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Wohnbauförderung: Beratung jetzt auch im Baubüro

Offenbach, den 29.09.2009, letzte Bearbeitung: 05.03.2010

„Zuallererst zu mir!“ So lautet der Aufruf von Elke von Busekist an alle, die in Offenbach den Traum vom Eigenheim verwirklichen wollen. Die Diplomingenieurin, Fachrichtung Architektur, ist Fachreferentin für Wohnbauförderung beim Amt für Stadtplanung und Baumanagement der Stadt Offenbach. Egal, ob es um den Kauf einer Bestandsimmobilie oder um einen Neubau geht, Elke von Busekist berät und unterstützt kostenlos bei Anträgen auf Förderdarlehen. Sie ist an zwei Vormittagen und alle 14 Tage Donnerstag nachmittags im Baubüro der Stadt, Berliner Straße 60, anzutreffen.

Mit zwei Arten von Darlehen fördert das Land Hessen Wohneigentum – vermittelt über die WI-Bank (Wirtschafts- und Infrastrukturbank Hessen, vormals LTH): das Hessen-Baudarlehen für Neubau-Vorhaben und das Hessen-Darlehen für Bestandserwerb. „Das Land Hessen“, so weiß Elke von Busekist, „möchte damit vor allem jungen Familien den Weg in die eigenen vier Wände ebnen.“

Und auch die Stadt möchte jungen Familien eine dauerhafte Lebensperspektive in Offenbach bieten. Als städtische Servicestelle gibt es die Wohnbauförderung schon länger. Durch die Integration ins Baubüro rückt sie nun stärker ins Blickfeld. Und Interessierte finden in der zentralen Anlaufstelle nun die komplette städtische Dienstleistungspalette rund ums Eigenheim.

Für die Stadt ist die Wohnbauförderung auch im Hinblick auf die Stadtentwicklung wichtig. Laut Elke von Busekist verfügt Offenbach über einen beachtlichen Altbaubestand. Eigentümerwechsel könnten helfen, den Modernisierungsstau zu beheben, zumal hier auch der Bund günstige Förderangebote geschaffen hat. Die Kredite der KfW, auch zur Modernisierung von Wohnraum, müssen bei der jeweiligen Hausbank beantragt werden, Elke von Busekist kann hilfreiche Hinweise geben. Und noch etwas liegt der Stadt sehr am Herzen: In der gesamten Innenstadt gibt es noch etliche Baulücken und die Stadt hofft, dass sich die eine oder andere schließt, wenn dank günstiger Darlehen die Zahl der Wohnbauvorhaben wächst.

Und die Chancen, ein solches Darlehen zu bekommen, stehen nicht schlecht. Denn vielen sei das Angebot nicht bekannt. Und so würden bisher die zur Verfügung stehenden Summen regelmäßig nicht ausgeschöpft.

Einige Bedingungen müssen Antragsteller freilich erfüllen. Die erste: Der Antrag muss vor Abschluss des notariellen Kaufvertrags für eine Immobilie bzw. vor Baubeginn gestellt werden. Daher von Busekists Rat, immer erst einmal ihre Beratung in Anspruch zu nehmen. Denn wenn grundsätzlich ein Förderanspruch bestehe, könne man gezielt nach einer geeigneten Immobilie Ausschau halten. Und Tipps zum Immobilienkauf hat Elke von Busekist ebenso parat.

Entscheidend für den Förderanspruch ist zunächst das Einkommen. Für eine Familie mit zwei Kindern darf das bereinigte Brutto-Jahreseinkommen nicht über 42.000 Euro liegen. Gleichzeitig muss der Antragsteller solvent genug sein, um das Darlehen zu schultern und es müssen 15% Eigenkapital nachgewiesen werden. „Ob jemand ein Förderdarlehen in Anspruch nehmen kann oder nicht, lässt sich auf Basis der Einkommensnachweise direkt prüfen“, sagt Elke von Busekist. Innerhalb von acht Tagen könnten Antragsteller eine vorläufige Förderzusage erhalten und dann – falls Makler oder Eigentümer drängten – auch einen Kaufvertrag unterzeichnen, sofern dieser eine Rücktrittsklausel enthalte. Bis zum eigentlichen Antrag seien zwei bis drei Beratungstermine nötig. Bis zur Förderzusage dauere es nach Antragstellung sechs bis acht Wochen.

Der Förderanspruch hängt auch von der Größe der Immobilie ab. Sie darf nicht zu üppig, sondern muss angemessen sein. Wenn alle Bedingungen erfüllt sind, kann eine vierköpfige Familie für einen Neubau ein Darlehen über maximal 115.000 Euro erhalten. Das Angebot könnte auch interessant sein für Familien, die sich im Baugebiet „An den Eichen“ ansiedeln möchten. Beim Kauf eines Bestandsobjekts ist ein Darlehen über maximal 100.000 Euro möglich, sofern es sich nicht um eine Luxusimmobilie handelt.

Private Eigenheim-Interessenten sind nicht die einzige Zielgruppe. Auch Investoren wie Baugenossenschaften, die Mietwohnungen bauen oder modernisieren wollen, können Förderdarlehen in Anspruch nehmen. Die Stadt Offenbach hofft, dass sich angesichts der Förderung mehr Investoren auch für den Wohnstandort Offenbach interessieren. „Offenbach leidet darunter, dass die Baukosten für Investoren hier zwar genauso hoch sind wie anderswo, in Offenbach aber keine Mieten wie in Frankfurt erzielt werden“, sagt Elke von Busekist. Sie wirbt dennoch für Offenbach. Denn schließlich helfe die Förderung den Bau niveauvoller Wohnungen zu realisieren, für die es dann auch entsprechende Interessenten gebe.

In jedem Fall sei ein Förderdarlehen ein wichtiger Baustein im Finanzierungskonzept, denn es erleichtere die Verhandlungen mit der Hausbank, die das Darlehen wie Eigenkapital werten könne.

Elke von Busekist, die aus Brüssel nach Offenbach gezogen ist, hat in Offenbach jedenfalls ihre Traumwohnung gefunden: ein Altbau mitten in der Innenstadt. Überzeugungsarbeit für den Wohnstandort Offenbach fällt ihr nicht schwer: „Hier herrscht eine angenehme Atmosphäre, eine Mischung aus Bodenständigkeit und Laisser-faire. Hier kann man sein wie man ist.“ Und: „Die Stadt hat ein großes Potenzial, das wird oft unterschätzt. Man kann hier eine Menge bewegen.“ 


Elke von Busekist ist zu folgenden Zeiten im Baubüro erreichbar: montags und mittwochs, von 8.30 Uhr bis 12 Uhr und zusätzlich alle 14 Tage donnerstags von 14 bis 16 Uhr. Terminabsprachen sind auch telefonisch oder per E-Mail möglich unter 069 / 80 65 – 25 92 und wohnbaufoerderung@offenbach.de.