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Susanna Cianfarini, „Ich habe einen Traum“, 2015
Susanna Cianfarini, „Ich habe einen Traum“, 2015 © Iris Kaczmarczik
Unter dem Titel »Das Innen und das Außen« stellen in der Industriehalle drei
starke Künstlerinnen drei starke Positionen vor. In Susanna Cianfarinis Papierkleidern zeigt sich ein Außen, das auf ein anderes Innen schließen lässt. Olcay Acet arbeitet mit biographischen Videoerzählungen, die ihr Innen
nach außen dringen lassen und Marisa Grundmann präsentiert Collagen, die auf subtile Art von innen nach außen und dann wieder nach innen wirken.

Das Haus der Stadtgeschichte zeigt noch bis Sonntag, 6. November, die Ausstellung „Das Innen und das Außen“ der Künstlerinnen Olcay Acet, Susanna Cianfarini und Marisa Grundmann. Die Eröffnung findet am Sonntag, 16. Oktober, um 15 Uhr in der Herrnstraße 61 statt. Die Ausstellung bildet den Rahmen für die Frauenerfolgswoche, die vom 2. bis 6. November 2016 durch den Künstlerinnenverband Gedok Frankfurt Rhein-Main e.V. organisiert wird, in der die drei Ausstellenden aktiv sind.

Olcay Acet ist Medien- und Video-Installationskünstlerin, Kunstschaffende, Produzentin, Autorin, Pädagogin und Gestalttherapeutin. Sie setzt sich in der Ausstellung „Das Innen und das Außen“ mit Fragen ihrer eigenen Migration auseinander, indem ihre Videoinstallation Gespräche mit türkischen Menschen der ersten Generation von Zugewanderten zeigt. Es geht um die in der Türkei zurückgelassenen Kinder der Arbeitsmigrantinnen und Arbeitsmigranten, die in der Bundesrepublik Deutschland damals „Gastarbeiterinnen“ und „Gastarbeiter“ genannt wurden. Sie selbst zählte zu den in der Türkei zurückgelassenen, später erst nachgeholten Kindern und bekennt: „Mein Ziel ist es, für die Trennungs- und Migrationserfahrungen der Betroffenen einen Raum zu bieten, um damit die ganz persönlichen Migrationsprozesse zu veranschaulichen.“

Susanna Cianfarini ist Malerin, Zeichnerin, Installationskünstlerin. Sie zeigt in dieser Ausstellung Papierarbeiten, Papierkleider in normaler Konfektionsgröße. Die Kleider stellen – wie ein klassisches Porträt – berühmte Künstlerinnen dar. Anhand von Biographie und Werk sind Merkmale der jeweiligen Künstlerinnen eingearbeitet, die auf deren Charakter schließen lassen, denn jede Biographie ist einzigartig. Je mehr Susanna Cianfarini recherchierte, desto weniger klar erschienenen ihr aber manchmal die jeweiligen Künstlerinnen. Sie bekennt: „Jede Künstlerin oder jeder Künstler kann Elemente ihrer oder seiner Biographie in ihre oder seine Kunst einarbeiten oder ausarbeiten, muss es aber nicht.“ Die Beschauenden der Kunstwerke haben dabei eine sehr aktive Rolle: Sie betrachten durch die Kunst sich selbst.

Marisa Grundmann schafft Zeichnungen, Drucke, Collagen, Mixed Media, handgeschöpfte Papiere und Papierobjekte. Sie präsentiert Collagen, die sich mit dem weiblichen Körper auseinandersetzen, ihn verfremden und damit auf subtile Weise zum Nachdenken anregen. Das Thema „Das Innen und das Außen“, das die drei Künstlerinnen umsetzen, wird bei ihr zu einem schmerzhaften Blick auf alltäglich erscheinende Bilder der Frau in unserer Gesellschaft, die jedoch hinterfragt und neu gedeutet werden. Auch bei ihr geht es darum, Menschen zu sensibilisieren und ein neues, aufgeklärtes Bewusstsein bei den Besuchenden der Ausstellung zu schaffen, das überkommene Denkformeln und Zustände hinter sich lässt.

Das Museum ist dienstags, donnerstags und freitags von 10 bis 17 Uhr, mittwochs von 14 bis 19 Uhr und am Wochenende von 11 bis 16 Uhr geöffnet. Der Eintritt kostet für Familien 5 Euro, für Erwachsene 2,50 und für Kinder 1 Euro. Freitags ist der Eintritt frei.