Derzeit wird in Offenbach über die Umweltzone und andere verkehrliche Maßnahmen zur Reduzierung der Luftbelastung heiß diskutiert. Die Verkehrsdezernentin Birgit Simon hat schon im Dezember 2010 eine Entscheidung des Hessischen Umweltministeriums eingefordert. Ganz gleich, ob die Umweltzone kommt, ein Lkw-Durchfahrtsverbot eingeführt oder andere schadstoffsenkende Maßnahmen vom Hessischen Umwelt-ministerium empfohlen werden, die Verwaltung in Offenbach ist gut vorbereitet. Schon seit 2005 wird die Luftbelastung berechnet und gemessen, die Hot Spots sind ermittelt, die möglichen, wirksamen Maßnahmen im Luftreinhalte-und Lärmminderungskonzept 2008 beschlossen. Sie wurden in der Verwaltung ausführlich diskutiert. Im Mai 2010 wurde außerdem dem Umweltministerium ein Bündel von sieben prioritären, verkehrlichen Maßnahmen zur Abstimmung und Aufnahme in den Luftreinhalteplan für den Ballungsraum überreicht. Jetzt ein knappes Jahr später ist es an der Zeit, eine Entscheidung zu treffen. Die EU-Kommission prüft im Rahmen eines Vertragsverletzungsverfahrens sehr genau, ob die angegebenen Gründe für die Nichteinhaltung der Feinstaub- und Stickoxidgrenzwerte tatsächlich stichhaltig sind. Nur wenn diese Gründe akzeptiert werden, wird den Kommunen eine weitere Frist zur Einhaltung der Grenzwerte bis zum Jahr 2015 gewährt.
Umweltzone in Offenbach?
Kommt in Offenbach eine Umweltzone oder nicht? Die Antwort steht noch in den Sternen. Fest steht aber, dass in der Stadt bereits seit Jahren diese Möglichkeit in Betracht gezogen wird, um die Luftqualität zu verbessern. Denn spätestens seit den Messungen und Modellrechnungen des Hessischen Landesamts für Umwelt und Geologie ist folgendes klar:
kompletten Beitrag anzeigenHier finden Sie alle wichtigen Fragen und Antworten zu Luftreinhaltung, Umweltzone und LKW-Durchfahrtsverbot.
- Was sind die wichtigsten Luftschadstoffe?
- Wie kommt die Luftbelastung zustande?
- Wie hoch ist die Luftbelastung in Offenbach?
- Emission, Immission – wo ist der Unterschied?
- Welche Auswirkungen hat die Belastung mit Luftschadstoffen auf die menschliche Gesundheit?
- Was macht der Gesetzgeber um uns vor Luftschadstoffen zu schützen?
- Wie verbindlich sind die Grenzwerte bzw. wann sind Maßnahmen zur Luftreinhaltung nötig?
- Welche Maßnahmen zur Reduzierung der Luftbelastung sind hilfreich und in welchem Umfang?
- Was haben Umweltzonen bisher gebracht? Beispiele aus anderen Städten
- In Offenbach werden die Grenzwerte für Stickstoffdioxid überschritten. Eine Umweltzone wurde vom Gesetzgeber aber eingeführt, um die Feinstaubbelastung zu reduzieren. Was soll das also helfen?
- Welchen Beitrag leistet ein LKW-Durchfahrtsverbot?
- Was haben Luftreinhaltung und Klimaschutz miteinander zu tun?
Wirkungsweisen von Maßnahmen zur Luftreinhaltung
Maßnahmen zur Verkehrsreduzierung, -beruhigung und -verlagerung
Umweltzone und Beschränkungen für LKW können die Luftbelastung verringern. Zusätzlich jedoch sind gerade im Stadtverkehr attraktive Alternativen zum Auto unabdingbar. Die Stadt Offenbach hat folgende Maßnahmenvorschläge beim Hessischen Ministerium für Umwelt, Energie, Landwirtschaft und Verbraucherschutz eingereicht. Lesen Sie hier weiter...
Maßnahmen zur Luftreinhaltung an den "Hot Spots"
Als Hot Spots werden die besonders belasteten Gebiete bezeichnet, in denen die Grenzwerte für Luftschadstoffe überschritten werden. In Offenbach sind dies die Mainstraße, die Untere Grenzstraße und die Bieberer Straße. An ihnen sind besonders kurzfristig wirkende Maßnahmen notwendig. Lesen Sie hier weiter...
LKW-Durchfahrtsverbot
Bereits 2009 wurde ein Gutachten zu einem möglichen LKW-Durchfahrtsverbot erstellt. Dieses untersuchte ein Durchfahrtverbot für das gesamte Stadtgebiet und für die Mainstraße. Vorteil eines Durchfahrtsverbots wäre die Luftverbesserung in Offenbach – ca. 10% aller LKW in Offenbach fahren derzeit durch Offenbach durch und dürften dies dann nicht mehr. Nachteil wären z.T. lange Umwegfahrten und dadurch eine insgesamt stärkere Luftbelastung. Weitere Informationen finden Sie in diesen Dokumenten:
- Realisierungskonzept Lkw-Durchfahrtsverbot Offenbach am Main - 1. Zwischenbericht 15. Mai 2009
- Realisierungskonzept Lkw-Durchfahrtsverbot Offenbach am Main - 2. Zwischenbericht 1. Juli 2009
Umweltadaptive Verkehrssteuerung mit Hilfe des neuen Verkehrsrechners
Mit dem neuen Verkehrsrechner steht ein Instrument zur Verfügung, das vorhandene Potenziale zur Verbesserung des Verkehrsflusses erschließen helfen kann. Zentrale Verbesserungsansätze sind:
- Raschere Reaktion auf wechselnde Belastungen im Straßennetz.
- Ausrichtung der Verkehrssteuerung auf geringere Emissionen (Minimierung der Anzahl der Halte)
- Verbesserung des Verkehrsflusses durch Dosierung des Zuflusses ins Straßennetz (wo ohne Sicherheitskonflikte machbar).
Installation Parkleitsystem (in Umsetzung)
Mit dem neuen Parkleitsystem ist beabsichtigt, den Parksuchverkehr vor allem in Spitzenzeiten zu verringern und auf diese Weise den Verkehr flüssiger zu halten und Emissionen zu mindern.
LKW-Routenkonzept
Dieses hat zum Ziel, über räumliche und/oder zeitliche Zugangsregelungen für Lkw weitere Straßenabschnitte zu entlasten bzw. den Zugang zu bestimmten Bereichen zu steuern. Diese Maßnahme wird häufig bei Baustellen eingeführt, um die Zufahrt zu Baustellen zu erleichtern und durch unkritische Bereiche zu führen, sie ist aber auch bei der Zuwegung zu großen Verkehrserzeugern denkbar und nützlich.
Chronologie der Aktivitäten zur Luftreinhaltung in Offenbach:
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Datum |
Aktivitäten |
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| 2011 |
Die erste Fortschreibung des Luftreinhalteplans für den Ballungsraum Rhein-Main soll in diesem Jahr fertiggestellt sein und wird die Maßnahmenvorschläge der Stadt Offenbach enthalten. |
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16. November |
Das HMUELV bittet die Stadt Offenbach um eine Stellungnahme zur möglichen Einführung einer regionalen Umweltzone im Rhein-Main-Gebiet. In einem Antwortschreiben vom 13. 12. begrüßt Bürgermeisterin Birgit Simon eine Einführung ausdrücklich. |
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Zwischen August |
Ein Ingenieurbüro und das Amt für Umwelt, Energie und Mobilität begutachten und überprüfen die Anregungen des HMUELV. Ein Katalog an Maßnahmenvorschlägen, deren Umsetzung zur Verbesserung der Luftqualität in Offenbach beiträgt, wird erstellt. Die Koalitionsrunde befürwortet eine gesamtstädtische Umweltzone. |
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Zwischen April und August 2010 |
Das HMUELV hat nach Abstimmung mit dem Hessischen Ministerium für Wirtschaft, Verkehr und Landesentwicklung (HMWVL) die fachliche Bewertung vorgenommen und die Stadt Offenbach aufgefordert, zusätzlich zur Umweltzone erneut ein LKW-Durchfahrtsverbot für die Gesamtstadt zu prüfen. |
| 6. Mai 2010 |
Beschluss der Stadtverordnetenversammlung: |
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6. November 2009 |
Die Stadt Offenbach wird wegen der Grenzwertüberschreitungen vom Hessischen Ministerium für Umwelt, Energie, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (HMUELV) aufgefordert, für die Fortschreibung des Luftreinhalteplans für den Ballungsraum Rhein-Main Maßnahmenvorschläge zur Reduzierung der Luftbelastung einzubringen. |
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2009 |
Die Messungen werden im Jahr 2009 vom HLUG fortgesetzt. Der Immissionsgrenzwert für Stickstoffdioxid wird weiterhin an allen drei Hot Spots überschritten. Die bisherigen Modellrechnungen lassen darauf schließen, dass auch die Grenzwerte für Feinstaub (PM10) – sowohl Tagesmittelwert als auch Überschreitungshäufigkeit – überschritten werden. Grenzwerte ab 01.01.2010: Jahresmittel NO2: 40 Mikrogramm/m³; Tagesmittel PM10: 50 Mikrogramm/m³; Überschreitungshäufigkeit PM10: 35 Überschreitungen im Jahr. |
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2008 |
Das HLUG misst ein ganzes Jahr die Stickstoffdioxidbelastung. Auch die Messungen bestätigen eine Überschreitung des Jahresmittels für NO2 von 40 µg/m³ an allen drei Straßen. Das integrierte Luftreinhalte-und Lärmminderungskonzept der Stadt Offenbach wird von den Stadtverordneten verabschiedet. |
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2007 |
Ende 2007 teilt das HLUG mit, dass es an der Bieberer Straße, der Mainstraße und der Unteren Grenzstraße Messungen mit Passivsammlern für NO2 beauftragt hat. |
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2006 |
Für die drei Hot Spots und den Schadstoff Stickstoffdioxid (NO2) wird im Auftrag des HLUG eine detaillierte Modellrechnung mit einem kleinräumigen Ausbreitungsrechnungsmodell (MISCAM) durchgeführt. Die Ergebnisse bestätigen die ersten Abschätzungen, dass an der Bieberer Straße, der Mainstraße und der Unteren Grenzstraße die zulässigen Grenzwerte für Stickstoffdioxid (NO2) im Jahresmittel überschritten werden. Die Stadt Offenbach drängt jetzt bereits auf zusätzliche Messungen. |
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2005 |
Im Rahmen der Diskussion zum ersten Luftreinhalteplan für den Ballungsraum Rhein-Main erteilt das Stadtparlament dem Magistrat den Auftrag, ein Luftreinhaltekonzept zu erstellen. |
Stand 01.02.2011
Offenbach.de
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