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Wohnungspolitische Leitlinien 2011

Offenbach, den 11.03.2011
Elke von Busekist

Für eine positive Entwicklung der Stadt Offenbach sind die Bevölkerungsentwicklung und der zur Verfügung stehende Wohnraum wichtige Standortfaktoren.

Die wohnungspolitischen Leitlinien haben zum Ziel, die Stadt Offenbach dauerhaft als attraktiven Wohn- und Wirtschaftsstandort zu erhalten und zu stärken. Mittel- bis langfristig ist mit einer weiteren Verknappung sowohl der Flächen-Ressourcen als auch der finanziellen Mittel zur Erstellung und zum Unterhalt der Infrastruktur zu rechnen. Da gleichzeitig in der jüngeren Vergangenheit vergleichsweise geringe Bautätigkeit festzustellen war, ist es notwendig, sowohl eine zielgenaue Wohnbaulandentwicklung, als auch eine qualitative Entwicklung des Wohnungsangebots stärker an der zunehmend differenzierten Wohnungsnachfrage zu orientieren. Gesamtziel ist es, die Bürger Offenbachs stärker an ihren Wohnstandort zu binden sowie die spezifischen Nachfragen spezieller Bevölkerungsgruppen zu befriedigen, um Abwanderung zu vermeiden und attraktiv für Neubürger zu sein. Hierzu gehört auch, die Vorteile Offenbachs als Wohnstandort durch verstärkte Imagearbeit im Bewusstsein der Menschen zu verankern.

Die wohnungspolitischen Leitlinien definieren für den Zeitraum der nächsten zehn Jahre die Entwicklungsziele und Handlungsschwerpunkte bzgl. der zukünftig notwendigen Quantitäten und Qualitäten im Wohnungswesen der Stadt Offenbach.

Kernaussagen der Wohnungspolitischen Leitlinien sind:

  • Die Bevölkerungszahl Offenbachs wird bis 2020 noch leicht steigen.
  • Die Nachfrage nach Wohnfläche pro Einwohner nimmt weiter zu.
  • Die Haushaltsgrößen schrumpfen noch leicht.
  • Daher muss in Offenbach Wohnungsbau realisiert werden.
  • Die Flächenreserven für Innen- und Außenentwicklung sind vorhanden. Obwohl die Aktivierung der Flächen schwieriger ist, sollte der Schwerpunkt auf die Innenentwicklung gelegt werden, um die Flächenressourcen zu schonen und vorhandene Infrastruktur optimal auszunutzen.
  • Die Angebotsseite muss berücksichtigen, dass die Nachfrageseite differenzierter wird.
  • Die Anpassung des Wohnungsbestands zur Steigerung der Wohnqualität und Schaffung eines differenzierten Angebots (soziale Stabilisierung) ist eines der wichtigsten Ziele. Hier ist vor allem auch an die Sanierung der gründerzeitlichen Bausubstanz gedacht.
  • Aufgrund des demografischen Wandels wird auch in Offenbach die Zahl der alten Menschen am stärksten steigen, daher sollten Neubauten barrierearm oder –frei gebaut, in Bestandsgebäuden Barrieren abgebaut werden.
  • Die Ziele des Klimaschutzkonzeptes sollen in der Wohnbebauung und Wohnumfeldgestaltung berücksichtigt werden.

Statistische Auffälligkeiten werden zurzeit noch im gesamtstädtischen Zusammenhang nivelliert, ggf. existierende Problemlagen damit eventuell zu spät erkannt. Untersuchungen und Aussagen zu Stärken und Problemlagen müssen künftig kleinräumiger ansetzen, da die besonderen Situationen der Stadtteile und einzelnen Quartiere zu berücksichtigen sind.

Zur Verortung von Wohnbaulandpotenzialen und ihrer gebietsverträglichen Aktivierung, zur Ermittlung dringender Handlungsbedarfe der Wohnumfeld- und Bestandsverbesserung sowie der sozialen Stabilisierung und damit der Ableitung gezielter Maßnahmenkataloge ist eine kleinräumige Betrachtung unabdingbar. Dieses soll durch Stadtteilentwicklungskonzepte und ein Stadtteilmonitoring geleistet werden.

Der geförderte Mietwohnungsbau ist ein wichtiges Instrument zur Sicherung des Angebots im preiswerten Marktsegment, vor allem zur Sicherung von Mindeststandards der Wohnqualität in diesem Sektor. In den letzten Jahren wurden hierüber auch innovative Projekte, wie das Mehrgenerationenwohnhaus in der Weikertsblochstraße und studentisches Wohnen im Mathildenviertel gefördert. Über Steuerungsinstrumente wie die mittelbare Belegung und die Festsetzung von Obergrenzen im Straßenblock bzw. Quartier wird eine Bildung von Brennpunkten verhindert.

Die wichtigsten Daten im Überblick (Entwicklung bis 2020):

  • Einwohnerzuwachs von ca. 118.000 auf 120.000 als Zielgröße
  • Wohnflächenzunahme von 36,4 auf 39 m²/E als Zielgröße
  • Bau neuer Wohneinheiten ca. 3.800 (380 pro Jahr, derzeit ca. 160 pro Jahr) als Zielgröße
  • Gesamtwohnungsbestand 60.287 (31.12.2008)
  • Davon ca. 4.300 Wohnungen im geförderten Mietwohnungsbau (Quote 7%)
  • Ziel ist hier mindestens eine Stabilisierung der Quote, dies bedeutet Neubau von ca. 30 Wohneinheiten pro Jahr