Der Offenbacher Weg: Bildung und Erziehung für Kinder von 0 –10 Jahren
Offenbach, den 25.07.2008, letzte Bearbeitung: 16.09.2008Rede in der Stadtverordnetenversammlung am 19.06.2008
Heute stehen vier unterschiedliche Vorlagen zur Kinderbetreuung auf der Tagesordnung der Sitzung der Stadtverordnetenversammlung:
1. Schaffung von 50 Kita und 60 Krabbelplätzen
2. Grundsatzbeschluss zur Einrichtung von Plätzen für Kinder unter 3 Jahren
3. Grundsatzbeschluss Horte an Schulen
4. Nachtragswirtschaftsplan des Eigenbetriebs Kindertagesstätten Offenbach
Auf den ersten Blick handelt sich bei diesen Vorlagen um die Erweiterung des Betreuungsangebotes Offenbach. Das stimmt auch.
Mit diesen Vorlagen wird aber eine grundlegende Weichenstellung zur konsequenten Verstärkung von Bildung und Erziehung für Kinder von 0 – 10 Jahren in unserer Stadt gelegt.
Zum einen geht es um die Schaffung von Krabbelplätzen, für die gesetzliche Rahmenrichtlinien und ein Investitionsprogramm des Landes vorliegen, das nun konsequent bis 2010 bzw. 2013 umzusetzen ist.
Es geht aber auch um die Schaffung von weiteren Kindergartenplätzen, weil
- zum einen der Bedarf gestiegen ist. Und dies vor allem, weil mehr Eltern heute ihre Kinder schon mit drei Jahren im Kindergarten anmelden. Das liegt zum einen daran, dass durch die Veränderungen im SGB II die Verpflichtung zur Erwerbstätigkeit von Müttern auch mit dreijährigen Kindern Gesetz geworden ist.
- Zum anderen haben die Eltern aus der Migrationsbevölkerung durchaus erkannt, dass die Kindergartenzeit für ihre Kinder in unseren Kindergärten für ihre Kinder insbesondere für die Sprachförderung wichtig ist.
- Zum dritten sind die Anforderungen, die Gruppengrößen sukzessive auf 22 Kinder zu reduzieren, ein weiterer Grund, die Zahl Kindergartenplätze auszuweiten.
Statt mit einer Population von 85% der dreijährigen, müssen wir heute für eine Population von 94% planen.
Auch im Rahmen der Hortbetreuung haben sich die gesetzlichen Anforderungen geändert, indem auch hier, wenn auch noch nicht als Rechtanspruch formuliert, die Anforderung an die Bereitstellung von Plätzen erheblich erhöht hat.
Gerade was diese Plätze betrifft haben wir mit dem Einstieg in die Ganztagsklassen an Grundschulen reale Chancen, durch die Verzahnung von Hort und Grundschule für Kinder neue Lernformen anzubieten und mehr individuelle Unterstützung zu geben. Wir können auf diese Weise auch die Zahl der Hortplätze ohne die Schaffung neuer Einrichtungen umsetzen - und damit schneller und kostengünstiger.
Das kommt natürlich besonders denjenigen Kindern zu gute, die zu Hause nur wenig Unterstützung im Bildungsprozess erhalten. Aber auch jene Eltern, die dies durchaus leisten, wünschen sich zur Vereinbarung von Beruf und Familie, dass die öffentliche Förderung und Verantwortung für Bildung und Erziehung intensiviert wird, und dass ihren Kindern entspanntere Lernformen und individuelle Förderung zuteilwerden.
Die Eichendorfschule, die Grundschule Buchhügel, die Mathildenschule und die Goetheschule nehmen hier eine Vorreiterrolle ein, und das staatliche Schulamt und der Schuldezernent tun ihr Übriges, dass solch eine Innovation auch realisiert werden kann. Unser Offenbacher Weg für mehr Bildung und Erziehung findet mehr und mehr Interesse, ob vom Städtetag oder anderen Kommunen. Und viele sind ungläubig erstaunt, dass die Hürden der unterschiedlichen Institutionen überwunden werden können, um solch einen innovativen Prozess in Gang zu setzen. Und ich möchte mich für diese Bereitschaft beim Schulverwaltungsamt, den Schulleitungen, dem staatlichen Schulamt für die Zusammenarbeit mit dem Jugendamt ausdrücklich bedanken, mit der Stadt diesen Weg zu gehen.
Denn Eltern schätzen Wahlmöglichkeiten, wollen das richtige für ihr Kind tun und wer mehrere Kinder hat, weiß, dass auch innerhalb einer Familie für jedes Kind unter Umständen etwas anderes richtig sein kann. Deshalb ist auch das ganztägige Bildungsangebot in der Grundschule ein Angebot unter vielen anderen sehr guten Angeboten in den Schulen und den Horten am Nachmittag.
Auf der Basis dieser kontinuierlichen Zusammenarbeit von Jugendhilfe und Schule ist es auch gelungen, eine Kooperationsvereinbarung zur Sprachförderung mit den Schulen zu schließen, die Kontinuität im angewendeten Programm und damit den Erfolg bei der Sprachförderung sichert - und damit zu mehr Chancengleichheit unter den Kindern führt.
Wie ich aus der Abstimmung in Ausschüssen weiß, finden die Vorlagen eine breite Zustimmung und damit unser Anliegen, den Kurs „Bildung und Erziehung“ zu stärken als notwendige und zukunftsweisende Investitionen in Bildung und Erziehung. Dafür haben wir bereits ein anspruchsvolles Qualitätskonzept vorgelegt, das an alle Beteiligten in der Ausführung hohe Anforderungen stellt.
Unsere Ausgaben für Bildung und Erziehung sind Zukunftsinvestitionen und sie sind ein entscheidender Beitrag zum Strukturwandel dieser Stadt.
Offenbach.de
Stadtwerke Offenbach Holding
Energieversorgung Offenbach AG
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