Sprungmarken
Aktuelles Wetter:WetterC
Suche
Suche

Kindergruppe beim spielen
© Pixabay.com

Offenbachs „graue Vorzeit“

Mit der Führung durch die Abteilung Vor- und Frühgeschichte werden sich die Nebel, die Offenbachs „graue Vorzeit“ immer noch umgibt, lichten. Entgegen der Meinung, die damaligen Lebensverhältnisse würden für immer im Dunkeln bleiben, können heute präzise Auskünfte gegeben werden. Dies ist möglich, weil unsere Vorfahren Gegenstände, Opfergaben, Werkzeuge und Bauten hinterlassen haben, aus denen die heutigen Generationen beinahe wie in einem Buch lesen können. Selbst Steine kann man so zum „Sprechen“ bringen, wenn man dazu die erforderliche „Fremdsprache“ beherrscht. Diese „Übersetzungsarbeit“ wird beim Rundgang durch die neugestaltete Abteilung für Euch geleistet: Anhand ausgesuchter Fundstücke wie etwa dem Einbaum, der um 1900 aus der Baugrube des Offenbacher Hafens geborgen wurde, dem „Bieberer Amulett“ aus der Bronzezeit, dem über 2.500 Jahre alten keltischen Wagengrab, der römischen Merkurstatuette und dem fränkischen Mädchengrab wird ein detailreicher Einblick in die Zeit ungeschriebener Geschichte gewährt.

Leiter/in: Simone Ganss, Ute Guckel, Monika Krämer
Dauer: 1 Stunde
Zielgruppe: alle Jahrgangsstufen

Matto, der keltische „Fürst“ aus Rumpenheim

Matto, der spätere „Keltenfürst“, wurde im Frühling 578 v. Chr. als zweites Kind seiner Eltern geboren. Sein Vater Matulus war Häuptling des Dorfes, das in der Gegend von Rumpenheim lag. Als kleines Kind hing er ständig am Rockzipfel seiner älteren Schwester Dagda, die ihm viele Geschichten erzählte. Einen Kindergarten gab es damals noch nicht. Die Kinder des Dorfes spielten zusammen auf der Dorfstraße und im angrenzenden Wald. Auch eine Schule kannte man noch nicht. Waren die Kinder etwa sechs Jahre alt, wurden sie vom Dorfpriester unterrichtet. Ansonsten mussten die Kinder auch bei der Arbeit im Haus und auf dem Hof helfen. Mattos Aufgabe war es, regelmäßig morgens zuerst auf die Suche nach frisch gelegten Hühnereiern zu gehen. Seine Großmutter hatte ihm erzählt, dass es Hühner noch gar nicht so lange im Dorf gegeben habe. Sie konnte sich noch gut an den Tag erinnern, als Händler mit den bisher unbekannten Vögeln ankamen und ihr Vater die Tiere gegen Werkzeug eintauschte. Wie die Geschichte von Matto und seinen Freunden weitergeht und wie der sensationelle Fund des keltischen Wagengrabes originalgetreu rekonstruiert im Museum präsentiert wird, wird ausführlich und bildhaft geschildert.

Leiter/in: Simone Ganss, Monika Krämer
Dauer: 1 Stunde
Zielgruppe: alle Jahrgangsstufen

Mit Kasperle Geschichte(n) entdecken

„… tri tra trullala …“ schallt es durch das Haus der Stadtgeschichte. Obwohl der Rundgang auch die römischen Ausstellungsgegenstände berührt, handelt es sich bei dieser Sprache nicht um eine Verballhornung des altehrwürdigen Latein, nein, Kasperle zeigt den Kindern auf sehr spielerische Weise die Schätze des Hauses der Stadtgeschichte. So erzählt Kasperle von wahren Begebenheiten und Geschichtchen aus lange zurückliegenden Zeiten der Offenbacher Vergangenheit. Staunend werden die Kinder vor dem wunderschönen Puppenhaus im Museum stehen und den spannenden Geschichten und Abenteuern aus dem Munde des Kasperles lauschen. Eigene Aktivitäten entfalten dann die Kinder, indem sie mit Handpuppen selbst in das Geschehen und die Erzählungen einbezogen werden.

Leiter/in: Monika Krämer
Dauer: 1 Stunde
Zielgruppe: 1. - 3. Klasse

„… uns Offebacher gab’s schon immer…“

Wenn der erste „Offebacher“ auch nicht direkt dem Wasser entstammte, so lebte unser Urahn in grauer Vorzeit doch vom Wasser, mit dem Wasser und am Wasser. Ausgehend von dieser Tatsache wird anhand der im Museum befindlichen Exponate ein historischer Bogen von der ersten Besiedlung in der Steinzeit bis in die heutige Epoche gespannt. Besondere Stationen des Rundgangs bilden: Das einzigartige „Bieberer Amulett“ aus der Bronzezeit, das 2.500 Jahre alte keltische Wagengrab aus Rumpenheim, das fränkische Mädchengrab aus Bieber, das d’Orvillesche Puppenhaus von 1757, Fayenceherstellung und Steindruck, sowie eindrucksvolle Stadtmodelle der Jahre um 1800 und 1850. Die Dorf- zur Stadtentwicklung wird anschaulich beschrieben und wirft einen Blick auf die Geschichte Offenbachs, der letztlich einen Spiegel deutscher und europäischer Geschichte darstellt.

Leiter/in: Simone Ganss, Monika Krämer
Dauer: 1 Stunde
Zielgruppe: 3. - 7. Klasse

Das Bieberer „Schneewittchen“

Im Märchen suchte die böse Stiefmutter Schneewittchen und die sieben Zwerge hinter den sieben Bergen. In der Realität ist die Suche sehr viel einfacher, denn „Schneewittchen“, so haben die jüngsten Museumsbesucher das etwa elfjährige Mädchen benannt, das in unserer Gegend zur Zeit der Franken, einem germanischen Volksstamm, gelebt hatte. Bei Bauarbeiten in Bieber wurde ein Gräberfeld freigelegt, so auch das Grab dieses Mädchens, das nun im Haus der Stadtgeschichte zu sehen ist. Welches Geheimnis, welche Geschichte umgibt dieses Mädchen? Wie lebte sie und die anderen Kinder des Dorfes? Wie kleidete sie sich, wie ernährte sie sich? Woran starb sie und warum? Wieso weiß man das heute alles? Viele spannende Fragen und Geschichten rund um das Bieberer „Schneewittchen“ führen in eine unbekannte Zeit zwischen der Antike (Römer) und dem Mittelalter (Ritter). Die Kinder erhalten ein Malblatt, auf dem sie die Tracht und die gefundenen Grabbeigaben einzeichnen können.

Leiter/in: Simone Ganss
Dauer: 1 Stunde
Zielgruppe: alle Jahrgangsstufen

Was ist wahr an den Asterix-Geschichten?

Alle reden von Asterix und Obelix und dem Dorf Kleinbrimborium … wirklich alle? … oder nur in Brimborium? Kelten gab es auch hier bei uns, Römer waren auch in unserer Gegend. Da Offenbacher schon immer sehr sangesfreudig sind, wird sicherlich auch ein Troubadix in der Ahnenreihe zu finden sein. Die Führung wendet sich an alle Asterix-Fans, die schon immer wissen wollten: was ist wahr an den Asterix- und Obelix-Geschichten? Endlich werden die brennenden Fragen geklärt: Haben unsere keltischen Vorfahren auch schon gegen die Römer gekämpft? Haben die Druiden tatsächlich Misteln mit goldenen Sicheln geschnitten? Aßen die Kelten tatsächlich am liebsten Wildschwein? Wozu dienten eigentlich Hinkelsteine? Mit Hilfe der Funde aus unserer Gegend, die im Haus der Stadtgeschichte präsentiert werden, und insbesondere mit dem original- und detailgetreuen Nachbau eines 2.500 Jahre alten Wagengrabes wird die keltische Vergangenheit wieder lebendig.

Leiter/in: Simone Ganss
Dauer: 1 Stunde
Zielgruppe: 3. - 7. Klasse

Museumsrallye für kleine Detektive

Aufregend und spannend ist unsere Museumsrallye für Kinder mit Köpfchen und Spürsinn. Der kurze Orientierungsrundgang durch das Haus der Stadtgeschichte führt vom 2.500 Jahre alten Wagengrab des „Keltenfürsten“ aus Rumpenheim über römische Ausgrabungen zum sogenannten Bieberer „Schneewittchen“. Weitere Besonderheiten, die es zu erkunden gilt, sind die Fayencen und ein über zwei Meter hohes großbürgerliches Puppenhaus aus dem Jahr 1757. Den Abschluss bildet eine Betrachtung des Offenbachs um die Jahrhundertwende, denn mit geschärften Argus-Augen können auch in der heutigen Stadt noch Anklänge und Reste von damals entdeckt werden. Aufgeteilt in Gruppen und ausgestattet mit einem Fragebogen, gilt es nun für die pfiffigen Schatzsucher und kombinationssicheren Detektive, Aufgaben zur Offenbacher Stadtgeschichte zu lösen. Dabei werden alle Sachgebiete des Museums einbezogen. Die Rallye wird der jeweiligen Altersstufe der Gruppe angepasst. Leiter/in: Monika Krämer Dauer: 1,5 Stunden Zielgruppe: 3. - 7. Klasse

Mit dem Römerkoffer durch die Römerzeit in Offenbach, Bieber und Bürgel

Zu dieser Führung wurde ein „Museumskoffer" mit vielerlei Repliken aus der Römerzeit erstellt: ein römisches Wachstäfelchen zum Schreiben, dazu ein Griffel aus Eisen, ein Papyrus, und vieles mehr. Der Rhein bildete seit der Eroberung Galliens durch Julius Caesar die Grenze zum freien Germanien. Nach dem Krieg Kaiser Domitians gegen den germanischen Stamm der Chatten (83/84 n. Chr.) konnte der Limes in den Regionen nördlich des Mains als befestigte Grenze angelegt werden, wobei im Jahr 85 n. Chr. die Gründung der Provinz Germania Superior mit der Hauptstadt Mogontiacum (Mainz) erfolgte. Planmäßig wurde daraufhin das Land besiedelt. Auf den "Steinäckern" in der Bieberer Gemarkung wurde neben einer römischen Villa ein kleines Brandgräberfeld entdeckt, doch die bedeutendste römische Siedlung auf Offenbacher Gebiet wurde in Bürgel nachgewiesen. Eine Römerbrücke befand sich auf dem heutigen Gelände des Wassersportvereins Bürgel in Höhe des Bootshauses. Nördlich der Bildstockstraße wurde eine Pfostenreihe, vermutlich Reste einer Schiffsanlegestelle für den Abtransport von Kalk, gefunden. Gräber eines ausgedehnten römischen Bestattungsplatzes wurden am Mittelweg (Sandgruben Ohlig und Nagel) aufgedeckt. Mit dem Alamannensturm 260 n. Chr. und dem Fall des Limes wurden die Römer vertrieben.

Leiter/in: Monika Krämer
Dauer:1 Stunde
Zielgruppe: 1. - 4. Klasse

Offenbachs „klassische“ Zeit

Von den Andrés wehen Orchestermelodien durch den Park, es wird mit Weingläsern angestoßen, und bei den d’Orvilles und Bernards ist wieder einmal große Gesellschaft. Auch der junge Goethe ist mit Herzklopfen aus Frankfurt herübergeeilt und hofft, auf Lili Schönemann zu treffen… In Offenbach ging es vor über 200 Jahren besinnlich und heiter zu. Große Namen mit noch heute geltendem Klang waren einst mit unserer Stadt eng verbunden: die Musikverlegerfamilie André erwarb von Mozarts Witwe Constanze den musikalischen Nachlass des Komponisten, Goethes Mutter Aja traf sich in der Domstraße mit der Schriftstellerin Sophie von La Roche zum gemütlichen Plausch und der Vater von Jacques Offenbach, Juda Eberscht, war Kantor der jüdischen Gemeinde in Bürgel. Nach seiner Übersiedlung in die Stadt Köln nahm er in alter Verbundenheit den Namen seiner Vaterstadt Offenbach an. Die erzählten Geschichten zu den Ausstellungsgegenständen lassen die „gute, alte Zeit“ vor dem geistigen Auge wieder erstehen.

Leiter/in: Simone Ganss, Ute Guckel, Daniela Kohls
Dauer: 1 Stunde
Zielgruppe: 5. - 13. Klasse

Offenbach, Alois Senefelder und der Steindruck

Die Erfindung des Steindrucks im Jahr 1796/97 durch Alois Senefelder war nach der Entwicklung von Schriftzeichen und dem Buchdruck mit beweglichen Lettern durch Gutenberg der weitere Meilenstein zur Verbreitung menschlichen Wissens. Johann Wolfgang von Goethe brachte im „Faust“ die Volksstimme auf den Punkt: „Denn, was man schwarz auf weiß besitzt / kann man getrost nach Hause tragen“. Die Erfindung wurde erstmals ab 1800 in der Offenbacher „Notenfabrique“ von Johann Anton André kommerziell mit großem Erfolg genutzt. Durch die Notendruckerei André und deren Geschäftsniederlassungen in Paris und London nahm die Erfindung der Lithographie Alois Senefelders von Offenbach aus ihren Weg in die Welt. Der Steindruck bildete die verfahrenstechnische Grundlage des modernen Offsetdrucks und revolutionierte in wirtschaftlicher und in künstlerischer Hinsicht die Herstellung von Druckerzeugnissen. An der historischen Senefelder-Presse im Haus der Stadtgeschichte können die Arbeitsbedingungen der damaligen Zeit, die technischen Abläufe eines Druckvorgangs und die Arbeitsergebnisse sehr anschaulich nachvollzogen werden.

Leiter/in: Vanessa Bähr
Dauer: 1 Stunde
Zielgruppe: 5. - 13. Klasse

Offenbach um die Jahrhundertwende

Wenn nicht aus eigenem Erleben, so doch durch Erzählungen der Eltern oder Großeltern sind Teile des alten Offenbachs vielen noch in Erinnerung. Auch früher gab es in Offenbach Nischen und unterschiedliche Milieus, die nebeneinander existierten: das eher ländlich/handwerkliche, noch durch Fachwerkhäuser geprägte und in verwinkelten Gassen malerisch anmutende Offenbach, sowie das elegante, bürgerlich/großbürgerliche Offenbach mit der zentralen Einkaufs- und Flaniermeile der Frankfurter Straße und den Villen des Offenbacher Westends. Der Bebauungsplan von 1750 sowie die späteren Stadtmodelle zeigen die Veränderung des Stadtbildes.

Leiter/in: Renate Koch
Dauer: 1 Stunde
Zielgruppe: 3. - 8. Klasse

Goethe fühlte sich wohl in Offenbach

Johann Wolfgang von Goethe hielt sich als junger Mann gerne in Offenbach auf. In seiner Geburtsstadt, der freien Reichsstadt Frankfurt besaßen die Goethes trotz ihres Vermögens nicht den Stand der alteingesessenen Patrizierfamilien, denen eine höhere gesellschaftliche Anerkennung zufiel. Offenbach hingegen erschien aufgeschlossen, offenherzig, liberal und das Leben in den Offenbacher Großbürgerfamilien etwa bei den Andrés, den d’Orvilles oder den Bernards war künstlerisch und intellektuell anregend. Hier verbrachte auch die Frankfurter Bankierstochter Lili Schönemann ihre Sommertage, mit der sich Goethe im Jahr 1775 verlobt hatte. Zu dieser Zeit war er bereits eine feste Größe im Literaturbetrieb – in die heutige Sprache übersetzt: eine Pop-Ikone. Sein Roman „Die Leiden des jungen Werther“ war seit 1774 als literarische Sensation das Thema in den europäischen Salons.

Leiter/in: Simone Ganss, Daniela Kohls
Dauer: 1 Stunde
Zielgruppe: 5. - 13. Klasse

Offenbacher Industriegeschichte

In der Führung wird sowohl das Domizil des Museums, der 1896 fertiggestellte Bernardbau in der Herrnstraße, als auch die Entwicklung der Firma Gebrüder Bernard erläutert. Das 1733 gegründete Tabakunternehmen vollzog im 19. Jahrhundert den Schritt zur Industrialisierung. Ein anderes Unternehmen, die Firma Dick & Kirschten, wurde durch ihre arbeitsteilige Produktionsweise, die Zusammenarbeit verschiedener Handwerke zum Bau von Kutschenwagen, bereits gegen Ende des 18. Jahrhunderts zum Vorreiter einer neuen Zeit – lange vor dem Fauchen der ersten Offenbacher Dampfmaschine im Jahr 1832. In Frankfurt verhinderte enger Zunftzwang jede Zusammenarbeit in einer Fabrik. Wechselwirkungen in der industriellen Entwicklung beider Städte werden erläutert und gedeutet. Anhand der Ausstellungsstücke werden weitere Alt-Offenbacher Firmen vorgestellt: beispielsweise die Firma Seebaß (später Fredenhagen), deren Eisenkunstguß im 19. Jahrhundert gefragt war, oder die 1857 gegründete Lederfabrik J. Mayer & Sohn, die u. a. durch eine Gedenkschatulle für Robert von Hirsch, den Neffen Ludo Mayers, in der Sammlung des Hauses der Stadtgeschichte vertreten ist. Die einzelnen Sparten der Offenbacher Industrie kommen zur Sprache, ebenso Offenbachs Wandel zur heutigen Dienstleistungsmetropole.

Leiter/in: Ute Guckel
Dauer: 1 Stunde
Zielgruppe: 5. - 13. Klasse