Bildungsbüro eröffnet Zugang zum Lernen in allen Lebenslagen
Offenbach, den 03.11.2008, letzte Bearbeitung: 20.10.2010Mit einer zentralen Anlaufstelle möchte die Stadt Offenbach Menschen aller Altersgruppen den Zugang zu Bildung erleichtern. In der neuen Servicestelle Bildung können sich Menschen in unterschiedlichen Lebenslagen über passende Angebote informieren. „Lernen ist ein Prozess, der nicht mit dem Schulabschluss endet, sondern sich über alle Lebensphasen erstreckt. Bessere Bildung bedeutet bessere Lebenschancen“, sagte Offenbachs Bildungsdezernent Paul-Gerhard Weiß am 3. November anlässlich der Eröffnung im Volkshochschulgebäude, Berliner Straße 77.

Damit tritt die Stadt Offenbach noch stärker für Bildung ein mit dem langfristigen Ziel, die Bildungsbereitschaft und Beteiligung der Bevölkerung zu erhöhen. In der Servicestelle Bildung werden verschiedene städtische Projekte zu einer Bürogemeinschaft zusammengeführt. Sie wollen gemeinsam dafür sorgen, dass die umfangreiche und differenzierte Landschaft an Bildungsangeboten in Offenbach übersichtlicher wird und jeder Interessent ohne langes Herumirren an der richtigen Stelle landet.
Den Anstoß lieferte die Initiative Hessencampus, ein Programm des Landes Hessens zur Förderung des lebensbegleitenden Lernens in staatlich-kommunaler Verantwortungsgemeinschaft. Die neue Gestaltung kommunaler Bildungslandschaften ist über die Landesgrenzen hinaus derzeit bundesweit Thema. Die Initiative Hessencampus Offenbach, als eine von neun hessischen Initiativen, ist eine Kooperation zwischen der Volkshochschule und den Beruflichen Schulen der Stadt Offenbach. Schülerinnen und Schüler der Beruflichen Schulen sind eine wesentliche Zielgruppe. Mit Unterstützung kompetenter Beraterinnen und Berater können sie sich über Wege zu einem besseren Bildungsabschluss informieren, neue oder weitergehende berufliche Perspektiven entwickeln und sich über Fördermöglichkeiten kundig machen.
Neben offener Beratung in der Servicestelle Bildung – immer mittwochs und donnerstags von 14 bis 16 Uhr sowie an jedem zweiten Dienstag im Monat von 17 bis 19 Uhr – gibt es für Berufsschüler nun auch feste Sprechstunden in der Käthe-Kollwitz-Schule, Buchhügelallee 90, und zwar immer dienstags von 14 bis 16 Uhr. Auch die Weiterbildungsberatungsstelle webb ist nun in der Servicestelle Bildung angesiedelt. Ihre Zielgruppe sind schwerpunktmäßig Erwerbstätige, die ihre berufliche Situation verbessern möchten oder die sich beruflich neu orientieren wollen oder müssen, und die deshalb nach Fort- und Weiterbildungsmöglichkeiten suchen.
Das Projekt regionales Übergangsmanagement ist ein weiterer Teil der Bürogemeinschaft und arbeitet an einer Verbesserung der Schnittstellen zwischen Schule und Beruf, damit Schülerinnen und Schülern der berufliche Einstieg gelingen kann. Ebenfalls in den Räumlichkeiten der Servicestelle ist nun die Leitung des Start-Projekts untergebracht. Das Start-Projekt koordiniert Qualifizierungs- und Beschäftigungsprojekte für Jugendliche und ist Träger der Produktionsschule „Dienstleistung, Gastronomie, Catering und Hauswirtschaft“, vermittelt Interessenten aber auch weiter an andere Produktionsschulträger in Offenbach.
Schließlich ist auch die Geschäftsstelle der Kompetenzagentur in diesen Räumen erreichbar. Die Kompetenzagentur übernimmt das Fallmanagement für Jugendliche ohne Schulabschluss oder mit anderen Problemlagen im Übergang Schule – Beruf.
All diese Angebote unter einem Dach zu bündeln und um allgemeine Bildungsberatung zu erweitern, ist das neuartige an der Servicestelle Bildung. Sie richtet sich auch an Frauen, die nach der Familienphase den Wiedereinstieg ins Berufsleben suchen, aber nicht den erlernten Beruf ausüben möchten. Menschen mit Migrationshintergrund bietet die Initiative Hessencampus die Möglichkeit, ihre muttersprachliche Kompetenz festzustellen und deren Stand zu bescheinigen. Erste Sprachtests in Türkisch, Italienisch, Kroatisch, Bosnisch und Serbisch wurden bereits erfolgreich durchgeführt.
Hessencampus Mitarbeiterin Nadine Balzter wird gemeinsam mit Susanne Schindler, Mitarbeiterin von INBAS (Institut für Berufliche Bildung Arbeitsmarkt- und Sozialpolitik), die die Koordination der Initiative Hessencampus übernommen haben, dafür sorgen, dass in den nächsten Erziehungs- und Bildungsbericht der Stadt Offenbach erstmals auch die beruflichen Schulen einfließen.
„Mit der Zusammenführung und Erweiterung der Beratungsangebote für Menschen in verschiedenen Lebensphasen wird ein wichtiges Angebot des lebensbegleitenden Lernens umgesetzt“, so Stadtrat Weiß. „Wir sorgen mit qualifizierter Beratung dafür, dass Interessierte heute das für sie passende Angebot finden. Und wir wollen das Angebot so gestalten, dass es auch morgen und übermorgen noch zeitgemäß ist“.
Und nicht zuletzt wurde die Servicestelle Bildung in einem Haus angesiedelt, in dem das Lernen klar im Vordergrund steht. Hier befinden sich bereits die Volkshochschule, das Jugendbildungswerk, die Produktionsschule Start und das Selbstlernzentrum. Ein gemeinsames Haus der Bildung entsteht.
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