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Lernen nach Maß im Haus für Bildung und Beratung

Offenbach, den 23.07.2009, letzte Bearbeitung: 08.09.2009

Am Sitz der Volkshochschule (Vhs) Offenbach, Berliner Straße 77, ist die Stadt ihrem Ziel, ein Bildungsbüro zu etablieren, ein weiteres Stück nähergekommen. Seit Januar ist das Selbstlernzentrum (SLZ) ein Teil der Vhs. Damit verbunden ist eine stärkere Kooperation, um Bildungsinteressierten passgenaue Lernbedingungen zu bieten.

Bis zu 1000 Menschen im Alter von sieben bis 75 Jahre lernen jährlich auf eigene Faust im Selbstlernzentrum.
Bis zu 1000 Menschen im Alter von sieben bis 75 Jahre lernen jährlich auf eigene Faust im Selbstlernzentrum.

Seit dem Umbau während der Sommermonate trennt eine Glaswand die Anmeldung von den 25 PC-Arbeitsplätzen. Denn während die Beratung aus Sicht von Vhs-Leiterin Dr. Gabriele Botte wohl weiter zunehmen wird, sollen die Besucher des SLZ konzentriert und ungestört lernen können.

„Die Volkshochschule entwickelt sich immer mehr zu einem übergeordneten Bildungsträger mit einer wichtigen strategischen Funktion“, so Offenbachs Bildungsdezernent Paul-Gerhard Weiß. Schließlich sei Bildung ein wichtiger kommunalpolitischer Schwerpunkt. Dabei gehe es darum, Bildungs- und Weiterbildungsangebote für möglichst viele Menschen in Offenbach zu schaffen, um deren Lebenschancen und beruflichen Perspektiven zu verbessern. Der Name Bildungsbüro sei angelehnt an das Bürgerbüro und das Baubüro der Stadt, so Weiß. Denn ebenso wie diese beiden zentralen Anlaufstellen verfolge auch das Bildungsbüro den Anspruch umfassenden Service unter einem Dach zu bieten. Gebündelt sind die Vhs, das Selbstlernzentrum und die Servicestelle Bildung mit allgemeiner Bildungsberatung und Weiterbildungsberatung für Erwerbstätige.

Aus Sicht von Dr. Gabriele Botte können sich Vhs und SLZ gegenseitig gut ergänzen. Die Vhs ist die Allrounderin für gemeinsames Lernen, das SLZ ist eine Anlaufstelle für Individualisten „Jeder lernt anders“, weiß Botte. Manche Menschen lernen am liebsten ganz für sich, andere lernen besser in der Gruppe und wieder andere kombinieren gerne beides.

Im Selbstlernzentrum kann jeder lernen. In hellen Räumen stehen 25 Computer-Arbeitsplätze mit einem großen Angebot an Lern-Software zur Verfügung. Schüler und Berufstätige, Arbeitsuchende und Senioren können sich im Selbstlernzentrum ihr eigenes Lerntraining gestalten. Lernziele, Tempo und Stundenplan kann sich jeder selbst bestimmen - begleitet von Lernberatern. Einer von ihnen ist Vivian Osinbowale. Er und sein Kollege Bruno Schreck geben Tipps, wie man das selbst gesteckte Lernziel am besten erreicht. Nach Terminvereinbarung erklären sie im Rahmen eines zweistündigen Erstgesprächs den Umgang mit Computern und Software. Und auch während des Lernprozesses stehen sie mit Rat und Tat zur Seite. Denn auch das Lernen auf eigene Faust will gelernt sein, weiß Bildungsdezernent Weiß.

Die Mehrheit der SLZ-Besucher ist zwischen 30 und 40 Jahre alt. Doch auch Grundschüler können am PC ihre Kenntnisse in Mathe oder Rechtschreibung verbessern. Die Altersspanne der Besucher reicht von sieben bis 75 Jahre. Neben Computerwissen und Schulwissen wird Deutsch als Fremdsprache vermittelt sowie Englisch und weitere Fremdsprachen. Es gibt sogar Software zum Erlernen von Schwedisch oder Kroatisch – Sprachen zu denen mangels Nachfrage nicht jedes Semester ein Vhs-Kurs zu Stande kommt. „Nun müssen wir Interessierte nicht mehr aufs nächste oder übernächste Semester vertrösten, sondern können auf das SLZ verweisen“, sagt Vhs-Leiterin Botte. Und umgekehrt machen die Lernberater im SLZ auf die Vhs-Kurse aufmerksam, wenn jemand merkt, dass er beim Lernen doch nicht ganz auf sich gestellt sein möchte. Denn das, so weiß Dr. Gabriele Botte, erfordert eine Menge Selbstdisziplin. Sie möchte die Zusammenarbeit beider Bildungseinrichtungen noch intensivieren. So sei beispielsweise beim Nachholen von Schulabschlüssen eine Kombination aus Vhs-Kurs und autonomen Lernen im SLZ denkbar. Für den Erwerb von PC- oder Sprach-Kenntnissen soll dies im kommenden Semester bereits erprobt werden.

Wer sich im SLZ anmeldet, erwirbt mit der Aufnahmegebühr von acht Euro ein eigenes Headset. Ein Monatsticket kostet für Erwachsene 25 Euro, für Schüler und Studierende und Azubis zehn Euro und für Migranten, die Deutsch als Fremdsprache lernen, 15 Euro. Für Klienten der MainArbeit, die über einen Bildungsgutschein verfügen, ist die Nutzung kostenlos. Je nach Verfügbarkeit kann jeder den PC-Arbeitsplatz aufsuchen sooft er möchte. Pro Lerneinheit sind im Schnitt bis zu zwei Stunden veranschlagt.

Durchschnittlich sind im SLZ pro Monat rund 70 bis 80 Personen angemeldet.

Selbstlernzentrum Offenbach

Berliner Strasse 77
63065 Offenbach
0 69 / 80 65 - 39 88
slz@offenbach.de

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