Nordseite des Wilhelmsplatzes ist neu gepflastert: Wochenmarkt zieht um
Offenbach, den 23.11.2009, letzte Bearbeitung: 03.12.2009Die Premiere fand am Samstag, 28. November, statt: Der Offenbacher Wochenmarkt ist umgezogen. Ein kurzer Weg, denn die Stände müssen nur wenige Meter weiter nach Norden rücken. Dennoch präsentierte sich der Markt seinen Beschickern und Besuchern in einem völlig veränderten Antlitz. In den vergangenen drei Monaten wurde auf dem Wilhelmsplatz gebaggert, planiert und gepflastert. Auf seiner Nordseite ist der rissige Asphalt schon verschwunden, und Naturstein dominiert. Zur Halbzeit feierten Gastronomen, Stadt und Händler nun mit den Besuchern „Richtfest“.
Trotz des Umbaus: Es bleibt drei weitere Monate eng auf dem Wilhelmsplatz. Vom Dezember 09 bis Februar 2010 wird der südliche Teil umgebaut. Erst dann wird der Offenbacher Wochenmarkt das gewohnte Areal wieder in seiner ganzen Größe in Besitz nehmen. Über 400.000 Basaltquader sind bis Ende Februar verlegt, von Portugiesen, die in Europa die Kunst diese Steine möglichst fugenlos zu verbinden, besonders gut beherrschen.
Oberbürgermeister Horst Schneider: „Der Umbau ist ein Kraftakt, der von allen Beteiligten Einschränkungen verlangt. Ich möchte mich bei den Anwohnern, Beschickern und Wirten für die Geduld bedanken. Schmutz, Lärm und Probleme sind auf einer Baustelle nicht zu vermeiden. Die Stadt Offenbach hat den versprochenen Termin für die Fertigstellung des ersten Bauabschnittes aber eingehalten. Für die vielen Überstunden und den Zeitdruck möchte ich die Planungsabteilung und das Baumanagement ausdrücklich loben. Der Wilhelmsplatz ist als Treffpunkt in dieser Stadt wichtig. Er prägt das umliegende Quartier. Diese Bedeutung muss auch das Stadtbild hier unterstreichen.“
Pflastersteine aus dem 19. Jahrhundert werden für guten Zweck verkauft
Vor dem Informationsstand der Stadt lagen am Samstag 50 Pflastersteine aus dem 19. Jahrhundert, die bislang die nachträglich auf dem Wilhelmsplatz aufgebrachte Teerdecke verbarg. Gegen eine Spende von 25 Euro konnten Interessierte einen der Steine kaufen. Dieser wird anschließend graviert und kann bis Weihnachten von dem neuen Besitzer abgeholt werden. Die Gravur lautet: „Original Pflasterstein 19. Jhd. vom Offenbacher Wilhelmsplatz – gefunden 2009“. Die Erlöse aus dem Verkauf sind für die Initiative „Essen und Wärme“ bestimmt.
Im Zelt informierte das Amt für Planung und Baumanagement über den weiteren Ausbau des Platzes und der Seitenstraßen. Die Arbeiten an den Rändern sollen bei gutem Wetter im Februar beginnen. Bis Ende August soll dann der Platz von Hauskante bis Hauskante umgestaltet sein. Eingeladen in das Informationszelt sind auch und besonders die Anwohner. Sie werden auch per Rundschreiben benachrichtigt. In einem Gästebuch konnten die Besucher des Zeltes ihre ersten Eindrücke, Lob und Kritik niederschreiben.
Computeranimation zeigt Planung aus der Vogelperspektive
Gezeigt wurden am Stadtstand, erstmals in Offenbach, Computeranimationen, die dem Betrachter erlauben, von der Frosch- in die Vogelperspektive zu wechseln, um die Planungen aus unterschiedlichen Blickwinkeln zu betrachten, sie quasi auch virtuell begehen zu können. Die Kamera vermittelt am Beispiel der Baukörper ein gutes Bild der künftigen Proportionen. Verlaufen die Tests erfolgreich, könnte Zug um Zug ein Stadtmodell im Computer entstehen, dessen einzelne Bausteine dann ins Internet gestellt werden. Der Bürger kann so auch vom Schreibtisch zuhause aus auf Planungen Einfluss nehmen.
In den nächsten Wochen bis zum Ende der Bauarbeiten auf dem Wilhelmsplatz kann auf seiner nördlichen Hälfte außerhalb der Marktstunden geparkt werden, zu den bisherigen Konditionen. Anwohner im Besitz eines für die Zone gültigen Parkausweises können also hier ihren Wagen kostenfrei abstellen. Nach dem Abschluss des Projektes bleibt das Areal um das Markthäuschen autofrei. Geparkt werden kann dann aber weiterhin auf der südlichen Hälfte des Wilhelmsplatzes. Die Stadt Offenbach verspricht sich so eine Belebung des Platzes. Die Cafes, Restaurants und Bistros rund um den Platz können künftig auch Gäste auf dem Platz bewirten.
Bis zum kommenden Samstag sollen auch die ersten neuen Lampen vom Typ Amaryllis rund um den Platz stehen. Die Gestaltung der Leuchte, die nach der Pflanze genannt wurde, die in Deutschland als Ritterstern bekannt ist, verbindet Moderne und Historie. Der Hersteller nennt in seinem Prospekt als Qualitätsmerkmal für die Leuchten „Fließende Linien, Zurückhaltung und Funkeln“. Später sollen auf der südlichen Platzhälfte die Altglasbehälter unter der Erde verschwinden. Statt der unförmigen quaderähnlichen Gebilde ist nur noch ein schmaler Einfüllstutzen zu sehen. Auch der Kabelsalat während des Wochenmarktes verschwindet. Die versenkbaren Verteiler, die die Stände mit Strom versorgen, sind bereits am Netz angeschlossen.
Über die „Halbzeit am Wilhelmsplatz“ berichtet auch der Marktkorb, ein Informationsblatt der Stadt Offenbach. Der vierseitige Folder wird der Stadtpost und der Offenbach Post in der kommenden Woche beigelegt; er findet sich auch als PDF-Datei am Fuße dieser Seite. Auf den Umschlagseiten werden noch einmal der Bauzeitenplan und die neue Standeinteilung auf dem Wochenmarkt, wie sie bis zum Abschluss der Bauarbeiten gilt, veröffentlicht. Im Innenteil des Heftes werden wichtige Projekte in der Offenbacher City genannt: vom Umbau der Schloßstraße bis zum Neubau des KOMM. Projekte, die zum Ziel haben, die Offenbach von innen heraus zu entwickeln.
Horst Schneider: „Der Aufwertung des Wilhelmsplatzes ist auch für die umliegenden Wohnquartiere von hoher Bedeutung. Mehr Qualität im Straßenbild kann Hausbesitzer veranlassen, in ihre Immobilie zu investieren. Die südliche Innenstadt entwickelt sich schon heute mehr und mehr zu einem gefragten Wohngebiet, auch für die Mittelschicht. Der Umbau des zentralen Platzes mit einem der schönsten Märkte der Region verspricht einen neuen Schub. Dafür hat es sich gelohnt, Kurs zu halten.“
Offenbach.de
Stadtwerke Offenbach Holding
Energieversorgung Offenbach AG

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