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Kommunale Präventionsarbeit in Offenbach – ein Überblick

Offenbach, den 28.09.2009, letzte Bearbeitung: 15.07.2013
Frank Weber, Geschäftsstelle Kommunale Prävention

Lenkungsgruppe Prävention als oberstes Gremium der Kommunalen Prävention in Offenbach

Um Kommunale Präventionsarbeit zu organisieren und zu steuern, wurden in Offenbach Strukturen geschaffen, die dies unterstützen. Als oberstes Organ gibt es die Lenkungsgruppe Prävention. Mitglieder des Offenbacher Präventionsrates sind der Oberbürgermeister, der Bürgermeister, der Ordnungsdezernent, der Leiter des Ordnungsamtes, der Polizeipräsident, die Leiterin des Amtsgerichts, der Leiter der Staatsanwaltschaft, der Leiter des Staatlichen Schulamtes und der Vorsitzende des Fördervereins Sicheres Offenbach e.V.. Seit Ende 2012 ist auch der Vorsitzende des Offenbacher Ausländerbeirats als ständiges Mitglied in dem Gremium vertreten. Die Geschäftsführung liegt beim Ordnungsamt der Stadt Offenbach, Geschäftsstelle Kommunale Prävention.

Runde Tische als örtliche Präventionsgremien und Facharbeitskreise

Runde Tische sind die Präventionsgremien vor Ort. Vertreter von Polizei, Ordnungsamt, Jugendamt, Schulen, Kitas, Bürgerinitiativen, Kirchen / Moscheen, Baugesellschaften, anderen Organisationen und auch Bürgerinnen und Bürger treffen sich regelmäßig sechs bis achtmal pro Jahr in den jeweiligen Stadtteilen, um die Situationen dort zu erörtern und Maßnahmen zu besprechen. In Offenbach gibt es die Runden Tische Innenstadt, Nordend, Süd, Ost und den AK Waldhof. Stadtteilfeste, oft initiiert oder organisiert von den Stadtteilgremien, fördern seit Jahren das Miteinander der Menschen mit unterschiedlichen kulturellen Hintergründen in Offenbach.

Facharbeitskreise beschäftigen sich mit besonderen Themen wie häusliche und sexuelle Gewalt sowie Sicherheit im Öffentlichen Personennahverkehr. So bilden z.B. die Offenbacher Verkehrsbetriebe GmbH (OVB) regelmäßig SchülerInnen als Busbegleiter aus. Im vergangenen Jahr wurde zum Thema „Häusliche Gewalt“ vom zuständigen Facharbeitskreis in Kooperation mit dem Netzwerk gegen Gewalt der Film „Kehrtwende“ gezeigt mit anschließender Diskussion sowie die interaktive Ausstellung „ECHT FAIR!“ in einer Berufsschule organisiert. Das örtliche Hilfesystem in der Stadt Offenbach für Opfer bei körperlicher, seelischer und sexueller Gewalt ist in einer Broschüre zusammengetragen worden.

Präventionsarbeit in den Kindergärten

Die wesentlichen Säulen für die Präventionsarbeit in den städtischen Kindertagesstätten in Offenbach sind die kontinuierliche Bildungsunterstützung mit regelmäßiger Sprachförderung, auch in Zusammenarbeit mit Grundschulen, sowie die Entwicklung der Sozialkompetenz der Kinder und damit deren Persönlichkeitsentwicklung. Die Sprachförderung hat aufgrund des sehr hohen Anteils von Kindern mit Migrationshintergrund einen hohen Stellenwert. Um die Entwicklung der Kinder noch besser fördern zu können, finden derzeit umfangreiche Weiterbildungsprojekte für Erzieherinnen und Erzieher in den 22 städtischen Kitas statt, um die notwendigen pädagogischen Voraussetzungen für die Alltagsarbeit zu schaffen.

Papilio, ein pädagogisches Programm für Kindergärten, reduziert Verhaltensauffälligkeiten und erhöht die sozial-emotionale Kompetenz der Kinder. Es lässt sich in jedem Kindergarten in den normalen Alltag einfügen, was mit einem Modellprojekt in der Praxis sowie mit wissenschaftlicher Begleitung belegt wurde. Es richtet sich an Erzieherinnen und Erzieher, die Kinder und deren Eltern. Der Eigenbetrieb Kindertagesstätten arbeitet zur Implementierung von Papilio seit ca. 5 Jahren mit der Fachstelle für Suchtprävention des Suchthilfezentrums Wildhof zusammen; es werden ganze Teams in den Kitas geschult.

Faustlos ist ein für Schulen und Kindergärten entwickeltes Curriculum zur Förderung sozial-emotionaler Kompetenzen und zur Prävention von aggressivem Verhalten. Die Curricula vermitteln auf alters- und entwicklungsadäquate Weise sozial-emotionale Kompetenzen in den Bereichen Empathie, Impulskontrolle und Umgang mit Ärger und Wut, wodurch aggressives Verhalten verhindert wird. Zahlreiche wissenschaftliche Untersuchungen belegen die Wirksamkeit des Programms und verschiedene "Nebeneffekte" wie die Förderung verbaler Kompetenzen.

Jugendliche und junge Erwachsene werden Paten von Kita-Kindern, sie unterstützen die Kinder auf vielfältige Weise. Sie gehen auch mit nach Hause, sind manchmal wie ein großer Bruder oder eine große Schwester. Sie erhalten für ihre Tätigkeit eine Patenschaftsurkunde, unterzeichnet vom Oberbürgermeister. Das Patenschaftsprojekt, organisiert vom Agenda-Büro, läuft seit 2001 in mittlerweile der Hälfte aller Kitas. Pro Jahr sind 20 bis 25 Paten aktiv, manche auch über mehrere Jahre. Seit Beginn des Projektes wurden über 350 Paten eingesetzt. Das Projekt unterstützt durch die unterschiedliche Herkunft der Beteiligten „nebenbei“ das interkulturelle Miteinander.

Präventionsarbeit in den Grundschulen

Wesentliche Bausteine der Kommunalen Präventionsarbeit in Offenbach ist die Präventionsarbeit in den Schulen. Dabei spielen Grundwerte wie Ehrlichkeit, Offenheit und der Respekt vor anderen eine große Rolle. People's Theater, ein mehrfach ausgezeichneter gemeinnütziger Verein, gegründet in Offenbach, hilft mit seinen Shows den Kindern soziales Verhalten, respektvolles Miteinander und Handlungsmöglichkeiten bei Konflikten über das Medium Theater nahe zu bringen bzw. zu stärken. Den Offenbacher Grund- und Förderschulen werden jährlich durch die Stadt und dem Förderverein Sicheres Offenbach e.V. flächendeckend interaktive Theatershowreihen mit People’s Theater angeboten, um die Ziele auf breiter Basis zu erreichen.

Um den Schulen die Entscheidung für ein Engagement des Ensembles zu erleichtern, bietet die Stadt den Schulen seit 2008 gemeinsam mit dem Förderverein Sicheres Offenbach e.V. den Grundschulen eine Kostenbeteiligung von 75 Prozent an. Das Angebot gilt für alle dritten bzw. vierten Klassen. Das bestehende Angebot wird mittlerweile von den meisten Grund- und Förderschulen angenommen. 2012 wurden an 14 Offenbacher Grundschulen 230 People’s Theater Shows durchgeführt und dabei insgesamt 46 Klassen mit 961 Schüler/innen erreicht.

Weitere Präventionsarbeit in den Schulen („Offenbacher Methodenkoffer“)

Offenbacher Schulen erhalten über den „Offenbacher Methodenkoffer zur Gewaltprävention“ Beratung und Unterstützung bei der Analyse des Bedarfs an der jeweiligen Schule und der Auswahl und Finanzierung der passenden Präventionsmaßnahmen. Das Jugendamt unterstützt Schulen dabei, Gewaltprävention als Daueraufgabe zu verstehen und in den Schulalltag zu implementieren, indem dafür Strukturen geschaffen werden (AG Prävention). Schulen sollen in die Lage versetzt werden, selbst zu erkennen, was es wo braucht, um rechtzeitig und mit den passenden Instrumenten präventiv tätig zu werden. Im Auftrag des Fördervereins Sicheres Offenbach e.V. hatte Dr. Michael Koch vom Jugendamt den sogenannten Offenbacher Methodenkoffer entwickelt, der den Schulen Handlungsorientierung gibt und Maßnahmen und Projekte zur Gewaltprävention vorschlägt. Die Maßnahmen werden jährlich evaluiert und der Methodenkoffer fortgeschrieben.

Kernmodule des Methodenkoffers sind neben den Schul-AGs “Gewaltprävention“ Präventionsprogramme wie Faustlos, Eigenständig werden, Cool sein, Cool bleiben, PIT-Prävention im Team. Es geht um die Persönlichkeitsentwicklung der Schülerinnen und Schüler im Sinne unserer Gesellschaft, um Konfliktlösungskompetenzen, aber auch um täterorientierte Konzepte mit Fallgesprächen und konfrontativen Ansätzen, um Grenzen aufzuzeigen, über Sanktionen zu reden und klare Erwartungen zu formulieren. Hier ist insbesondere die Polizei gefordert, die die Schulen und die Stadt auch bei vielen Projekten und Maßnahmen zur Gewaltprävention tatkräftig unterstützt. Neue Module zu den Themen Häusliche Gewalt“ und „Umgang mit neuen Medien“ ergänzen das Bewährte.

Der Offenbacher Methodenkoffer erreichte seit 2005 mehr als 13.000 Schülerinnen und Schüler, Lehrkräfte und Eltern. Ermöglicht wird dies durch eine finanzielle Unterstützung des Fördervereins Sicheres Offenbach von derzeit 25.000 Euro jährlich. Dieser wiederum wird getragen von Offenbacher Unternehmen, deren Beiträge die Unterstützung ermöglichen. Das Offenbacher Konzept für die Schulen ist in weiten Kreisen der deutschen Fachwelt anerkannt und als vorbildlich gewürdigt.
2012 wurden in 13 Schulen unterschiedlichster Schultypen ca. 2102 Personen erreicht, davon 2031 SchülerInnen (Quelle: Bericht Jugendamt 2012).

Fachtage Gewaltprävention

Zum Thema Gewaltprävention bietet das Jugendamt der Stadt Offenbach jährlich Fachtagungen für Pädagogen und Fachkräfte zum Erfahrungsaustausch und zur fachlichen Vertiefung an. Mobbing und der Umgang mit neuen Medien standen hier zuletzt besonders im Fokus.

Boxprojekt Nordend

Aus der Arbeit des RTN heraus entstand das Boxprojekt im Nordend, daraus resultierend der Boxclub Nordend e.V.. Der Boxclub Nordend ist seit dem Jahr 2003 eines der erfolgreichsten Gewaltpräventions- und Integrationsprojekte Hessens. Sein Angebot wendet sich vor allem an schwierige, gewaltbereite Jugendliche im Alter zwischen 12 und 22 Jahren. Unter dem Motto „Fordern und Fördern“ werden den etwa 70 regelmäßig im Verein trainierenden jungen Menschen , die zum überwiegenden Teil einen Migrationshintergrund haben, Werte wie Pünktlichkeit, Disziplin und Respekt und gegenseitige Wertschätzung vermittelt und konsequent eingefordert, immer mit dem Ziel, die jungen Männer und Frauen in ihren Entwicklungsprozessen zu unterstützen und ihnen zu vermitteln, dass Gewalt keine Lösung von Konflikten ist. Daher wird das regelmäßige Boxtraining u.a. durch Hausaufgabenhilfe, Unterstützung bei der Suche nach einem Ausbildungsplatz und bei Behördengängen sowie Ernährungsberatung, Entspannungs- und Atemübungen aus dem Yoga flankiert. Die Vereinsarbeit unterstützt er aus Zuschüssen der Stadt, des Vereins Sicheres Offenbach e.V., durch Sponsoren und Preisgelder. Unter vielen weiteren Auszeichnungen bekam der Boxclub Nordend den Hessischen Präventionspreis verliehen.

Hilfeinseln in Offenbach

Das Pilotprojekt „Hilfeinsel Offenbach“ wurde 2010 gemeinsam von der Polizei, der Stadt Offenbach und der Starthäuschen GmbH als Pilotprojekt im Nordend gestartet.
Die Idee „Leon“, dem Kinderkommissar, als sichtbares Zeichen in Läden und Schaufenster zu platzieren, ist von der Polizei Hessen schon seit mehreren Jahren erfolgreich in anderen Kommunen und Städten durchgeführt worden. Das Projekt hat es sich zur Aufgabe gemacht, die Lebensumwelt von Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen in der Stadt zu verbessern.
Ziel ist, dass sich Kinder und Jugendliche im öffentlichen Raum sicher und unbeschwert bewegen können. Im Falle eines kleinen oder großen Notfalls sollen sie möglichst sofort sichere und zuverlässige Hilfe erhalten. Das Projekt soll dazu beitragen, ein kinder- und familienfreundliches Klima in der Stadt weiter zu fördern, und sich alle Bürger ihren Mitmenschen gegenüber rücksichtsvoll und hilfsbereit zeigen. Zu diesem Zweck soll ein lokales Netzwerk aufgebaut und betreut werden. Die Partner im Netzwerk erklären sich bereit, Kindern und Jugendlichen in kleinen und großen Notsituationen zu helfen.
Das Projekt Hilfeinsel setzt auf verschiedenen Ebenen an:
• Die lokalen Partner (sowie eine breite Öffentlichkeit) werden sensibilisiert für die Situation von Kindern, Jugendlichen und Hilfebedürftigen. Sie tragen dadurch zu einer erhöhten sozialen Aufmerksamkeit bei.
• Zudem werden sie selbst als hilfsbereit und kinderfreundlich wahrgenommen.
• Das subjektive Sicherheitsgefühl der Kinder (und auch deren Eltern) wird erhöht. Im Falle von Gefahren oder anderen Notsituationen wird aber auch objektiv schnelle, verlässliche und adäquate Hilfe geleistet.
• Die Bereitschaft zum sozialen Handeln wächst.

Durch die Beteiligung von Kindern, Eltern und Einzelhändlern unterschiedlicher Herkunft hat das Projekt auch einen interkulturellen Aspekt. Kitas, Schulen und Kindereinrichtungen wurden und werden ermuntert, das Projekt und seine Bedeutung regelmäßig an die Eltern und vor allem an die Kinder zu vermitteln.

Aufgrund der bisherigen guten Erfahrungen ist nun die Ausweitung der Hilfeinseln auf die Innenstadt einschließlich des Mathildenviertels vorgesehen, später für Lauterborn. Die Organisation erfolgt hier durch das Quartiersmanagement der Stadt Offenbach in enger Kooperation mit der Polizei und der Geschäftsstelle Kommunale Prävention der Stadt Offenbach.

Bürger-Alarm-System

Zur besseren Information und Kommunikation zwischen Polizei und den Bürgern bietet die Stadt mit dem Förderverein Sicheres Offenbach e.V. das Bürger-Alarm-System an. Teilnehmende BürgerInnen, mittlerweile über 4.700, werden per Telefon von der Polizei über verdächtige Vorfälle und konkrete Gefahren gewarnt. Durch Aufkleber an der Haustür können die TeilnehmerInnen zeigen, dass sie am System angeschlossen sind.

Gewalt-Sehen-Helfen

Um Bürgerinnen und Bürgern zu zeigen, wie man anderen helfen kann, die bedrängt werden und in einer Notsituation sind, ohne sich dabei selbst in Gefahr zu begeben, werden von Stadt und Polizei im Rahmen der Kampagne „Gewalt-Sehen-Helfen“ seit vielen Jahren regelmäßig Workshops und Seminare angeboten. Neben regelmäßige Seminare für Jedermann gibt es auch Workshops für Auszubildende und Bedienstete der Stadtverwaltung.


Maßnahmen gegen illegale Graffiti und Unordnungszustände

Ordnungsstörungen und Verwahrlosungen beeinträchtigen das Sicherheitsgefühl der Bevölkerung - unabhängig davon, dass sie häufig auch einen Nährboden für Kriminalität bieten. Kommunen aber, in denen sich die Bürgerinnen und Bürger unsicher fühlen, verlieren auf Dauer ihre Attraktivität. Da die örtliche Wirtschaft und potentielle Investoren in Sicherheit und Ordnung einen entscheidenden Standortfaktor sehen, liegt es im Eigeninteresse der Städte, im Rahmen ihrer Zuständigkeiten maßgeblich zur Gewährleistung von Sicherheit und Ordnung beizutragen. Im Rahmen des Projektes „Besser leben in Offenbach – Gib acht auf Offenbach“ werden Stadtteile „aufgeräumt“ und punktuell aufgewertet, beschmierte Schaltkästen gesäubert. Die enge Zusammenarbeit von Stadt, Polizei und den großen Baugesellschaften führte zu einer Vereinbarung, bei neuen Graffitis Anzeigen zu erstellen, die Täter zivilrechtlich zu belangen und die Schmierereien schnellstmöglich zu beseitigen. Angebote der Stadt an private Hauseigentümer sollen diese animieren, ebenso zu agieren.


Regelmäßige Offenbacher Präventionstage

Seit 2008 finden jährlich Offenbacher Präventionstage statt, bei denen die Öffentlichkeit über präventive Angebote in Offenbach informiert werden. Sie stehen jedes Mal unter einem besonderen Motto. 2012 war es Mobbing, 2013 stehen die Suchtgefahren im besonderen Fokus. Federführend werden die Veranstaltungen organisiert von der Stadt Offenbach, Geschäftsstelle Kommunale Prävention, in enger Kooperation mit der SOH Offenbach und der Polizei.


Gemeinsame Prävention gegenTaschendiebstähle

Drei Flohmärkte, ohne dass die Polizei auch nur einen Taschen- oder Trickdiebstahl registrieren musste: Das war das ermutigende Ergebnis Ende letzten Jahres der gemeinsamen Präventionsmaßnahmen der Stadt Offenbach, konkret dem Quartiersmanagement und dem Ordnungsamt, Geschäftsstelle Prävention, der Polizei und dem Flohmarktbetreiber auf dem Gelände des Ringcenters. Dort waren im Sommer letzten Jahres vermehrt Taschen- und Trickdiebe auf dem Flohmarktareal in Erscheinung getreten, sodass sich die Stadt Offenbach, der Veranstalter und die Polizei gemeinsam an einen Tisch setzten und ein Konzept erarbeiteten, um den Langfingern den Kampf anzusagen.
Mit großen „Stopp“-Plakaten und Hinweiskarten mit klarer visueller Botschaft und, wegen des internationalen Publikums, kurzem Text in mehreren Sprachen wird auf dem Veranstaltungsgelände vor Taschendieben gewarnt. Zudem sprechen die Stadtteilrundgänger des Quartiersmanagements, Mitarbeiter des Ordnungsamtes sowie die Beamten der Offenbacher Kriminalpolizei gezielt Besucher an, die allzu sorglos mit ihrer Geldbörse umgingen. Die Präventionsmaßnahmen auf dem Flohmarkt am Ringcenter werden bis auf weiteres fortgeführt.


Weitere Maßnahmen der Stadt zur Erhöhung der objektiven und subjektiven Sicherheit

Punktuelle Videoüberwachungen im Stadtgebiet tragen zur objektiven und subjektiven Sicherheit bei. Die Anzahl der Stadtpolizisten wurde 2011 erhöht und die Dienstzeiten auf Montag bis Samstag von 6:30 Uhr bis 24 Uhr ausgeweitet. Zunehmend werden im Rahmen der bestehenden Ordnungspartnerschaft die S-Bahnstationen bestreift. Präventive Aspekte fließen ein bei Schulbausanierungen und Baumaßnahmen im öffentlichen Raum.


Suchtprävention
„Hart am Limit“


Das Projekt HaLT (Hart am Limit“) startete in Offenbach 2011. „HaLT“ ist ein erprobtes Projekt und wird bundesweit bereits an über 140 Standorten durchgeführt. Es bietet spezielle Hilfe für Kinder und Jugendliche, die nach exzessivem Trinken mit einer Alkoholvergiftung in einer Klinik aufgenommen werden müssen.

„HaLT“ besteht aus zwei Bausteinen. Zum einen findet eine frühzeitige Intervention bei auffällig gewor¬denen Kindern und Jugendlichen statt, beispielsweise über eine Kontaktaufnahme mit den Betroffenen nach der Notfallaufnahme im Krankenhaus. Ziele der Beratung sind die Unterstützung bei der Bewälti¬gung der individuellen Problemsituation unter Einbeziehung des sozialen Umfeldes. Parallel dazu sollen die Jugendlichen lernen, Risiken besser einschätzen zu können. Das Suchthilfezentrum Wildhof, das das Projekt im Auftrag der Stadt Offenbach federführend organisiert, und die Kinderklinik des Klinikums Offenbach haben dazu einen Konsiliarvertrag abgeschlossen.

Der zweite Baustein ist ein Netzwerk zur Prävention von Alkoholgefahren. Auf lokaler Ebene arbeiten verschiedene Institutionen zusammen und tragen mit Präventionsmaßnahmen und Aufklärungs¬kam¬pagnen zum Thema Alkohol dazu bei, Jugendliche, Eltern sowie die Öffentlichkeit für einen verant-wortungsbewussten Umgang mit Alkohol zu sensibilisieren und zur konsequenten Umsetzung des Jugendschutzgesetzes in Gaststätten, Einzelhandel und bei öffentlichen Festen und Veranstaltungen hinzuwirken. In Stadt und Kreis Offenbach arbeiten Jugendamt, Gesundheitsamt, Ordnungsamt, Schulamt und Polizei mit dem Suchthilfezentrum Wildhof zusammen. Gemeinsam mit dem Kreis Offenbach wurde ein HaLT-Netzwerk geschaffen, um auf der Arbeitsebene noch effektiver zu arbeiten. Zweimal im Jahr finden abwechselnd Netzwerktreffen in Stadt und Kreis Offenbach statt. Themen sind u.a. Planung von gemeinsamen Aktionen (Aktionswoche Alkohol, Jugendfilmtage, KlarSicht Parcours), Informationen und Berichte.


Gütesiegel: Richtig feiern – Jugend schützen

Die Festkultur hat sich in den letzten Jahren allgemein verändert. Zunehmend sind Festveranstaltungen von konsumorientierten Inhalten geprägt und weniger von ursprünglichen Traditionen. Für viele Jugendliche gehört zu einem Fest der Alkoholkonsum, verbunden mit dem Versuch, die gesetzlichen Altersgrenzen zu umgehen. Vor allem Bier und Spirituosen sind „Kult“. Manchmal wird daraus „Komasaufen“, ein lebensbedrohliches Besäufnis bis zum Umfallen. Mit zunehmendem Alkoholkonsum steigen auch das Gewaltverhalten bei Jugendlichen und die Gefahr, selbst zum Opfer von Gewalt zu werden. Das sog. Rauschtrinken (mind. 5 alkoholische Getränke bei einer Trinkgelegenheit) ist gerade bei jungen Erwachsenen (18-25-Jährige) recht deutlich ausgeprägt.

Bisher hat diese Entwicklung die Stadt Offenbach zumindest im öffentlichen Bereich noch wenig betroffen. Damit dies auch so bleibt, haben die Stadt Offenbach und das Suchthilfezentrum Wildhof das Konzept für ein Gütesiegel erarbeitet mit klaren Vorgaben, wie bei Festveranstaltungen Alkoholprävention verwirklicht und der Jugendschutz konsequent eingehalten werden kann.

Ein gutes Fest braucht gute Vorbereitung. Jugendschutz gehört dazu. Das Gütesiegel für Feste in Offenbach zeichnet Veranstaltungen aus, die verantwortungsvoll die gesetzlichen Bestimmungen umsetzen und gleichzeitig kreative Lösungen finden, damit das Fest auch für Jugendliche attraktiv bleibt.

Das Gütesiegel zeigt in der Öffentlichkeit, dass bei diesem Fest ein verantwortlicher Umgang mit Alkohol und aktiver Jugendschutz erreicht werden sollen. Der Veranstalter selbst hat durch das Gütesiegel einen mehrfachen Vorteil:
sein Image in der Öffentlichkeit wird gesteigert
• er übt eine Vorbildfunktion aus
• dem Ausbrechen von Gewalt, Randale oder Vandalismus wird vorgebeugt
• potentiell lebensgefährliche Alkoholvergiftungen von Jugendlichen werden verhindert
• Alkoholunfälle werden vermieden
• er übernimmt Verantwortung.

Das Gütesiegel wird auf Antrag vom Ordnungsamt der Stadt Offenbach verliehen. Der Festveranstalter muss in seinem Konzept zeigen, dass er die Regeln umsetzt. Die Verantwortung für die Umsetzung liegt beim Veranstalter. Er hat dafür zu sorgen, dass alle Standbetreiber informiert sind und die Verpflichtungen einhalten. Das Gütesiegel selbst kann und soll auch in der Festwerbung eingesetzt werden. Beispielsweise indem schon vorab in der Öffentlich¬keits¬arbeit auf den Jugendschutz und entsprechende Kontrollen auf dem Fest hingewiesen wird.

Die Stadt Offenbach stellt dem Veranstalter Hinweisschilder zur Verfügung mit den Regeln des Gütesiegels, die beim Fest und an den Ausschankstellen ausgehängt werden sollen.
Bei Bedarf bietet die Fachstelle für Suchtprävention des Suchthilfezentrums Wildhof für das Personal der Festgastronomie eine spezielle Schulung an, um sie über die Hintergründe des Konzeptes zu informieren und auf dessen Umsetzung vorzubereiten.
Auch im vergangenem Jahr erhielten einige Veranstaltungen das Gütesiegel für Feste: das Bierfest, das Lauterbornfest, das Mathildenplatzfest, das Nordendfest und der Offenbacher Weihnachts- und Neujahrsmarkt. Sie hatten sich zuvor zu einem besonders verantwortungsvollen Umgang mit Alkohol verpflichtet und attraktive nichtalkoholische Getränke angeboten. Bei Rundgängen der Stadtpolizei und der Landespolizei gab es keinerlei Beanstandungen.
Der Bundesverband des Deutschen Getränkegroßhandels e.V. hat zu dem in seiner Zeitschrift auf die Verleihung des Offenbacher Gütesiegels an den Veranstalter des Bierfestes hingewiesen und bundesweit für entsprechende Aktivitäten zum Schutz der Jugend geworben.
Das Offenbacher Gütesiegel für Feste wurde in das Konzept von HaLT integriert.

Schülerworkshops zur Alkohol- und Suchtprävention für Offenbacher Schulen

Seit 2010 werden den Offenbacher Schulen aktiv Workshops zur Alkohol- und Suchtprävention durch die Fachstelle für Suchtprävention beim Suchthilfezentrum Wildhof angeboten. Damit sich die Schulen diese Workshops auch leisten können wurde der Förderverein Sicheres Offenbach e.V. dafür gewonnen, die Finanzierung zu übernehmen.

Die Nachfrage nach den Schüler-Workshops zur Suchtprävention ist weiter steigend. Während 2010 3 Schulen erreicht wurden, waren es 2011 bereits 5 Schulen und im Jahr 2012 6 Schulen, an denen Schüler-Workshops stattgefunden haben. Für das Jahr 2013 ist das Interesse ähnlich groß. Wurden in den beiden Vorjahren bisher jeweils 17 Schulklassen erreicht, so wurden im Jahr 2012 in 20 Schulklassen Workshops durchgeführt. Die Schülerzahl hat sich dennoch nicht erhöht, da es sich oftmals um kleinere Klassengrößen handelte wie z.B. Klassen von Förderschulen (für Lernhilfe) oder BGJ-Klassen an Berufsbildenden Schulen. Dies zeigt jedoch, dass in solchen Klassen bzw. Schulformen ein besonderer Bedarf an Suchtprävention besteht.
Nach wie vor zeigt sich, dass es schwierig ist, vor allem die Schüler-Workshops zur Cannabisprävention / Quo Vadis zu bewerben. Von den Schulen in der Stadt Offenbach werden tendenziell Workshops zur allgemeinen Suchtprävention nachgefragt. Für 2013 weist ein neuer Trend die Nachfrage nach Schüler-Workshops zu den Themen Mediensuchtprävention sowie (Glücks)Spielsuchtprävention auf. Dieser Trend zeigt sich nicht nur in Schulen in der Stadt Offenbach sondern auch im Landkreis Offenbach. Die Fachstellen für Suchtprävention erarbeiten aktuell mit den studentischen Honorarkräften eine Konzepterweiterung um den Baustein Medienkonsum, um auch hier der gestiegenen (und steigenden) Nachfrage gerecht zu werden. Des Weiteren besteht im Suchthilfezentrum Wildhof eine interne Kooperation mit der Fachberaterin für Glücksspiel. Da von Seiten der Schülerinnen und Schüler in den Workshops vermehrt Fragen zum Thema Glücksspiel gestellt werden, ist eine Schulung zu diesem Thema für die Honorarkräfte in Planung.


Aktionswoche Alkohol

Alle zwei Jahre präsentieren sich die örtlichen Selbsthilfegruppen in Kooperation mit der Stadt und der Polizei in der Offenbacher Fußgängerzone und informieren die Öffentlichkeit über ihre Angebote.

Jugendfilmtage im Kino Cinnemaxx

Nach 2011 werden auch 2013 Jugendfilmtage im Offenbacher Kino Cinnemaxx durchgeführt. Zielegruppe sind die SchülerInnen in Stadt und Kreis Offenbach. Organisiert werden die Jugendfilmtage vom Suchthilfezentrum Wildhof im Auftrag von Stadt und Kreis Offenbach. Wichtige Partner für die Jugendfilmtage sind die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung und das Netzwerk gegen Gewalt.