Mehr Spielflächen und ein „Klanggarten“ in der Mathildenschule
Offenbach, den 07.03.2011, letzte Bearbeitung: 22.03.2011Unterricht im Freien, Musik und ausgelassenes Spiel rund um das gesamte Schulgebäude ist nun möglich: mit Abschluss der letzten Feinarbeiten konnten die Schüler und Schülerinnen der Mathildenschule am vergangenen Donnerstag erstmals die neuen Spielgeräte und das Lithophon ausprobieren.
Bereits 2005/2006 wurde der vorhandene Schulhof der Grund-, Haupt- und Realschule saniert und im vergangenen Jahr um die Fläche zwischen dem Schulgebäude und dem Gelände des Gründerzentrums Ostpol erweitert. Durch diese Neuwerbung und den Umbau stehen den 800 Schülern der Mathildenschule jetzt rund 7.700 qm zum Spielen zur Verfügung. Innerhalb des 1.200 qm umfassenden, jetzt fertig gestellten zweiten Bauabschnitts wurde das Schulgelände zum Areal des Ostpol und der dort ansässigen Musikschule geöffnet. Außerdem wurde der der ehemalige Lehrerparkplatz im Osten des Gebäudes zum Spielplatz umgestaltet. „Damit“, so die zuständige Planerin Sigrid Pietzsch, „öffnet sich die Schule auch für das Quartier.“ Denn die nördliche Fläche kann auch durch die Musikschule genutzt werden, langfristig wird über eine flexible Nutzung der Gesamtaußenflächen nachgedacht." Ziel ist es, dass der Schulhof in Ermangelung ausreichender Frei- und Spielflächen im Quartier in den schulfreien Zeiten öffentlich zugänglich gemacht und als quartiersbezogener Freiraum in das Stadtteilgefüge eingebunden wird.
Der an die Musikschule angrenzende Bereich liegt ca. 1,50 m tiefer als der vorhandene Schulhofbereich und wurde Terrassenförmig angelegt, so dass in dem „grünen Klassenzimmer“ auch kleine Konzertveranstaltungen im „Klanggarten“ rund um das „Lithophon“ denkbar sind. Keine ganze Tonleiter, immerhin fünf Töne können bei dem Lithophon aus schwarzem Granit angeschlagen werden. „Das Material hat sich aufgrund seiner hervorragenden Klangqualität bewährt“, erläutert Landschaftsarchitektin Annette Eschke vom Planungsbüro Stockert + Eschke, die auch für die Bepflanzung verantwortlich war: Gemeinsam mit Schülerinnen und Schülern der Mathildenschule wurden Heckenkirschen und Blumen-Eschen gepflanzt.
„Mit dem „Klanggarten“ wird auch der Schwerpunkt Musik in der Mathildenschule nochmals unterstrichen“, freut sich Bildungsdezernent Paul-Gerhard Weiß bei der Eröffnung der neuen Außenflächen: „Auf relativ kleiner Fläche sind gute Ergebnisse erzielt worden und die Mathildenschule bietet nun viele Möglichkeiten für Spiel und Erholung“. Innerhalb des Schulsanierungskonzeptes der Stadt Offenbach steht die Schule auf einem der ersten Plätze und im kommenden Jahr sollen dann nicht nur die Fenster erneuert werden: eine besondere Herausforderung wird, so Weiß, die Erweiterung des Gebäudes darstellen, um dem Platzbedarf der Ganztagsschule gerecht zu werden.
Im Vergleich zu den Außenbezirken gibt es für die Kinder in der Innenstadt wenig Grün- und Spielflächen, daher stellt jeder zusätzliche Quadratmeter auch ein mehr an Lebensqualität dar. Mit der Idee, den Lehrerparkplatz im Osten des Schulgebäudes zur Schulhoffläche umzugestalten, entstand eine neue Spielfläche mit Kletter- und Balanciergeräten für jüngere Kinder und Platz für Sitzmöglichkeiten auf unterschiedlich hohen Podesten sowie einen barrierefreien Zugang zur Cafeteria. Oberbürgermeister Horst Schneider freut sich, dass der Schulhof der Mathildenschule den Kindern jetzt viele Möglichkeiten bietet: „Die Mathildenschule in der östlichen Innenstadt ist der Bildungsmittelpunkt des Quartiers und in den letzten Jahren wurde insgesamt viel unternommen, um die Lebensqualität im Mathildenviertel zu erhöhen.“
Möglich wurden die Umbaumaßnahmen mit Mitteln aus dem Städtebauförderungsprogramm „Soziale Stadt“ von Bund, Ländern und Kommunen im Rahmen der „Hessischen Gemeinschaftsinitiative Soziale Stadt HEGISS“ des Hessischen Ministeriums für Wirtschaft, Verkehr und Landesentwicklung. Die Gesamtkosten der Schulhoferweiterung von rund 380.000 EURO wurden mit zirka 300.000 Euro gefördert.
Außerdem konnte mit dem Eigentümer des Geländes der nahe gelegenen Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage eine Absprache getroffen werden, so dass die Lehrer dort Stellplätze für ihre Fahrzeuge nutzen können.
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