludwig XV. in Versailles lustwandelte und Friedrich der Große (der „Alte Fritz“) in Potsdam sein Schloss Sanssouci bauen ließ, entstand das jetzige Prunkstück des Museums. Das Puppenhaus fällt nicht nur durch seine Pracht und die zahlreichen Einrichtungs- und Gebrauchsgegenstände auf – die zum Teil aus wertvollen Hölzern, Alabaster, Elfenbein, Zinn und Silber bis ins kleinste Detail wirklichkeitsgetreu nachgebildet sind – sondern auch durch seine Größe von über zwei Metern Höhe und einem Meter Breite. Das Prunkstück war weniger Spielzeug für kleine Mädchen als vielmehr der ganze Stolz und kostbare Besitz der wohlhabenden Familie d’Orville, die zusammen mit den Bernards im Herrenhaus, dem heutigen Büsingpalais, lebte. Das Puppenhaus war auch als ein Hilfsmittel der Eltern gedacht, zur Vorbereitung ihrer heranwachsenden Töchter auf die zukünftige Rolle als Hausherrin, Ehefrau und Mutter.

Leiter/in: Renate Koch
Dauer: 1,5 Stunde

Offenbach, Alois Senefelder und der Steindruck

Die Erfindung des Steindrucks im Jahr 1796/97 durch Alois Senefelder war nach der Entwicklung von Schriftzeichen und dem Buchdruck mit beweglichen Lettern durch Gutenberg der weitere Meilenstein zur Verbreitung menschlichen Wissens. Johann Wolfgang von Goethe brachte im „Faust“ die Volksstimme auf den Punkt: „Denn, was man schwarz auf weiß besitzt / kann man getrost nach Hause tragen“. Die Erfindung wurde erstmals ab 1800 in der Offenbacher „Notenfabrique“ von Johann Anton André kommerziell mit großem Erfolg genutzt. Durch die Notendruckerei André und deren Geschäftsniederlassungen in Paris und London nahm die Erfindung der Lithographie Alois Senefelders von Offenbach aus ihren Weg in die Welt. Der Steindruck bildete die verfahrenstechnische Grundlage des modernen Offsetdrucks und revolutionierte in wirtschaftlicher und in künstlerischer Hinsicht die Herstellung von Druckerzeugnissen. An der historischen Senefelder-Presse im Haus der Stadtgeschichte können die Arbeitsbedingungen der damaligen Zeit, die technischen Abläufe eines Druckvorgangs und die Arbeitsergebnisse sehr anschaulich nachvollzogen werden.

Leiter/in: Vanessa Bähr.
Dauer: 1 Stunde

Offenbach um die Jahrhundertwende

Wenn nicht aus eigenem Erleben, so doch durch Erzählungen der Eltern oder Großeltern sind Teile des alten Offenbachs vielen noch in Erinnerung. Auch früher gab es in Offenbach Nischen und unterschiedliche Milieus, die nebeneinander existierten: das eher ländlich/handwerkliche, noch durch Fachwerkhäuser geprägte und in verwinkelten Gassen malerisch anmutende Offenbach, sowie das elegante, bürgerlich/großbürgerliche Offenbach mit der zentralen Einkaufs- und Flaniermeile der Frankfurter Straße und den Villen des Offenbacher Westends. Der Bebauungsplan von 1750 sowie die späteren Stadtmodelle zeigen die Veränderung des Stadtbildes.

Leiter/in: Renate Koch
Dauer: 1 Stunde

Matto, der keltische „Fürst“ aus Rumpenheim

Matto, der spätere „Keltenfürst“, wurde im Frühling 578 v. Chr. als zweites Kind seiner Eltern geboren. Sein Vater Matulus war Häuptling des Dorfes, das in der Gegend von Rumpenheim lag. Als kleines Kind hing er ständig am Rockzipfel seiner älteren Schwester Dagda, die ihm viele Geschichten erzählte. Einen Kindergarten gab es damals noch nicht. Die Kinder des Dorfes spielten zusammen auf der Dorfstraße und im angrenzenden Wald. Auch eine Schule kannte man noch nicht. Waren die Kinder etwa sechs Jahre alt, wurden sie vom Dorfpriester unterrichtet. Ansonsten mussten die Kinder auch bei der Arbeit im Haus und auf dem Hof helfen. Mattos Aufgabe war es, regelmäßig morgens zuerst auf die Suche nach frisch gelegten Hühnereiern zu gehen. Seine Großmutter hatte ihm erzählt, dass es Hühner noch gar nicht so lange im Dorf gegeben habe. Sie konnte sich noch gut an den Tag erinnern, als Händler mit den bisher unbekannten Vögeln ankamen und ihr Vater die Tiere gegen Werkzeug eintauschte. Wie die Geschichte von Matto und seinen Freunden weitergeht und wie der sensationelle Fund des keltischen Wagengrabes originalgetreu rekonstruiert im Museum präsentiert wird, wird ausführlich und bildhaft geschildert.

Leiter/in: Simone Ganss, Monika Krämer
Dauer: 1 Stunde

Goethe fühlte sich wohl in Offenbach

Johann Wolfgang von Goethe hielt sich als junger Mann gerne in Offenbach auf. In seiner Geburtsstadt, der freien Reichsstadt Frankfurt besaßen die Goethes trotz ihres Vermögens nicht den Stand der alteingesessenen Patrizierfamilien, denen eine höhere gesellschaftliche Anerkennung zufiel. Offenbach hingegen erschien aufgeschlossen, offenherzig, liberal und das Leben in den Offenbacher Großbürgerfamilien etwa bei den Andrés, den d’Orvilles oder den Bernards war künstlerisch und intellektuell anregend. Hier verbrachte auch die Frankfurter Bankierstochter Lili Schönemann ihre Sommertage, mit der sich Goethe im Jahr 1775 verlobt hatte. Zu dieser Zeit war er bereits eine feste Größe im Literaturbetrieb – in die heutige Sprache übersetzt: eine Pop-Ikone. Sein Roman „Die Leiden des jungen Werther“ war seit 1774 als literarische Sensation das Thema in den europäischen Salons.

Leiter/in: Simone Ganss, Daniela Kohls
Dauer: 1 Stunde

Offenbacher Industriegeschichte

In der Führung wird sowohl das Domizil des Museums, der 1896 fertiggestellte Bernardbau in der Herrnstraße, als auch die Entwicklung der Firma Gebrüder Bernard erläutert. Das 1733 gegründete Tabakunternehmen vollzog im 19. Jahrhundert den Schritt zur Industrialisierung. Ein anderes Unternehmen, die Firma Dick & Kirschten, wurde durch ihre arbeitsteilige Produktionsweise, die Zusammenarbeit verschiedener Handwerke zum Bau von Kutschenwagen, bereits gegen Ende des 18. Jahrhunderts zum Vorreiter einer neuen Zeit – lange vor dem Fauchen der ersten Offenbacher Dampfmaschine im Jahr 1832. In Frankfurt verhinderte enger Zunftzwang jede Zusammenarbeit in einer Fabrik. Wechselwirkungen in der industriellen Entwicklung beider Städte werden erläutert und gedeutet. Anhand der Ausstellungsstücke werden weitere Alt-Offenbacher Firmen vorgestellt: beispielsweise die Firma Seebaß (später Fredenhagen), deren Eisenkunstguß im 19. Jahrhundert gefragt war, oder die 1857 gegründete Lederfabrik J. Mayer & Sohn, die u. a. durch eine Gedenkschatulle für Robert von Hirsch, den Neffen Ludo Mayers, in der Sammlung des Hauses der Stadtgeschichte vertreten ist. Die einzelnen Sparten der Offenbacher Industrie kommen zur Sprache, ebenso Offenbachs Wandel zur heutigen Dienstleistungsmetropole.

Leiter/in: Ute Guckel
Dauer: 1 Stunde

Der Musikverlag André und der Mozart-Nachlass

Im Jahr 1799 kaufte der Offenbacher Musikverleger Johann Anton André von Mozarts Witwe Constanze den in deren Händen verbliebenen künstlerischen Nachlass des Komponisten. Durch diesen Kauf befanden sich nun über 273 autographe Werke Mozarts im Besitz des Offenbacher Musikverlegers, den dieser bis zu seinem Tode im Jahr 1842 annähernd vollständig behielt. Bis zum Jahr 1854 verblieb der Nachlass in der Stadt. Nur einige Wochen bevor es zu Andrés Vertrag mit Constanze Mozart gekommen war, hatte der Offenbacher Musikverleger den damals noch völlig unbekannten Alois Senefelder nach Offenbach verpflichtet, um in der Andréschen „Notenfabrique“ die Lithographie für den Notendruck einzuführen. Den Mozart-Ausgaben Andrés kommt aus späterer Sicht eine große Bedeutung innerhalb der Forschung zu. Häufig sind diese als Originalausgaben nach dem Autograph hergestellt, während sich andere Verleger mit Nachdrucken zufrieden gaben. Insgesamt 79 Mozart-Werke sind in Offenbach im Erstdruck erschienen und damit hier zum ersten Mal veröffentlicht worden, darunter auch die berühmte "Kleine Nachtmusik". André leistete einen wertvollen Beitrag für die in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts einsetzende Mozart-Forschung. So zitierte Ludwig Ritter von Köchel in seinem Mozart-Werkverzeichnis, dem heute allseits bekannten "Köchel-Verzeichnis", Andrés chronologische Ordnung der Mozart-Werke, die dieser aufgrund seiner Studien an den Autographen selbst handschriftlich vorgenommen hatte.

Leiter/in: Birgit Grün
Dauer: 1 Stunde