People’s Theater – die Show, bei der das Publikum Regie führt
Offenbach, den 01.04.2008, letzte Bearbeitung: 19.03.2009
People’s Theater ist ein soziales Projekt, das unter der Schirmherrschaft des Offenbacher Oberbürgermeisters Gerhard Grandke im Oktober 2001 ins Leben gerufen wurde. In Zusammenarbeit mit der Städtischen Koordinationsstelle für Kommunale Gewaltprävention, der „Leitstelle für Zusammenleben in Offenbach“, dem Staatlichen Schulamt sowie der Kreisjugendförderung hat der gemeinnützige Verein Forum e.V. ein Konzept namens People’s Theater entwickelt.
Die People’s Theater Show wird regelmäßig und langfristig in den Unterricht eingebunden, um die soziale und ethische Erziehung an Schulen zu unterstützen. Die Auftritte finden vorwiegend in Schulen, aber auch in Jugendbildungswerken und Jugendzentren statt. Ein neun-köpfiger pädagogischer Beirat berät und begleitet die Projektentwicklung.
Ziele der Shows ist es, dass Kinder und Jugendliche ihr eigenes, kreatives Potential entdecken, Konflikte auf konstruktive Weise zu lösen, und ihre soziale Kompetenz entwickeln. Es gilt, das Gewaltpotential an Schulen zu verringern, um Lehrkräften und Schülern den Weg hin zu einer „fruchtbaren“ Lernumgebung zu ebnen. Konkrete Gewaltvorfälle sollen mit Schülern und Lehrern in einem Diskussionsrahmen problematisiert werden. Auch Themen wie Drogen, Rassismus, Beruf und Karriere, Familienkonflikte und so weiter sollen im Rahmen der Zielsetzung aufgegriffen werden.
People’s Theater behandelt die Themen auf unterhaltsame und anschauliche Art und Weise mit dem Ziel, positive Lösungsansätze anzuregen und gemeinsam mit dem Publikum zu entwickeln. Dabei werden Elemente des Theaters und der Talkshow miteinander verbunden.
Wie funktioniert das? Innerhalb der Show wird eine kurze Theaterszene vorgespielt, in der ein sozialer Konflikt dargestellt wird. Kurz bevor die Situation eskaliert, stoppt ein Moderator die Szene und gemeinsam mit dem Publikum geht er auf die Suche nach den Hintergründen des Konfliktes und fördert eine gemeinsame Aussprache über mögliche konstruktive Lösungswege.
Während in gängigen Talkshows die Gäste im Vordergrund stehen, spielt bei der People’s Theater Show das Publikum die Hauptrolle. So wird es nicht nur ermutigt, Lösungsvorschläge vorzubringen, sondern diese auch selbst theatralisch auszuprobieren. Dabei erkennen die Kinder beziehungsweise Jugendlichen oft sehr schnell, dass nicht zuzuschlagen, sondern der Versuch, das Problem mit Worten zu regeln, der erfolgreichere Weg ist. Außerdem wird auch überlegt, welche Eigenschaften zum Durchführen von Lösungsvorschlägen hilfreich beziehungsweise notwendig sind.
People’s Theater hat sich somit zum Ziel gesetzt, durch Wertevermittlung und Förderung ethischen Denkens und Handelns kreativ und vor allem aktiv zur Gewaltpräventions- und Integrationsarbeit der Stadt und des Kreises Offenbach beizutragen.
Derzeit bildet die Gruppe unter anderen auch Lehrer und Lehrerinnen der Wilhelmschule und Schülerinnen sowie Schüler der Rudolf-Koch-Schule in dieser Methode der Konfliktbearbeitung aus und fördert die Zusammenarbeit mit Eltern und Elternbeiräten, damit diese Ansätze eines ermutigenden und lösungsorientierten Denkens und Handelns auf einer breiten Ebene Fuß fassen können.
An der Schillerschule wird ein besonderes Konzept ausprobiert, das sich ‚People’s Theater Ambulanz’ nennt. Dabei hilft People’s Theater Schülern oder Schülerinnen, die in einem Streit involviert waren, das Problem aufzuarbeiten, schauspielerisch umzusetzen und dadurch Lösungswege zu erarbeiten, die dann künstlerisch in der Schule präsentiert werden.
Wenn Sie weitere Informationen wünschen, besuchen sie die Homepage der Gruppe http://www.peoples-theater.de/ oder schreiben Sie eine Mail an info@peoples-theater.de
Offenbach.de
Stadtwerke Offenbach Holding
Energieversorgung Offenbach AG
Artikel drucken
Als PDF anzeigen