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Offenbach behauptet seinen Rang in der Region

Offenbach, den 14.05.2008

Sich als Oberzentrum zu behaupten war für Offenbach in den vergangenen Jahrzehnten nicht immer leicht, denn rund um die junge Großstadt zogen die kleineren Städte in ihrer Entwicklung nach. Noch in den 1950er Jahren orientierten sich die Bewohner des Umlandes – insbesondere die aus dem Landkreis – stark in Richtung Offenbach. Denn gerade in der Nachkriegszeit waren zentrale Einrichtungen nur hier vorhanden oder zumindest im Aufbau.

So hatte das Landratsamt seinen Sitz in Offenbach, die Städtischen Kliniken boten eine medizinische Vollversorgung und viele Jugendliche aus dem Umland besuchten in Offenbach das Gymnasium, die Berufsschule oder die Berufsfachschule.

Auch das Arbeitsplatzangebot war in Offenbach größer als in den Kommunen des Kreises. Die Zahl der Arbeitsplätze stieg, der Ausbau der Infrastruktur ging voran. Offenbach nahm seine Rolle als Oberzentrum aktiv wahr. Und die Bevölkerung wurde mobiler. Wohnort und Arbeitsort waren nicht mehr zwangsläufig identisch.

Offenbach wurde als Wohnort für Frankfurter und Menschen aus dem Umland gleichermaßen attraktiv. Die einen lockten die günstigeren Mieten, die anderen Arbeitsplätze und Großstadtleben. Und Offenbachs Bevölkerung wuchs. Spätestens mit Beginn der 1970er Jahre holten die Kommunen im Umland allmählich auf. Ob in Dietzenbach, im Rodgau oder in Dreieich: Neue Baugebiete entstanden und die Städte und Gemeinden
wiesen Flächen für gewerbliche Ansiedlungen aus. In den Folgejahren entwickelte sich die Siedlungsstruktur
im Rhein-Main-Gebiet polyzentrisch. Es bildete sich ein Netz unterschiedlich leistungsstarker Kommunen mit unterschiedlichen Entwicklungsmöglichkeiten.

Etwa gleichzeitig setzte in Offenbach in den 1970er und 1980er Jahren der wirtschaftliche Strukturwandel ein. Immer mehr Industriebetriebe schlossen. Arbeitsplätze gingen verloren, Einwohner wanderten ab. Diesem Prozess wirkt die Stadt inzwischen seit Jahren mit Erfolg entgegen: Firmenansiedlungen aus dem Dienstleistungssektor werden gezielt gefördert. Dennoch mussten auch in diesem Bereich Abwanderungen hingenommen werden. So verlegte die Deutsche Flugsicherung ihren Sitz nach Langen, die Kreisverwaltung zog nach Dietzenbach.

Wenngleich Offenbach als Oberzentrum heute keine solch wichtige Rolle mehr spielt wie in den 1950er und 1960er Jahren, so sind doch viele Zentralfunktionen geblieben, sei es im Bildungs- oder im Gesundheitswesen. Und auch viele kulturelle Einrichtungen, darunter Stadthalle und Capitol, sind nach wie vor Anziehungspunkte für die Menschen aus der Region.

Seit 2001 pendeln wieder mehr Menschen zum Arbeiten nach Offenbach als aus der Stadt hinaus. Die Aufwertung der Innenstadt, die Veränderungen im Stadtbild, hochwertige Geschäfte und citynahe Fachmärkte wie das Ringcenter und das geplante KOMM ziehen zusätzliche Kaufkraft nach Offenbach.

Wichtige Bausteine für eine Stabilisierung und eine Weiterentwicklung von Offenbach als Oberzentrum
des Rhein-Main-Gebietes werden das neue Klinikum als medizinisches Kompetenzzentrum für die Region, der weitere Ausbau der innerstädtischen Einkaufsbereiche einschließlich eines attraktiven Wochenmarktes sowie die Entwicklung des Kaiserleigebietes und des Hafens für neue Arbeitsplätze sein.