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Stadt Offenbach, 6. September 2007

Vorgesehenes Nachtflugverbot bringt Offenbach keine Nachtruhe

Offenbach, den 06.09.2007, letzte Bearbeitung: 09.09.2007

Die in regelmäßigen Abständen auflodernde Diskussion um das geplante Nachtflugverbot am Frankfurter Flughafen, das den Bürgern als Ausgleich für die Mehrbelastungen durch den Ausbau zugesagt wurde, verdeutlicht immer mehr, dass der geplante Ausbau eine Fehlplanung darstellt.

Diese Auffassung vertritt der für das Flughafen-Thema im Magistrat zuständige Stadtrat Paul-Gerhard Weiß. „Der Ausbau befriedigt weder den Bedarf der Flugverkehrswirtschaft noch berücksichtigt er die Interessen der Kommunen und ihrer lärmgeplagten Bürger. Er belastet die Region über die Maßen und beschränkt die Entwicklung der Städte dramatisch, kann aber dennoch den für einen Großflughafen mit Drehkreuzfunktion wichtigen Verkehr nicht aufnehmen.“
Weiß kritisiert, dass vernünftige Alternativen mit langfristiger Entwicklungsmöglichkeit– insbesondere ein vernetzter Zweitstandort – niemals ernsthaft geprüft wurden. „Man will die Nordwestbahn um jeden Preis durchpauken, obwohl die Widersprüche immer deutlicher, die Konflikte im dichten Siedlungsgebiet immer größer und die Kosten immer höher werden.“

Das von der Landespolitik zugesagte Nachtflugverbot gaukele Nachtruhe nur vor. „Für Offenbach wird es in der Nacht nicht leiser“, ist Weiß sicher. Dies hänge damit zusammen, dass in den „Schulterstunden“ zwischen 22.00 und 23.00 Uhr sowie 05.00 und 06.00 Uhr sehr viele Flugbewegungen eingeplant werden müssten, die dann über die weiterhin zugelassenen Verspätungen und Verfrühungen auch in die angeblich geschützte Kernzeit von 23.00 Uhr bis 05.00 Uhr hineinpurzeln würden. „Aus den Prognosen lässt sich errechnen, dass sich die Zahl der Flugbewegungen im Jahre 2020 zwischen 22.00 Uhr und 06.00 Uhr gegenüber 1998 etwa verdoppeln wird. Von den zu erwartenden 70.000 Starts und Landungen in dieser Zeit werden nach den Erfahrungswerten für Verspätungen und Verfrühungen knapp 12.000 in die angeblich streng geschützte Kernzeit von 23.00 Uhr bis 05.00 Uhr rutschen. Für den in Offenbach vorherrschenden Landeverkehr existieren übrigens bereits heute Beschränkungen zwischen 0.00 Uhr und 05.00 Uhr“, stellt Weiß klar.

Die geplante Ausbauvariante für den Flughafen bringe Offenbach enormen zusätzlichen Flugverkehr und Siedlungsbeschränkungen, während die als Ausgleich gedachten Entlastungsmaßnahmen nicht greifen würden. Schon deshalb seien weitere Ausnahmen vom Nachtflugverbot durch geplante Flüge für Offenbach inakzeptabel. Diese seien nur auf der Basis einer Nachtruhe von 22 bis 6 Uhr diskutabel. „Das geplante Nachtflugverbot ist schon jetzt ein Schweizer Käse mit sehr vielen Löchern, zu denen jetzt weitere kommen sollen.“ Weiß ist überzeugt, dass auch nach der Planfeststellung immer weitere Löcher gebohrt werden.