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1892 übernahmen Karl und Wilhelm Klingspor die alt eingesessene Rudhardsche Schriftgießerei und änderten den Namen 1906 in Gebrüder Klingspor. 1897 bezog die Firma an der Ludwigstraße Neubauten im Blockinneren.
Der Gebäudebestand umfasst heute Fabrikbauten aus der Zeit um 1900 und den Wiederaufbaujahren nach dem 2. Weltkrieg, durch moderne Umbauten vereinheitlicht. Durch Karl Klingspor, 1907 einer der Mitbegründer des Deutschen Werkbundes, wurde die Schriftgießerei Gebr. Klingspor zu einem der führenden Anbieter moderner Schriften und Förderer künstlerischer Buch- und Drucksachengestaltung in Deutschland.
Jugendstilkünstler wie Otto Eckmann und Peter Behrens, Walter Tiemann und vor allem der Schriftgestalter Rudolf Koch arbeiteten mit Klingspor zusammen. Qualitätsbewusstsein und “Wertarbeit” im Sinne des Deutschen Werkbundes prägten jahrzehntelang das Image der Firma.
In den Nachkriegsjahren als graphischer Betrieb tätig, wurde Klingspor 1956 ganz von der Frankfurter Firma Stempel übernommen und nachfolgend stillgelegt. Danach nutzten Stempel-Hermetik sowie Danfoss die Bauten zeitweise zur Fertigung von Kühlaggregaten.
Der erhaltene Nachlass der Firma und die Buchsammlung Karl Klingspors bildeten 1953 den Grundstock des Klingspor Museums in der Herrnstraße.