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Gute Ergebnisse im Beschäftigungspakt Chance 50 plus

Offenbach, den 26.07.2010

Der von der MainArbeit in der Stadt Offenbach gegründete Beschäftigungspakt Chance 50 plus führt die Integrationen langzeitarbeitsloser Menschen 50 plus in den ersten Arbeitsmarkt auch in 2010 erfolgreich weiter. So konnten im ersten Halbjahr 2010 insgesamt 214 langzeitarbeitslose Menschen über 50 Jahre wieder in den ersten Arbeitsmarkt (davon 53 in Minijobs) integriert werden. Allein im Juni waren es 59 vormals ältere Arbeitsuchende, die neu in Arbeit vermittelt werden konnten.

Gert Saborowski, Projektkoordinator des Paktes: „Eine der Grundlagen der erfolgreichen Arbeit des Beschäftigungspaktes ist die Aktivierung langzeitarbeitsloser Menschen 50 plus. Insbesondere Menschen über 50, die länger als ein Jahr oder noch länger auf Arbeitssuche sind, verlieren oft den Mut, trauen sich das, was sie tatsächlich können, vielfach nicht mehr zu. Entsprechend greifen unsere Programme an diesem Punkt an und führen über die Aktivierung Schritt für Schritt hin zur Arbeitsaufnahme. Dabei zeigt sich die Wirksamkeit unserer Arbeit in der Nachhaltigkeit der erreichten Integrationen, d.h. dass 2/3 der erfolgreich vermittelten langzeitarbeitslosen Älteren nach mindestens sechs Monaten Beschäftigung weiterhin in Arbeit stehen“, so Saborowski.

Zu den beiden Schwerpunkten „Aktivierung“ und „Integration in den Arbeitsmarkt“ gibt es beim Beschäftigungspakt Chance 50 plus insgesamt neun unterschiedliche Programme in den Bereichen Qualifikation, Stärkung des Selbstbildes, Bewerbung, Motivation sowie Fitness und Gesundheit, die bedarfsgerecht untereinander kombiniert werden können. Nicht zuletzt haben die Arbeitsuchenden die Möglichkeit, den Jobclub in der Domstrasse zu besuchen. Dort stehen den Interessierten die nötigen Arbeitsmarkthilfen ohne vorherige Anmeldung zur Verfügung; das Fachpersonal hilft bei Fragen zu Internetrecherche, Anzeigenauswertung, Bewerbung sowie Kontaktanbahnung und kostenlosen Telefonaten zu Arbeitgebern.

Ronald Becker, Teamleiter des Programms „Gruppenprofiling“: „Zum 2. August 2010 starten wir das Gruppenprofiling `Stärken erkennen - Chancen nutzen´ zum mittlerweile vierundsechzigsten Mal (mit bislang 966 Teilnehmern). In den vier Wochen dieses Programms arbeiten wir die Stärken der Menschen neu heraus. Hier geht es nicht darum, was früher einmal falsch oder schlecht war - hier geht es um die Stärken jedes Einzelnen, um das, was die Menschen können und wollen. Und genau das haben sie aufgrund der Lebensumstände oft regelrecht vergessen.“

Eva Müller-Straube, Teamleiterin von „Chance 50 plus“ bei der MainArbeit, steuert mit ihren elf persönlichen Ansprechpartnern die jährlich ca. 1000 Teilnehmer der Programme in Offenbach: „Wichtig ist, dass die Teilnehmer aus unseren Aktivierungsprogrammen nach Abschluss eines Programmabschnitts Anschluss an die nächste Aktivität haben. Ziel unserer Arbeit ist es dabei immer, die langzeitarbeitslosen Menschen 50 plus konstant in Bewegung zu halten - bis am Ende daraus ein Arbeitsplatz entsteht. Mit den Programmen des Beschäftigungspaktes haben wir dazu die entsprechenden Möglichkeiten.“

Gestartet wurde der Beschäftigungspakt 2006 in Offenbach. Aus einer großen Zahl von Teilnehmern eines Ideenwettbewerbs wurden die MainArbeit und ihre Partner (die IHK, die GOAB und andere) ausgewählt, um am Programm des Bundesarbeitsministeriums zur Verbesserung der Chancen Älterer am Arbeitsmarkt mitzuwirken. Aufgrund der erfolgreichen Durchführung kamen 2008 und 2009 der Kreis Groß-Gerau und der Wetteraukreis hinzu. Seit Beginn 2010 arbeitet der Pakt nun auch in und mit den Regionen Stadt Wiesbaden, Hochtaunuskreis und Kreis Gießen zusammen. Federführend für den Beschäftigungspakt mit nun sechs Teilregionen in Rhein-Main ist weiterhin die MainArbeit in Offenbach.

„Erfolg hat immer viele Väter“, sagt Dr. Schulze-Böing, Geschäftsführer der MainArbeit in Offenbach. „Und der besondere Erfolg des Beschäftigungspaktes liegt darin begründet, dass durch die Initiative des Bundesarbeitsministeriums die Akteure vor Ort, bei uns in Offenbach und in den weiteren Paktregionen in Deutschland den Freiraum für eigene regionale Entwicklungen bekamen und nutzen konnten. Im Ergebnis hat das dazu geführt, dass in 2008 bundesweit 19.000, in 2009 31.000 langzeitarbeitslose Menschen 50 plus neu in den Arbeitsmarkt integriert werden konnten. Für 2010 werden insgesamt 45.000 Neuintegrationen prognostiziert. Mit intensiver Förderung der Arbeitsuchenden werden wir in Offenbach dazu beitragen, dass dieses Ziel erreicht wird.“


Hintergrund
Der Beschäftigungspakt Chance 50 plus startete 2006 in Offenbach. 2008 beteiligte sich der Kreis Groß-Gerau, in 2009 der Wetteraukreis. In 2010 sind nun 3 weitere Regionen, die Stadt Wiesbaden, der Hochtaunuskreis sowie der Kreis Giessen dem Pakt beigetreten. „Chance 50 plus“ wird in seinen sechs Teilregionen als Bestandteil des Bundesprogramms „Perspektive 50 plus“ in 2010 mit insgesamt 9.862 Mio € aus Mitteln des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales gefördert.
www.chance50.de