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Vier Projekte unterstreichen Offenbachs Rolle als Modellregion Integration

Offenbach, den 24.08.2010

Als eine von hessenweit sechs „Modellregionen für Integration“ hat Offenbach inzwischen vier Projekte vorzuweisen. Für diese Modellprojekte, die der besseren Integration von Einwanderern und Menschen mit Migrationshintergrund dienen sollen, hat das Hessische Ministerium der Justiz, für Integration und Europa bereits Fördermittel bewilligt. Zwei der Projekte laufen in privater Trägerschaft, für zwei zeichnet die Stadt verantwortlich. „Integration heißt, die Teilhabe aller Menschen am gesellschaftlichen Leben zu ermöglichen. Dazu sollen die Projekte beitragen“, so Bürgermeisterin und Sozialdezernentin Birgit Simon.

Stellten die geplanten Projekte vor (v.l.): Bürgermeisterin Birgit Simon, Matthias Schulze-Böing, Leiter des Amtes für Arbeitsförderung, Statistik und Intergation und die Projektkoordinatorin Ana-Violeta Sacaliuc.
Stellten die geplanten Projekte vor (v.l.): Bürgermeisterin Birgit Simon, Matthias Schulze-Böing, Leiter des Amtes für Arbeitsförderung, Statistik und Intergation und die Projektkoordinatorin Ana-Violeta Sacaliuc.

Die Stadt Offenbach hat die Projekte „Integration im Quartier“ und „Gemeinsam für Integration in Offenbach“ initiiert. Gemeinsam, das bedeutet, gemeinsam mit den Migrantenselbstorganisationen. Mit einigen Organisationen arbeitet die Bürgermeisterin bereits erfolgreich im Kompetenzteam Integration zusammen. Ihr ist es ein dringendes Anliegen, die Selbstorganisation zu stärken und weitere Migrantenvereine als Partner für Informations- und Aufklärungsarbeit zu gewinnen, sei es zum Thema Gesundheit, in Bildungs- und Erziehungsfragen oder zum Thema Arbeits- und Ausbildungsförderung.

„Die Organisationen erreichen Menschen mit Migrationshintergrund zum Teil sehr viel besser als die Stadt“, erklärt Simon. Sie weiß, dass in vielen Vereinen und Initiativen die Bereitschaft vorhanden ist, mehr als nur Kultur- und Traditionspflege zu leisten. An diesem Punkt soll eine stadtweite Kampagne ansetzen, um weitere Migrantenorganisationen für die Integrationsarbeit anzuwerben. Die Stadt plant, ein Budget einzurichten. Auf Antrag können Migrantenorganisationen zwischen 600 und 4000 Euro erhalten, um ihre Aufklärungsarbeit zu finanzieren. „Wir möchten den Vereinen den Zugang zu den notwendigen Ressourcen erleichtern, seien es Räume, Arbeitsmaterialien oder Referenten“, erklärt Matthias Schulze-Böing. Leiter des Amtes für Arbeitsförderung, Statistik und Integration.

Außerdem möchte die Stadt einen Preis für herausragende „Partner für Integration“ ausloben. Wir hoch das Preisgeld sein wird, steht noch nicht fest. Der Preis soll eine Anerkennung sein für eine besonders gelungene Zusammenarbeit in Fragen der Integration. Und er soll auch einen Anreiz darstellen.

Das Projekt „Integration im Quartier“ setzt im unmittelbaren Lebensumfeld von Migrantinnen und Migranten an. In den Stadtteilbüros im Nordend, im Mathildenviertel und im Lauterborn sollen verstärkt Beratungs- und Unterstützungsangebote angesiedelt werden. Gerade die Verankerung in der vertrauten Umgebung soll die Zugangsschwelle niedrig halten. So ist das Quartiersbüro am Mathildenplatz inzwischen ein Stützpunkt der Migrationsberatung der Arbeiterwohlfahrt. Weitere Angebote dieser Art werden nun entwickelt. Elternarbeit in den Quartieren, die Kooperation mit Organisationen der Migranten sowie stadtteilbezogene Aktivitäten werden mit Mitteln der Modellregion verstärkt. Laut Bürgermeisterin Simon zielen sie darauf ab, die nachbarschaftlichen Beziehungen zu verbessern. Der Austausch von deutschen Kindern und Kindern mit Migrationshintergrund soll verstärkt werden, nachbarschaftliche Netzwerke sollen entstehen.

Laut Matthias Schulze-Böing beträgt das finanzielle Volumen der beiden städtischen Projekte insgesamt knapp 740.000 Euro, verteilt auf drei Jahre. Das Landesprogramm deckt die Hälfte der Kosten ab. An Haushaltsmitteln wendet die Stadt Offenbach im Rahmen der Modellregion Integration insgesamt 180.000 Euro auf. Hinzu kommt finanzielle Unterstützung des Stadtkonzerns und anderer Partnerorganisationen sowie Mittel aus dem Programm Soziale Stadt.

Ebenfalls im Rahmen der Modellregion Integration möchte der Boxclub Nordend junge Migrantinnen und Migranten zu Trainern, Übungsleitern und Projektleitern ausbilden. Das international tätige CGIL Bildungswerk, das unter anderem in Offenbach tätig ist, hat bereits die Förderzusage für das Projekt „Kinder-Schule-Eltern, das auf die Überwindung kultureller Grenzen im Bildungsbereich abzielt und Eltern mit Migrationshintergrund über das deutsche Bildungssystem aufklären will.

Hinweis:

Termine für Projektanträge für 2011:

31. Oktober:
Abgabefrist für Projektanträge beim Koordinierungsbüro Offenbach

15. Dezember
Erstellung der Bestätigungen / Empfehlungsschreiben für die Landesregierung

31. Dezember
Abgabefrist für Projektanträge beim Regierungspräsidium Darmstadt

Gefördert werden Projekte mit Modellcharakter, die integrationsfördernde strukturelle Veränderungen begünstigen, und bei denen die Nachhaltigkeit im Vorfeld gesichert ist. Es können sich kommunale, kirchliche und freie Träger (eingetragene Vereine) bewerben. Der Projektantrag ist im Falle einer Finanzierung verbindlich und zweckgebunden.

Die Projektanträge werden inhaltlich durch die kommunalen Fachämter bewertet und vom Koordinierungsbüro Modellregion für eine Finanzierung empfohlen.

Kontakt:
Ana-Violeta Sacaliuc
Amt für Arbeitsförderung, Statistik und Integration
Rathaus, Zimmer 1211a
Berliner Str. 100
63065 Offenbach
Telefon: 0049 69 8065 2027