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Migrationserstberatung im Bürgerbüro

Offenbach, den 08.02.2007, letzte Bearbeitung: 26.08.2010

                        
       
                                                       Diakonie

Träger der Migrationserstberatung und des Jugendmigrationsdienstes sind die Caritas, die Diakonie, die Arbeiterwohlfahrt der IB und der Kubi. Als Berater(innen) im Bürgerbüro werden eingesetzt:

Montags von 13 bis 16 Uhr: Wilfried Bille (IB)
Dienstags von 10 bis 13 Uhr: Anastassia Pentidou (Diakonisches Werk)
Mittwochs von 10 bis 13 Uhr: Apollinario Madeira Pires (Caritas)
Donnerstags von 10 bis 13 Uhr: Ali Karakale (Arbeiterwohlfahrt)
Freitags von 10 bis 13 Uhr: Mahshid Najafi (Kubi)



Das Bürgerbüro besuchten 2006 insgesamt 158.224 Kundinnen und Kunden. Das entspricht einem täglichen Kundenaufkommen von durchschnittlich rund 600 Personen.

In 2005 sind 2.442 Nichtdeutsche vom Ausland nach Offenbach zugezogen. Durchschnittlich sind das ca. 10 Migrant(inn)en pro Tag, die die Zielgruppe der Migrationserstberatung darstellen und für die das neu eingerichtete Angebot in erster Linie konzipiert ist.

Alle Migrant(inn)en sollen nach einem Zuzug vom Ausland und der Anmeldung im Bürgerbüro von den Kundenberater(inne)n direkt bei ihrem Besuch auf das bestehende Angebot hingewiesen werden, so dass ein zeitnaher Kontakt zu den Berater(inne)n der MEB / JMD zu Stande kommt.

Außerdem sollen alle bereits in Offenbach gemeldeten Migrant(inn)en unabhängig von der Dauer ihres bisherigen Aufenthalts in Offenbach auf das Beratungsangebot der MEB / des JMD hingewiesen werden, sofern sich dazu ein Bedarf (z.B. Sprach- und Verständigungsschwierigkeiten) erkennen lässt, so dass auch sogenannte Bestandsausländer(innen) das Angebot nutzen können.

Nach dem aktuellen statistischen Vierteljahresbericht der Stadt Offenbach sind 30,5 % der insgesamt 117.487 Einwohner(innen) Offenbachs Nichtdeutsche – das entspricht 35.840 Personen.

Der Anteil der EU-Angehörigen beträgt 36,5 %, der Anteil der Migrant(inn)en aus Nicht-EU-Ländern be-trägt 63,5 %.

Wenn gewünscht, kann ein Hinweis auf die geplante Begleitung der Pilotphase nach der SV Gender Mainstreaming in die Presseinformation aufgenommen werden:

Die 6-monatige Pilotphase wird von der Stadt nach den Grundsätzen des Gender Mainstreaming begleitet und ausgewertet. Hintergrund dafür ist ein Beschluss der Stadtverordnetenversammlung aus dem Jahr 2002, mit dem auch Vorgaben aus dem europäischen Recht umgesetzt werden sollen. Gender Mainstreaming ist eine Methode, die die Gleichstellung von Männern und Frauen in allen Bereichen fördern hilft. So sollen die unterschiedliche Ausgangssituation und Lebensbedingungen von Männern und Frauen bei der Planung und Durchführung von Maßnahmen vergegenwärtigt und berücksichtigt werden.

Von den nichtdeutschen Einwohner(innen) Offenbachs sind 51,7 % männlich und 48,3 % weiblich. Inwie-weit die Geschlechter einen unterschiedlichen Beratungsbedarf im Rahmen ihrer Integrationsbemühungen haben, soll im Rahmen der 6-monatigen Pilotphase zum Beispiel durch die festgestellten Beratungs-schwerpunkte und eine vorgesehene begleitende Befragung ermittelt werden und in die Entscheidung über eine dauerhafte Angliederung der MEB / JMD und deren konkrete Ausgestaltung einfließen.

Das Dienstleistungsangebot:

Grundlagen

 

Grundsätze zur Durchführung und Weiterentwicklung des Programm 18 im Kinder und Jugendplan „Eingliederung junger Menschen mit Migrationshintergrund“ (Stand: 01.01.2005)
Rahmenkonzept (Stand: 01.01.2005)
Zuständig: Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend
§ 45 AufenthaltG: „Der Integrationskurs kann durch weitere Integrationsangebote, insbesondere ein migrationsspezifisches Beratungsangebot ergänzt werden...“
Neukonzeption der Migrationsberatung (Stand: 01.12.2004)
Zuständig: Bundesamt für Migration und Flüchtlinge-
Bundesministerium des Inneren

Ziele

 

  • Verbesserung der Integrationschancen (sprachlich, schulisch, beruflich, sozial)
  • Förderung von Chancengleichheit
  • Förderung der Partizipation in allen Bereichen des sozialen, kulturellen und politischen Lebens
  • Gestaltung der positiven Lebensbedingungen durch Vernetzung/Kooperation mit Regeldienste u.a. im Lebensumfeld
Integrationsprozesse bei Neuzuwanderern (Ausländer und Spätaussiedler) gezielt zu initiieren, zu steuern und zu begleiten durch
  • Förderung der Integrationsbereitschaft
  • Förderung des Selbsthilfepotentials
  • Förderung und Erweiterung der sprachlichen und kommunikativen Kompetenz
  • Erweiterung des Handlungsspielraums der Nutzer/innen
  • Entwicklung von Lösungs- und Bewältigungsstrategien
  • Förderung der sozialen und beruflichen Integration
  • Befähigung der Inanspruchnahme der eigenen Rechte
  • Förderung der Eigenständigkeit und Sozialkompetenz
  • Verbesserung der Chancen-Gleichheit
  • Vernetzung, Kooperation und Koordinierung zu Regeldiensten und anderen Beratungsstellen
Zielgruppen
  • Neuzugewanderte Jugendliche und junge Erwachsene im nicht mehr vollzeitschulpflichtigen Alter mit Daueraufenthaltsperspektive bis zur Vollendung des 27. Lebensjahres
  • Kinder, Jugendliche und junge Erwachsen von 12 bis zur Vollendung des 27. Lebensjahres
  • Mitarbeiter/innen von Institutionen, ehrenamtliche Initiativen in den sozialen Netzwerken/Gemeinwesen, die für die Migranten/innen relevant sind, einschließlich der Bevölkerung im Lebensumfeld der Jugendlichen
  • Migranten/innen über 27 Jahre, die sich dauerhaft im Bundesgebiet aufhalten
  • Spätaussiedler/innen, deren Ehegatten und Abkömmlinge i. S. des BVFG, über 27 Jahre
  • Migranten/innen auch unter 27 Jahre, wenn diese typische Probleme Erwachsener Zuwanderer haben
  • Bereits länger im Bundesgebiet lebende Zuwanderer/innen in konkreten Krisensituationen
  • Multiplikatoren
  • Mitarbeiter/innen von Institutionen, Verbände, Vereine etc.
  • Ehrenamtliche Initiativen in den sozialen Netzwerken/Gemeinwesen
Aufgaben
  • Individuelle Integrationsförderung
  • Erarbeitung eines individuellen Integrationsplanes (Langzeitziele und kurz- und mittelfristige Zielsetzungen (Case-Management) aber: nicht identisch mit schriftlich fixierten Eingliederungsverträgen)
  • Moderation und Begleitung des Integrationsprozesses (abgestimmte Zusammenarbeit aller am Integrationsprozess beteiligter Personen und Institutionen)
  • Vermittlung an andere Dienste und Einrichtungen
  • Entwicklung und Durchführung von zusätzlichen Modulen und Gruppenangeboten (eigene oder anderweitige)
  • Netzwerk- und Sozialraumarbeit Insbesondere: Angebotanalyse Identifizierung von Förderlücken Netzwerke aufbauen und pflegen Zusammenarbeit mit Migrantenorganisationen
  • Initiierung und Begleitung der interkulturellen Öffnung von Diensten und Einrichtungen der sozialen Handlungsfelder
  • Erstgespräch (informatorisch / problemorientiert)
  • Klärung aktueller Problemlagen und Einschätzung des Hilfebedarfs und der erforderlichen Maßnahmen
  • Informationen, Unterstützung und Aktivierung eines Hilfenetzes
  • Bei Bedarf: Vermittlung von Hilfen anderer Dienste, Informationen  über andere Fachberatungen und deren Einleitung
  • Case-Management (Bedarfsorientierte Einzelfallbegleitung):
  • Sondierungsgespräch
  • Erstellen einer individuellen Sozial- und Kompetenzanalyse
  • Erstellen eines individuellen Förderplans
  • Sicherstellung der Umsetzung des  Förderplans
  • Abschluss und Kontrolle einer Integrations- vereinbarung
  • Mitarbeit in kommunalen Netzwerken/Mitwirkung bei der interkulturellen Öffnung der Regeldienste und Verwaltungen
  • Gemeinwesenarbeit/ Projektarbeit
Verknüpfung zu den Integrationskursen Integrationskurs:
  • Individuelle Beratung von max. 4 Wochenstd./Kurs (beim Integrationskursträger oder beim JMD verpflichtend)
  • Flankierende Gruppenangebote (fakultativ)
  • Einzelbezogener, regelmäßiger Erfahrungsaustausch
  • Abschluss einer Kooperationsvereinbarung
  • JMD und Regionalkoordinatoren wirken gemeinsam darauf hin, dass bei Bedarf jugendspezifische (wohnortnahe) Integrationskurse zustande kommen
  • Vernetzung und Kooperation mit den Integrationskursträgern
  • MEB wirkt darauf hin, dass Bedarfsorientierte Alphabetisierungs- und Integrationskurse eingerichtet werden
  • Informationsveranstaltungen werden von der MEB für die Integrationskursteilnehmer/innen angeboten