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Ein Stück Rhein-Main mit eigenem Charakter

Offenbach, den 14.05.2008, letzte Bearbeitung: 09.10.2008

Als eines von mehreren Zentren im Ballungsraum Rhein-Main versteht sich Offenbach heute. Mit diesem Selbstverständnis greift die Stadt einen gesamteuropäischen Trend auf: In einem »Europa der Regionen« gewinnen Regionen gegenüber einzelnen Städten an Bedeutung. In diesem Sinne begreift sich Offenbach als ein starker Akteur und wichtiger Motor, der seinen Beitrag dazu leistet, die Region Rhein-Main wieder an die Spitze der europäischen Wirtschaftszentren zu führen.

Schon jetzt ist Offenbach in vielfältige regionale Netzwerke eingebunden. Und die Bereitschaft zu neuen Formen regionaler Zusammenarbeit wächst. Beispiele hierfür sind die Wirtschaftsinitiative Rhein-Main, der Planungsverband Ballungsraum Frankfurt RheinMain, Regionalpark und Regionalparkroute sowie die Kulturinitiative Frankfurt RheinMain mit den Schwerpunktprojekten »Route der Industriekultur« und GartenRheinMain. Angestrebt ist eine Vernetzung gleichberechtigter Partner.

Offenbach wird sich allerdings auch zukünftig nicht bloß als Teil eines Ganzen begreifen, sondern gleichzeitig auch seine eigene Identität weiterentwickeln und mit eigenen Angeboten zum Profil der Region beitragen. Der Wandel vom Industrie- zum Dienstleistungsstandort wird sich fortsetzen. Entwicklungspotenziale dafür sind vorhanden. Die Stadt betrachtet sich mit ihrer Verwaltung als Partner der Bürgerschaft und der Wirtschaft. Schneller und zuverlässiger Service soll Unternehmens- ansiedlungen fördern, um auf diese Weise die Arbeitsplatzdichte im Stadtgebiet zu erhöhen.

Auch setzt sich die Stadt in besonderer Weise für den Erhalt ihrer zentralörtlichen Funktion ein, indem sie beispielsweise zusammen mit Kliniken in Wiesbaden, Frankfurt und Hanau kooperiert, damit in Offenbach auch weiterhin ein kommunales Krankenhaus mit medizinischer Vollversorgung für die Stadt und die Region bestehen kann. Der Deutsche Wetterdienst und die Hochschule für Gestaltung sind weitere Einrichtungen, die Offenbachs Bedeutung in der Region und darüber hinaus unterstreichen.

Entsprechend regionaler Einwohnerprognosen ist für Offenbach nicht von einem Bevölkerungsrückgang, sondern von einer maßvollen Zunahme der Wohnbevölkerung auszugehen. Im Hinblick auf soziale Integration steht die Stadt vor Herausforderungen. Es gilt, auch jene Teile der Bevölkerung an die Stadt zu binden, die nicht traditionell in Offenbach verankert, sondern zugezogen sind. Die Stadt mit ihren unterschiedlichen Institutionen und gesellschaftlichen Gruppen muss ihren Beitrag zur Integration von Menschen mit Migrationshintergrund leisten.

Entscheidend für die Erhaltung der Lebensqualität in Offenbach ist, ob eine weitere Einflugschneise des Flughafens Frankfurt-Rhein-Main über das  Stadtgebiet geführt wird. Schon heute leidet ein großer Teil der Bevölkerung unter der Lärmbelästigung. Die Anstrengungen der Stadt Offenbach zur Reduzierung der Flugbewegungen und Minderung des Fluglärmes sind daher wesentliche Elemente künftiger Daseinfürsorge und -vorsorge. Bei der weiteren Ausbildung eines eigenen Profils wird sich Offenbach deutlicher »mainwärts« orientieren. Gute Ansätze bestehen dafür unter anderem mit dem Projekt Hafen: Auf dem ehemaligen Hafengelände soll ein neues Stadtviertel mit Wohn- und Gewerberäumen entwickelt werden.

Viel versprechende Perspektiven eröffnen das Projekt »Maingärten« im Innenstadtbereich und das
Projekt Bürgel-Rumpenheimer Mainbogen für die Veränderungen im Bereich der Mainauen. Der Regionalpark, die Regionalparkroute und damit auch der Grünring vom Main zum Main sollen ausgebaut werden. Dies alles sind wichtige Beiträge, um die Lebensbedingungen in einer lebendigen und urbanen Stadt zu verbessern.