Mehr Sicherheit und Ordnung: Stadtpolizei weitet die Dienstzeiten aus
Offenbach, den 06.01.2011, letzte Bearbeitung: 07.01.2011Seit 1996 gibt es die Stadtpolizei in Offenbach und ihre Aufgaben haben stetig zugenommen. Waren anfangs nur zwei Stadtpolizisten in blauer Uniform unterwegs, sorgen inzwischen 23 kommunale Ordnungshüter für Sicherheit und Sauberkeit.

„Damit haben wir eine deutlich ausgeweitete Einsatzbereitschaft“, so Ordnungsdezernent Paul-Gerhard Weiß bei der Vorstellung der neuen Dienstgruppen: „Zeitweise verfügten wir nur über 9 Stadtpolizisten. Das ist für eine Großstadt mit ihren vielfältigen Problemlagen zu wenig.“
Dank der personellen Aufstockung in den Jahren 2009 und 2010 mit jeweils 5 neuen kommunalen Ordnungshütern und einem ausgeklügelten Schichtsystem kann die Stadtwache in der Berliner Straße 60 seit Anfang des Jahres von Montag bis Samstag von 06.00 Uhr bis 00.30 Uhr besetzt sein. In drei Dienstgruppen in einer vier-Tage-Wochen sind jeweils zwei Mitarbeiter im Innendienst tätig, während sechs Kräfte auf Streife in der Stadt präsent sind. „Mit der Ausweitung der Dienstzeiten und der zusätzlichen Besetzung weiterer Stellen kann die Stadtpolizei ihren Aufgaben jetzt besser gerecht werden“, bestätigt auch der Leiter des Ordnungsamtes Peter Weigand.
Denn der Kanon der Aufgaben hat deutlich zugenommen: So zählt heute nicht mehr nur das „Knöllchenschreiben“ zum Aufgabengebiet der kommunalen Ordnungshüter. Die Stadtpolizisten sind in den Straßen präsent und Ansprechpartner, wenn es um Ruhestörungen, wilde Müllhalden und sonstige Beschwerden geht. Sie kümmern sich um die Einhaltung der Verkehrsregeln und leisten Amtshilfe für andere Ämter und Behörden. Seit 2009 zählen auch Abschiebeverfahren zu den Aufgaben der Kommune und fallen somit in die Zuständigkeit der der Stadtpolizei. Rund 50 Abschiebungen pro Jahr sind es in Offenbach, in seltenen Fällen haben die illegalen Ausländer nicht nur ihre Papiere verloren, sondern können sich auch nicht mehr an ihren Namen oder ihre Herkunft erinnern. Diese werden von einem Mitarbeiters der Stadtpolizei nach Berlin begleitet und den dort ansässigen Konsulaten und Botschaften vorgestellt, um Herkunft und Identität festzustellen.
Außerdem sorgen sie bei Stadtfesten, Umzügen, Demonstrationen und natürlich auch bei Spielen der Offenbacher Kickers für Sicherheit und Ordnung. Eine Vielzahl von Aufgaben also, die die Stadtpolizei mit einer vergleichsweise schmalen Organisationsstruktur zu bewältigen hat: In Frankfurt sind über 200 kommunale Ordnungshüter im Einsatz.
Insgesamt acht Frauen und neun Männer sind im Streifendienst unterwegs und bei der Zusammenstellung der Dienstpläne wird darauf geachtet, dass jede Streife mit einem Mann und einer Frau besetzt ist. Dies, so Abteilungsleiter Jens Teschner, nicht nur weil Frauen als deeskalierend gelten, sondern auch, weil Leibesvisitationen an Frauen nur von Frauen durchgeführt werden dürfen.
Trotz der gewachsenen Akzeptanz der blau uniformierten Stadtpolizisten in der Bevölkerung sind diese natürlich nicht überall gerne gesehen. Eine Schutzwaffe gehört nicht zur Ausstattung, aber zur eigenen Sicherheit tragen die Ordnungshüter eine schuss- und stichsichere Weste sowie ein Funkgerät und sind mit einem Teleskopschlagstock und Pfefferspray ausgestattet. Der Einsatz des Schlagstocks, der den vor einiger Zeit ausrangierten Gummiknüppel ablöste, erfordert eine über die zweimonatige Ausbildung hinausgehende Zusatzqualifikation, auch der Einsatz von Handfesseln ist ein separater Ausbildungsbaustein.
Koordiniert werden die Einsätze von zwei Innendienstlern in der Stadtwache in der Berliner Straße, die zusätzlich noch das Geschehen auf zwei Bildschirmen über ihnen im Blick haben müssen: Insgesamt acht Überwachungskameras liefern Bilder von Brennpunkten der Stadt, wie der S-Bahn-Station Marktplatz oder aus dem Lauterborn. Deren Bilder werden nach 6 Tagen automatisch gelöscht, aber bereits die Existenz der Kameras habe sich positiv auf die Gesamtlage ausgewirkt, meint Peter Weigand. Denn außer einer nächtlichen Müllentsorgung habe es seitdem kaum nennenswerte Vorkommnisse gegeben.
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