Integrationspolitik als Querschnittsaufgabe
"Integrationspolitik darf sich nicht in einer Vielzahl von Einzelprojekten erschöpfen, sondern muss eng mit der Regelpraxis in allen Politikbereichen verknüpft werden. Arbeitsmarkt, Erziehung, Bildung, aber auch Stadtentwicklung und Wohnen sind Bereiche, die zu einer guten Integration von Migrantinnen und Migranten in die deutsche Gesellschaft beitragen können. Das wollen wir als Modellregion weiter vorantreiben.“
Bürgermeisterin Birgit Simon
bei der Auftaktveranstaltung zur Modellregion Offenbach im Januar 2010
Das Programm Modellregion Integration zielt auf Verfestigung von nachhaltigen Strukturen für die Förderung der Integration in fünf prioritären Handlungsfeldern ab:
- Stärkung der lokalen Identität durch Förderung von zivilgesellschaftlichen Potenzialen mit besonderem Fokus auf Migrantenvereine und ehrenamtliches Engagement:
- Ausbau sozialraumbezogener Integrationsmaßnahmen im Rahmen des Quartiersmanagement
- Bildung
- Gesundheitsförderung und Gesundheitsaufklärung
- Elternschule
Das wichtigste Instrument zur Erreichung dieser strategischen Ziele ist die Projektförderung. Städtische und freie Träger aus Offenbach haben seit März 2010 Projekte mit Modellcharakter in allen Handlungsfeldern entwickelt, die die sogenannten operativen Ziele des Programms darstellen.
Für die strategischen Ziele der Stadt als eine Modellregion Integration sind Kooperationen mit anderen kommunalen und städtischen Einrichtungen sowie mit den lokalen Netzwerken, das Wissenstransfer und daher eine ergebnisorientierte Kommunikation grundsätzliche Voraussetzungen.
Gemeinsam für Integration in Offenbach
Dieses ist eine Kooperation der Stadt Offenbach mit den lokalen Migrantenvereine bei der Umsetzung der kommunalen Integrationspolitik. Projektträger ist die Stadt Offenbach durch das Amt für Arbeitsförderung, Statistik und Integration. Durch ein dreidimensionales Projektkonzept wird hier versucht, die teilnehmende Migrantenvereine in ihren bestehenden Strukturen zu stärken und ihre weitere Entwicklung im Sinne einer langfristigen Partnerschaft mit der Stadt im Bereich Integration zu begleiten. Die Vereine bringen viel Wissen und vor allem enorm viel ehrenamtliches Engagement mit, das eine wertvolle Ressource für das Projekt darstellt. Die Zusammenarbeit verweist bereits nach dem ersten Projektjahr auf die Verfestigung einer Kooperationsstruktur, die sich bisher als gewinnbringend für beide Seiten erwiesen hat.
Datei herunterladenIntegration im Quartier
Ein Projekt der Stadt Offenbach mit der Durchführung von SMC-Rhein-Sieg Soziokulturelle Dienstleistungen, ebenso Träger vom Quartiersmanagement. Im Zuge der Entwicklung der Einwohnerstruktur wurde aus der Initiative der Stadt Offenbach ein Quartiersmanagement bereits im Jahr 2000 installiert. Nach einer Dekade sind die aufgebauten Strukturen und Kooperationen in den betreuten Stadtteilen so stabil, dass sie eine gute Grundlage für die Initiierung von stadtteilbezogenen Integrationsaktivitäten bieten. Mit dem neuen Projekt wird das Aktivitätsspektrum des Quartiersmanagement um integrationsförderliche Aufgaben in den Quartieren Mathildenviertel, Nordend und Lauterborn erweitert.
Datei herunterladenKiESEL (Kinder-Schule-Eltern)
Ein Projekt zur Überwindung von interkulturellen Grenzen im Bildungsbereich von CGIL Bildungswerk und dem Staatlichen Schulamt für den Landkreis Offenbach und die Stadt Offenbach am Main. Ziel ist es hier, Grundschullehrkräfte hinsichtlich einer langfristig orientierten interkulturellen Elternarbeit zu sensibilisieren und gleichzeitig die Beteiligung von Eltern mit Migrationshintergrund an der Bildungskarriere ihrer Kinder zu erhöhen.
Datei herunterladenAusbildung und Beschäftigung von jungen Migranten und Migrantinnen als Trainer, Übungsleiter und Projektleiter
Ein Projekt von Boxclub Nordend e.V. Mit einem zugeschnittenen Konzept aus sportspezifischen Aktivitäten, individueller Betreuung und pädagogischen Konzepten ist der Boxclub Offenbach über Jahren zu einer richtigen Institution der Gewaltprävention und Integrationsarbeit in der Stadt geworden. Durch die Ausbildung von jungen Sportlern mit Migrationshintegrund für Tätigkeiten vor allem im eigenen Verein unterstützt die Modellregion die Bemühungen des Boxclub, seine seit Jahren gewachsenen Strukturen zu festigen und die Nachhaltigkeit der einmal Pionierarbeit zu sichern. Der Erwerb einer hoch komplexen Qualifikation in drei wichtigen Bereichen für die Integration: Sport, Sozialpädagogik und Projektmanagement bietet den engagierten Jugendlichen ebenfalls neue Berufsperspektiven.
Datei herunterladenInformations- und Austauschtreff türkischsprachiger Angehöriger behinderter Menschen
Ein Projekt der Werkstätten Hainbachtal im Bereich Gesundheitsförderung und -aufklärung als Teil der Interkulturellen Öffnung der Institution. Die Werkstätten Hainbachtal bieten Arbeit, Lebensraum und kompetente Betreuung. Für sie bezieht sich Integration gleich auf zwei Aspekte: zum einen Integration von Menschen mit Behinderung in die Arbeitswelt; zum anderen von Menschen mit Migrationshintergrund und ihre Familien in die Gesellschaft. Ein Ziel dieses Projektes ist es, Raum für Austausch über verschiedene Themen wie Gesundheit, Erziehung und Soziales zu bieten, Angehörige zu ermutigen und das Vertrauensverhältnis zwischen ihnen und den Mitarbeitern zu vertiefen. Endziel einer optimierten Zusammenarbeit ist es aber das Wohl und die gesundheitliche Versorgung dieser Zielgruppe zu verbessern.
Geschichte und Gegenwart der Zuwanderung nach Offenbach am Main
Ein Projekt von Haus der Stadtgeschichte, Museum:
Zuwanderung nach Offenbach hat über Jahrhunderte eine wesentliche Rolle zur Bildung der kollektiven Identität gespielt. Die historischen Zuwanderungswellen bis zum Beginn der Anwerbezeit in den fünfziger Jahren sind im Museum längst präsent. Mit diesem Projekt wird nun eine Dauerausstellung zur modernen Zuwanderung vorbereitet. Dafür sammelt das Museum sowohl von Zuwanderern wie auch von Einheimischen Objekte und erlebte Geschichten. In der so entstandenen Studie wird dann Fragen nachgegangen, was Heimat bedeutet, wie sich die Stadt durch Zuwanderung verändert hat und welche Gefühle damit verknüpft sind. Die Ausstellung wird ab Herbst 2012 dem Publikum vorgestellt.
- Entwicklung eines lokalen Integrationsmonitoring.
- Erhöhung der Transparenz in der Integrationsarbeit in der Stadt Offenbach.
- Mitwirkung an der interkulturellen Öffnung der Verwaltung.
- Mitwirkung an der Weiterentwicklung des kommunalen Integrationskonzeptes.
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