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„Erziehung und Bildung in Offenbach“ (EBO) dokumentiert Bildungssituation der Stadt

Offenbach, den 16.12.2011, letzte Bearbeitung: 04.01.2012

118 Seiten umfasst der aktuelle Bericht „Erziehung und Bildung in Offenbach“ (EBO) 2011. 118 Seiten die zusammenfassen, welche Bildungseinrichtungen in Offenbach existieren, wie viele Jugendliche welche Schulabschlüsse machen und wie sich das vielfältige Angebot entwickelt hat. Der EBO erfasst dabei nicht nur Zahlen, Daten und Fakten, sondern will die Möglichkeiten abstimmen und koordinieren. Nun wurde die aktuelle, siebte Ausgabe vorgestellt.

Erziehung und Bildung in Offenbach - Berichtsjahr 2008

„Viele Aktivitäten sind nicht aufeinander abgestimmt“, sagte Stadtrat Paul-Gerhard Weiß bei der Präsentation des Berichts im Rathaus. Hier setzt der EBO, der mittlerweile zum Bildungsmonitoring ausgebaut wurde, an. Die gesamte Spanne des Lebenslaufes, von der frühkindlichen Bildung bis zur Weiterbildung im Erwachsenenalter deckt das Schriftstück alles ab, was die Bürger Offenbachs qualifiziert.
Der EBO dokumentiert damit nicht nur die Angebote, sondern auch die Herausforderungen, die die Stadt zu bewältigen hat. Offenbach nehme eine Sonderrolle ein, so Stadtrat Paul-Gerhard Weiß. „Dass wir untypisch sind, wird deutlich.“ Tatsächlich muss Offenbach durch seine demografische Struktur mehr Schüler beschulen als andere Kommunen. Der Zuzug von Seiteneinsteigern (schulpflichtige Kinder und Jugendliche ohne Deutschkenntnisse) steigt jährlich. Hauptsächlich erfolgt er aus Osteuropa. „Der Bedarf an Förderung ist in Offenbach sehr groß“, bestätigt auch Dr. Peter Bieniussa vom Staatlichen Schulamt.

Bürgermeisterin Birgit Simon betont, dass in der Stadt nicht nur äußerlich etwas für die Schulen, von denen viele gerade saniert werden, in der Stadt getan wird. „Wir füllen die Gebäude mit innovativen Ideen“, sagt die Dezernentin. Ihr liegt unter anderem der Ausbau der Krippenplätze für Kinder unter drei Jahren am Herzen. Ziel ist es, für 35 Prozent der unter Dreijährigen einen Betreuungsplatz zur Verfügung zu stellen. Bis heute wurde ein Deckungsgrad von 77 Prozent erreicht. Allein 2010 kamen 156 Plätze hinzu. Auch für die Kinder im Kindergartenalter gibt es seit 2010 eine neue Bedarfsdefinition. Der Rechtsanspruch versichert, dass jedes Kind, das in den Kindergarten gehen will einen Platz bekommt. Zusätzliche Bausteine der Frühkindlichen Bildung sind die Integration und Betreuung behinderter Kinder, die Sprachförderung, die in Offenbach einen bedeutenden Stellenwert einnimmt sowie die Qualifizierung von Tagespflegepersonen und Erzieherinnen.

Im Gegensatz zu den Vorjahren dokumentiert der EBO 2011 auch den Übergang von der Kita in die Grundschulen und von der Schule in den Beruf sowie die Hochschul- und hochschulnahe Bildung und die Weiterbildungslandschaft innerhalb der Stadt. Alleine 48 Weiterbildungseinrichtungen sind in Offenbach angesiedelt.
Die Herausforderungen, denen sich die Stadt stellt, sind vielfältig und nur durch eine enge Vernetzung der Institutionen zu bewältigen. „Wir setzen unsere Ressourcen gut ein, um den Kindern möglichst viel zu bieten“, sagte Bildungsdezernent Paul-Gerhard Weiß.

Statistiken belegen, dass Offenbach schwierige Voraussetzungen hat, aber gute Leistungen erbringt. So verlassen etwa 10,3 Prozent aller Jugendlichen in der Stadt die Schulen ohne Abschluss. In Hessen sind es nur etwa sechs Prozent. Dafür machen 30 Prozent aller Offenbacher Schüler ihr Abitur. Der Durchschnitt in Hessen beträgt 29 Prozent. Die Schüler ohne Hauptschulabschluss werden häufig außerhalb der Regelschule aufgefangen. Viele holen ihren Abschluss extern nach. Allein 2009 / 2010 nutzten 681 Jungen und Mädchen die Chance der Nachqualifizierung.

Kai Seibel (Dezernat für Bildung, Ordnung, Flughafen und Kommunale Dienstleistungen) und Simone Mazari (Programm „Lernen vor Ort“), die die wichtigsten Ergebnisse des EBO präsentierten, fassten auch zusammen, dass die Bedeutung einer engen Kooperation mit den Schulen gestiegen sei. Mit 12,1 Stellen wir die pädagogische Arbeit der Lehrkräfte durch die Jugendhilfe unterstützt. Die Stadt will sich jedoch nicht mit den vorhandenen Ressourcen zufrieden geben und fordert, dass die Lehrerverteilung zukünftig nach Sozialstrukturindex erfolgen soll, sodass die besonderen Herausforderungen innerhalb Offenbachs berücksichtigt werden.


Die Bildungs- und Erziehungsberichte der Jahre 2004 bis 20011 finden Sie auf der Seite "Bildung und Beruf" im unteren Bereich.