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"IQ-Integration im Quartier"

Die Welt in Offenbach zuhause: "PORTAKAL – Orangen im Zypressenhain" im Haus der Stadtgeschichte

Offenbach, den 12.10.2011

Knapp hundert Gäste kamen am Freitag, dem 07. Oktober 2011, ab 18 Uhr ins Offenbacher Haus der Stadtgeschichte in die Herrnstraße 61. Der Abend mit griechischer und türkischer Lyrik und Musik fand im Rahmen der 14. Interkulturellen Wochen Offenbachs zu Ehren des griechischen Literaturnobelpreisträgers Giorgos Seferis (1900-1971) und des wohl bedeutendsten türkischen Schriftstellers des 20. Jahrhunderts, Nâzım Hikmet (1902-1963), statt. Es ging um Gemeinsamkeiten: Daher stand der Abend unter dem Titel »Portakal«, denn so heißt im Griechischen wie im Türkischen das Wort für Apfelsine: »Apfel aus China« bzw. „Apfel aus Portugal“.

„Portakal im Zypressenhain“ war Teil der Veranstaltungsreihe »Die Welt in Offenbach zuhause«, die das fünfzigste Jubiläum der Anwerbung von Arbeiterinnen und Arbeitern aus der Türkei zum Anlass hat, und seit 1960 leben Griechen und Griechinnen, wie die Türken einst als Arbeiterinnen und Arbeiter angeworben, in Offenbach und Umgebung. Als Vertreter der Stadt sprach Stadtkämmerer Michael Beseler einführende Worte und ging auf die Gemeinsamkeiten der griechischen und türkischen Kultur ein. Er betonte, dass Giorgos Seferis in der Türkei – und Nâzιm Hikmet einst in Saloniki geboren wurde, beide Dichter seinerzeit im Osmanischen Reich. Nach ihm sprach ein Vertreter des Griechischen Generalkonsulats für die Rhein-Main-Region und unterstrich ebenfalls, wie viele Ähnlichkeiten es zwischen griechischer und türkischer Kultur gebe, dies gelte für die Hoch- wie für die Alltagskultur.

Der Abend begann mit musikalischen Beiträgen von Adil Demirtaş und Vural Güler auf Tambour, Laute und Bağlama sowie Alexander Csery am Klavier und Alexandros Bouras, Gesang. Moderiert von Marcus Schenk, Projektleiter „Integration im Quartier“ der Modellregionen Inegration, und Ali Karakale, Migrationsberater der Arbeiterwohlfahrt, trugen Griechen, Türken und Deutsche Gedichte von beiden Autoren in den Übertragungen von Christian Enzensberger, Gisela Kraft und Annemarie Bostroem vor. Helmut Schareika und Monika Carbe erläuterten Lebenslinien und Lebenswerk von Seferis und Hikmet. Vortragende waren Safiye Can, eine junge türkische Autorin aus Offenbach, Jannis Plastargias, Dimitrios Karamsalis und Sevastos Sampsounis sowie Monika Carbe, Sigrid Jacob, Gerty Mohr, Steffen Schmidt, Patrick Erni und Atila Karabörklü. Mitveranstalter waren das Deutsch-Griechische Kulturforum KINISIS, das Deutsch-Türkische Forum Stadt und Kreis Offenbach, die Diakonie Offenbach, das Freiwilligenzentrum Offenbach, die Interkulturelle Freiwilligenagentur, das Haus der Stadtgeschichte in Offenbach, die Modellregion Integration – „Integration im Quartier“, die Gesellschaft griechischer AutorInnen in Deutschland, die Türkische Gemeinde Rhein-Main, der Verlag Größenwahn, der Verband deutscher Schriftsteller in ver.di / Landesverband Hessen sowie die Werkstätten Hainbachtal, und alle trugen durch ihre intensive Kooperation zum Gelingen des Abends bei.

Nach der literarisch-musikalischen Zeitreise durch die erste Hälfte des 20. Jahrhunderts mit ihren vielen poetischen Beispielen sprachen Hüsamettin Eryılmaz vom Deutsch-Türkischen Forum Stadt und Kreis Offenbach und Smaro Giannari vom Deutsch-griechischen Forum KINISIS darüber, dass Griechen und Türken sich 50 bzw. 51 Jahre nach dem Jahr der Anwerbung in Offenbach und Umgebung mit ihren Familien zu Hause fühlen. mit Instrumentalmusik und Liedern klang der Abend aus, und alle Mitwirkenden wurden mit viel Applaus bedacht.


Text von Monika Carbe, Mitorganisatorin der Veranstaltung