Offenbach will "Stadt für Kinder" sein
Offenbach, den 18.07.2007, letzte Bearbeitung: 10.04.2008Die Stadt Offenbach gehört zu den Gründungsmitgliedern eines europaweiten Netzwerks, das sich unter dem Titel "Cities for Children" für kindgerechte Lebensbedingungen in den Städten einsetzt. Rund 200 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus 65 europäischen Großstädten nahmen am Gründungskongress in Stuttgart teil.
Gemeinsam sollen erfolgreiche Projekte und Strategien gefunden werden, wie das Stadtleben von Familien und Kindern attraktiver gestaltet werden kann. Hierzu gehört neben dem Schwerpunkt Erziehung und Bildung auch die Suche nach Lösungskonzepten für eine bestmögliche Vereinbarung von Familie und Beruf oder für das Miteinander der Generationen.
Bürgermeisterin Birgit Simon unterzeichnete neben Vertreterinnen und Vertretern aus Zürich, München, Den Haag und zahlreichen anderen europäischen Großstädten Offenbachs Beitritt zum neuen europäischen Städtebündnis. Damit verpflichtet sich Offenbach zur aktiven Mitarbeit im Netzwerk, das sich derzeit über Deutschland, Schweiz, Estland, Litauen, Finnland, Polen und den Niederlanden Bulgarien, Rumänien und Polen spannt.
„Dies ist der Anfang einer internationalen kommunalen Bewegung, von der bald Kinder und Familien in den Großstädten in ganz Europa profitieren können“ sagt Simon mit Blick auf zahlreiche weitere Städte, die bereits ihr Interesse an der Mitarbeit bekundet haben – darunter Athen, Genf und Riga.
Aus Sicht der Bürgermeisterin bietet das Städtenetwerk die „einmalige Gelegenheit für Großstädte, auf der Suche nach Verbesserung der Lebenssituation von Kinder in Großstädte und Ballungsräumen von gegenseitigen Erfahrungen zu profitieren und Projekte gemeinsam weiter zu entwickeln.“ Simon: „Das Leben in einer europäischen Metropole bedeutet immer – egal ob in Deutschland oder in einem europäischen Nachbarland – spezifische Lebensbedingungen in den typischen städtischen Lebensräumen. Es heißt immer, bestimmte Chancen zu haben, aber auch besonderen Risiken und Einschränkungen ausgesetzt zu sein.“ Darum gilt es aus Sicht der Bürgermeisterin vor allem, allen Kindern in der Stadt „faire Zukunftschance, Gesundheit und Sicherheit zu gewährleisten und die Integration von Minderheiten weiter voranzutreiben.“
Erfreulich ist aus der Sicht der Bürgermeisterin, dass die Mitarbeit im Netzwerk für Offenbach kostenneutral verläuft: „Das geforderte Engagement der Städte ist die aktive Teilnahme. Das heißt: Wir arbeiten gemeinsam an familienpolitischen Konzepten für Kommunen mit über 100.000 Einwohnerinnen und Einwohnern, wägen Projektideen ab und diskutieren unter Fachleuten aus der kommunalen Politik auch unsere eigenen Erfahrungen mit innovativen Ansätzen. All diese Punkte betreiben wir als Kommune ohnehin, denn mehr Kinderfreundlichkeit in Offenbach haben wir uns schon lange auf die Fahnen geschrieben. Doch stellt der neue regelmäßige europäische Austausch eine große Bereicherung für unsere Arbeit vor Ort dar“, so die Bürgermeisterin. Und diese soll Simon zufolge auch noch einmal eine neue familienpolitische Ausrichtung bekommen. „Gedacht ist an ein eigenes komunales Netzwerk als innerstädtisches Pendant zum europäischen Projekt, über das wir kommunale Arbeit steuern und eine effiziente Verknüpfung mit den beteiligten Städten Europas sicherstellen“, so Simon.
Denkbar ist, dass Offenbach künftig vermittelt über das Netzwerk auch von Fördergeldern - zum Beispiel aus dem Europäischen Sozialfonds - profitieren kann. Denn das Bündnis will Anregungen für Projekte sammeln und sich für deren Verankerung in EU-Programmen stark machen. Simon glaubt, dass Offenbach vor allem bei der Verbindung von Integartion und Bildung Akzente setzen kann. Der EU-Kommissar für Beschäftigung und Soziales, Vladimír Špidla, ist einer der Schirmherren des neugegründeten Städtebündnisses. Als weitere Schirmherrinnen und -herren konnten die UNICEF-Vorsitzende und ehemalige Ministerpräsidentin von Schleswig-Holstein, Heide Simonis, sowie Björg Tysdal Moe, Mitglied des Kongresses der Gemeinden und Regionen Europas und die Bürgermeisterin von Stavanger in Norwegen gewonnen werden.
Offenbach.de
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