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Das neue Prüfsystem im Bürgerbüro hilft auffällige Dokumente schnell zu erkennen

Offenbach, den 08.12.2011, letzte Bearbeitung: 09.12.2011

Das Bürgerbüro ist eine zentrale Schaltstelle in der Stadt. Gleichgültig, ob es um die Zulassung eines Autos, Neuanmeldung oder um Erneuerung eines Reisepasses geht. Entsprechend groß ist das Kundenaufkommen, rund 600 Personen aus unterschiedlichen Nationen werden dort täglich bedient. Die multikulturelle Vielfalt der Stadt schlägt sich auch in den verschiedenen Ausweispapieren nieder, deren Echtheit die Mitarbeiter des Bürgerbüros prüfen müssen. Dabei steht ihnen nun ein neues Dokumentenprüfsystem zur Verfügung, das Auffälligkeiten auf einen Blick anzeigt.

Jennifer Willand, Kundenberaterin im Bürgerbüro, Thomas Wiedmann, Polizeioberkommissar im Polizeipräsidium Südosthessen, und das Dokumentenprüfsystem Visotec Expart 600
Jennifer Willand, Kundenberaterin im Bürgerbüro, Thomas Wiedmann, Polizeioberkommissar im Polizeipräsidium Südosthessen, und das Dokumentenprüfsystem Visotec Expart 600

Ob ein Ausweis abgelaufen oder gar gefälscht ist: das neue Prüfgerät im Bürgerbüro kann direkt auf eine Datenbank der Bundesdruckerei zugreifen und kennt die Sicherheitsmerkmale der meisten Identitätsnachweise weltweit. In den meisten Ländern herrscht Ausweispflicht und erst der Besitz gültiger Papiere öffnet Türen, sie sind Legitimation und Zutrittsberechtigung zugleich. Die Mitarbeiter des Bürgerbüros sind daher mit allen Arten von Dokumenten vertraut. Neben deutschen Ausweispapieren werden sie häufig mit Identitätsnachweisen aus anderen europäischen Ländern, aber auch mit Papieren aus der ehemaligen Sowjetunion, Asien oder Afrikanischen Ländern konfrontiert. „Unmöglich, alle Einzelmerkmale der unterschiedlichen Ausweispapiere zu kennen“, meint Sandra Böhm, Leiterin der Zulassungsbehörde im Bürgerbüro, „aber wir checken bestimmte Echtheits- und Sicherheitsmerkmale.“ Bislang standen dafür einfache Hilfsmittel wie spezielle Lampen, Lupen oder Fadenzähler zur Verfügung. Auch wenn alle Mitarbeiter im Abprüfen der Dokumente geschult sind und, „mit den Jahren eine Routine und auch eine Strategie entwickelt haben, sich auch bei Auffälligkeiten unauffällig zu verhalten“, berichtet Jennifer Willand, die als Kundenberaterin an einem der 16 Beraterplätze des Bürgerbüros arbeitet, „die Kenntnis aller Fälschungsmerkmale ist aus dem Effeff nicht möglich.“

Mit dem neuen Dokumentenprüfsystem Visotec Expart 600 lässt sich die Echtheit eines Dokuments in wenigen Sekunden überprüfen. Sind alle Anforderungen erfüllt, gibt das Gerät „grünes Licht“. Bei Auffälligkeiten wird, wie vorher auch, die Polizei hinzugezogen, um gegebenenfalls die wahre Identität der Person festzustellen. Thomas Wiedmann, Polizeioberkommissar im Polizeipräsidium Südosthessen, der die Einführung des neuen Prüfsystems im Bürgerbüro begleitet hat, geht für die nächsten Jahre mit einer Zunahme von Urkundenkriminalität aus. Durchschnittlich 185 Fälle waren es in den letzten Jahren, Tendenz steigend. Die Polizei ist mittlerweile fast täglich im Bürgerbüro anwesend, um Ausweise wegen des Verdachts auf Fälschung oder Verfälschung zu überprüfen. „Denn Dokumentenfälschung ist oft eine Begleiterscheinung unterschiedlichster Delikte wie Fahren ohne Fahrerlaubnis, Kontoeröffnungsbetrug, illegaler Aufenthalt, Menschenhandel oder Rauschgiftkriminalität“, so Wiedmann.  

Rund 4.200 EURO kostet das Gerät, das den Mitarbeitern eine schnellere und sicherer Überprüfung der Dokumente erlaubt. Bürgermeisterin Birgit Simon ist sich sicher, dass sich schnell herumsprechen wird, das „Dokumentenfälschung in Offenbach keinen Sinn hat.“


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