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Bauberatung vervollständigt Dienstleistungspalette im Baubüro

Offenbach, den 24.12.2009, letzte Bearbeitung: 05.02.2014

Jedes Bauvorhaben beginnt mit einer Idee. Den Weg von der Idee zur Wirklichkeit begleitet in Offenbach das Baubüro in der Berliner Straße 60. Dort bietet das Amt für Stadtplanung, Verkehrs- und Baumanagement nun seit Dezember auch seine Bauberatung an. Private Bauherren, Architekten und Investoren können dort ihre Idee vortragen und erfahren, wie sie sich im Rahmen der städtebaulichen und planungsrechtlichen Vorgaben umsetzen lässt.

Bauberatung jetzt auch im Baubüro
Bauberatung jetzt auch im Baubüro

Oberbürgermeister Horst Schneider, auf dessen Initiative das Baubüro 2006 eröffnet wurde, über dieses zusätzliche Beratungsangebot: „Nun ist die Dienstleistungspalette komplett. Wir wollen es Bauwilligen so einfach wie möglich machen. In Offenbach können Interessierte mitten in der Region Rhein-Main ihren Traum von den "eigenen vier Wänden" verwirklichen. Es gibt attraktive Baugebiete beispielsweise in Bürgel, Rumpenheim oder An den Eichen mit einem relativ moderaten Grundstückspreisen. Die Bauberatung möchte helfen alle bürokratischen Hindernisse im Vorfeld zu überwinden, damit das Vorhaben so schnell wie möglich genehmigt wird. Wir wollen, dass sich die Bürger auf ihren Bau konzentrieren und nicht auf das Baugesetzbuch.“

Das Baubüro ist Anlaufstelle für alle, die sich zunächst über Grundstückspreise und die Bewegungen am Offenbacher Grundstücksmarkt informieren wollen. Wer bereits ein Grundstück hat, erfährt bei der Bauberatung, was auf dem Grundstück baulich möglich ist. Das Vermessungsamt hält Karten und Pläne bereit. Die Bauaufsicht klärt auf, was alles für das Baugenehmigungsverfahren nötig ist. Dazu kann unter Umständen auch eine Baulasterklärung gehören. Das Formular ist im Baubüro erhältlich. Dort berät die Wohnbauförderung auch über mögliche Darlehen zur Baufinanzierung. Wer Teile seines Gebäudes als Eigentumswohnungen verkaufen will, kann sich von der Bauaufsicht bescheinigen lassen, dass es sich dabei um abgeschlossene Wohneinheiten handelt. Auch dieser Antrag ist im Baubüro möglich.

Bauberatung fand bisher in den Räumen des Amts für Stadtplanung, Verkehrs- und Baumanagement statt. Nun wechseln sich die Beraterinnen Christa Breuch, Sandra Piotrowski und Stefanie Günther im Baubüro ab. Nicht nur private Bauleute, auch manche Architekten und Investoren schätzen die zentrale Anlaufstelle, in der die Bauberatung nun leichter zugänglich ist. Für vertiefende Gespräche ziehen viele Interessenten dann allerdings einen diskreteren Rahmen vor.

Die Anfragen sind nach Erfahrungen der Bauberaterinnen vielfältig. Nicht immer steckt eine Bauabsicht dahinter. „Manche Offenbacher wollen wissen, was in ihrer Umgebung passiert, welche Veränderungen zum Beispiel ein Bauvorhaben oder ein Bebauungsplan in ihrer Nachbarschaft mit sich bringt“, sagt Christa Breuch. Andere liebäugeln mit einem Grundstück und möchten wissen, wie sie es bebauen oder ob sie dort ihr Gewerbe betreiben können. Viele Anfragen kommen auch von Hausbesitzern, die anbauen oder aufstocken möchten. Auch Makler erkundigen sich, welche Möglichkeiten ein von ihnen vermarktetes Grundstück bietet.

„Manche Kunden verfügen schon über Pläne vom Architekten, andere kommen ohne ein Blatt Papier.“ Doch egal, wie weit die Vorbereitung gediehen ist, Christa Breuch ist es gewohnt, dass Projekte ihr stets mit großem Enthusiasmus vorgestellt werden. Dabei geht es gar nicht so sehr darum, die erfahrene Raumplanerin für eine Idee zu gewinnen. Denn Christa Breuch und ihre Kolleginnen orientieren sich an planerischen Vorgaben. Das kann zum Beispiel der Bebauungsplan sein, in dessen Geltungsbereich ein Grundstück oder ein Gebäude fällt. Gerade in Neubaugebieten bietet der Bebauungsplan in der Regel die Richtschnur. Sofern es keinen Bebauungsplan gibt, wie dies oft in älteren Quartieren der Fall ist, gilt: Das Bauvorhaben muss sich in die Umgebung einfügen. Das heißt, auch ohne Bebauungsplan sind Größe und Gestalt eines Neubaus nicht beliebig. Gemeinsam mit Bauherren und Architekten suchen die Bauberaterinnen nach Lösungen, wie sich individuelle Vorstellungen mit städtebaulichen Konzepten in Einklang bringen lassen. Von den Bauberaterinnen verlangt das Know-how und Fingerspitzengefühl, denn nicht immer ist in Gestaltungsfragen leicht Einigkeit herzustellen.

Für die Bauherren erhöht die Bauberatung allerdings die Erfolgsaussichten im späteren Genehmigungsverfahren, denn eine positive Stellungnahme des Amtes für Stadtplanung, Verkehrs- und Baumanagement ist in der Regel Vorraussetzung dafür, dass die Bauaufsicht den Bauantrag genehmigt. Und oft hilft die Bauberatung auch, Kosten zu sparen, denn die Beraterinnen haben nicht allein die städtebauliche Gesamtwirkung im Blick, sondern kennen sich auch in baulichen Details gut aus. Nicht immer mündet die Bauberatung auch tatsächlich in ein konkretes Projekt. Viele Anfragen gehen laut Christa Breuch aus aktuellem Anlass ein – weil ein interessantes Grundstück neu auf dem Markt oder ein neuer Bebauungsplan rechtskräftig geworden ist.

Erfolgreiche Bauberatung zeigt sich nach Auffassung von Markus Eichberger, Leiter des Bereichs Stadtentwicklung und Städtebau, vielerorts in Offenbach – vor allem dort, wo speziell für große Investments sogenannte vorhabenbezogene Bebauungspläne aufgestellt werden, denen eine intensive Abstimmung vorausgeht. Beispiele sind das KOMM am Aliceplatz, das Stadtcafé im Frieda-Rudolph-Haus oder der geplante Umbau des Bekleidungshauses Frei. Für einige besonders exponierte Lagen existieren im Amt für Stadtplanung, Verkehrs-  und Baumanagement Konzepte für eine künftige Nutzung und Bebauung. Diese Überlegungen stellt das Amt auch interessierten Investoren im Rahmen einer Bauberatung vor.

Gemeinsame Gespräche mit Kollegen von der Bauaufsicht lassen sich schnell arrangieren. Wer auf der Suche nach einem Baugrundstück ist, wird entweder ans Vermessungsamt verwiesen, das über Adressen verkaufsbereiter Grundstücksbesitzer verfügt. Oder die Bauberaterinnen stellen Kontakte zur Stadtwerke Offenbach Holding her, unter deren Regie das Baugebiet „An den Eichen“ vermarktet wird sowie zur Wirtschaftsförderung und deren Liegenschaftsabteilung.

Die Bauberatung im Baubüro ist montags bis freitags von 8.30 Uhr bis 12 Uhr und donnerstags außerdem von 14 bis 16 Uhr erreichbar.