Kinderrechte sind Menschenrechte: Bürgermeisterin Birgit Simon informiert zum 20. Jahrestag der Kinderrechtskonvention
Offenbach, den 23.11.2009Am 20. November 1989 verabschiedete die Generalversammlung der Vereinten Nationen nach 10-jähriger Verhandlungszeit einstimmig die UN-Kinderrechtskonvention. Zum ersten Mal in der Geschichte wurde ein völkerrechtlich verpflichtendes Dokument für Kinder und Jugendliche auf internationaler Ebene vereinbart.
Alle Vorgängerdokumente – von der Genfer Erklärung 1924 bis zur Deklaration über die Rechte des Kindes, 1959, - hatten bis dato nur den Charakter unverbindlicher Absichtserklärungen. Das Übereinkommen ist insofern einmalig, als es die bisher größte Bandbreite fundamentaler Menschenrechte – ökonomische, soziale, kulturelle, zivile und politische – in einem einzigen Vertragswerk zusammenbindet. Im Jubiläumsjahr genießt die Kinderrechtskonvention die größte Akzeptanz alle UN-Konventionen. Bis auf die Vereinigten Staaten und Somalia haben alle Staaten der Welt das Übereinkommen ratifiziert, Deutschland als eines der ersten Länder am 5. April 1992.
Zur Förderung dieses Diskussionsprozesses hat der Europarat mit Unterstützung des Kongresses der Gemeinden und Regionen die Kampagne „I have Rights“ – Ich habe Rechte“ ins Leben gerufen. Die Kampagne möchte gleichermaßen Kinder und Erwachsene dazu ermuntern, sich über die Kinderrechte zu informieren und weiterhin daran erinnern, dass auch Kinder das Recht haben, Beschwerde beim Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte einzulegen. Hierfür hat der Europarat eine sprachlich kindgerechte Version der Kinderrechtskonvention in mehreren Sprachen (darunter Deutsch, Türkisch, Italienisch) zur Verfügung gestellt, die sich sowohl an die Kinder selbst richtet und andererseits zu Unterrichtszwecken als Plakat ausgedruckt werden kann.
„Die Kinderrechte berühren alle Bereiche in unserer Gesellschaft: Schulen, Kindertagesstätten, Gesundheitswesen, Medien, Stadtplanung bis hin zum täglichen Leben in der Familie. Deshalb ist es wichtig, dass alle Kinder und Erwachsenen sie kennen“, findet Bürgermeisterin und Jugenddezernentin Birgit Simon, die auf Ihrer Internetseite die Broschüre zum Download bereit stellt. Wichtig ist für Simon, dass die international geltenden Kinderrechte nicht nur auf dem Papier stehen, sondern „dass sie zunehmend bei allen Entscheidungen in der Politik, auf Ämtern oder in Unternehmen Berücksichtigung finden. Dazu müssen die Menschen die Kinderrechte kennen und sich bewusst machen, wie bedeutend sie sind.“
Die in den 54 Artikeln dargelegten, völkerrechtlich verbindlichen Mindeststandards haben zum Ziel, weltweit die Würde, das Überleben und die Entwicklung von Kindern und damit von mehr als der Hälfte der Weltbevölkerung sicherzustellen. Dabei ist Kinderrechtsschutz weit mehr als Kinderschutz: Es geht um die Anerkennung jedes Kindes als (Rechts-)Subjekt und die Gewährleistung umfassender Schutz-, Förder- und Beteiligungsrechte im privaten wie auch im öffentlichen Raum.
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