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Im Dialog mit dem Kind: Kindertagesstätte präsentiert erste Ergebnisse des Qualifizierungsprogramms des Eigenbetriebs

Offenbach, den 08.07.2011, letzte Bearbeitung: 12.07.2011

„Kleine Kinder lernen anders“, sagt Birgit Simon. Daher bedarf es in den Kindertagesstätten einer besonderen Aufmerksamkeit. Um die Entwicklung und die Bildung von Kindern im Kindergartenalter zu unterstützen, wurden zehn Weiterbildungsbausteine etabliert, die die fachliche Qualifikation der Erzieherinnen weiter fördern sollen. Die Bürgermeisterin nutzt die Sommerpause, um sich in den Kitas über den Fortgang des Qualifizierungsprogramms zu informieren.

Das Team der Kita 21 vor ihrem "Fluss der Weiterentwicklung". (Von links): Ursula Stenger (Leitung), Bürgermeisterin Birgit Simon, Christine Kress, Claudia Kaufmann-Reis (stv. Betriebsleiterin EKO), Martina Leonhardt (Leitung), Barbara Mark und Karin Visuian.
Das Team der Kita 21 vor ihrem "Fluss der Weiterentwicklung". (Von links): Ursula Stenger (Leitung), Bürgermeisterin Birgit Simon, Christine Kress, Claudia Kaufmann-Reis (stv. Betriebsleiterin EKO), Martina Leonhardt (Leitung), Barbara Mark und Karin Visuian.

In der Kita 21 in der Rheinstraße fließt mitten durch den Bewegungsraum ein Fluss. Kein Wasserlauf, sondern ein symbolischer Fluss, dargestellt mit einem blauen Tuch aus Tüll. Feiner Sand, glitzernde Kristallsteine, Muscheln, Strandgut und ein Boot mit dem Namen Kita 21 vervollständigen das Bild, mit dem das Team der Einrichtung ihre Weiterentwicklung darstellen möchte. Die beiden Leiterinnen, Martina Leonhardt und Ursula Stenger, sind sich einig: Die Einrichtung hat profitiert. Gemeinsam mit drei Erzieherinnen präsentieren sie Birgit Simon und Vertretern der Presse ihre Ergebnisse und stellen den Baustein „Dialogische Entwicklungsförderung“ vor.

Bei der Dialogischen Entwicklungsförderung werden die Entwicklungs- und Bildungsprozesse der Kinder in den Blick genommen, um eine individuelle Förderung zu ermöglichen. Jedes Kind der Kita wird 15 Minuten von einer Erzieherin intensiv beobachtet. Alles wird dokumentiert und sowohl mit einer Kollegin, die den Beobachtungsprozess begleitet, als auch im Team reflektiert. Es folgen Gespräche mit dem Kind und den Eltern. Der Dialog ist dabei ein wichtiges Instrument, um dem Kind ein Gefühl für sich selbst und seine Stärken zu vermitteln. Am Ende entsteht ein Portfolio, das den Entwicklungsprozess jedes einzelnen Kita-Kindes dokumentiert. Gesammelt werden darin nicht nur die Ergebnisse der Beobachtung, sondern auch Bilder, Fotos und Gebasteltes der Jungen und Mädchen.

Während die Kita-Mitarbeiterinnen die einzelnen Schritte der Dialogischen Entwicklungsförderung vorstellen, setzen sie das kleine Boot auf dem Fluss aus Tüll immer ein Stückchen weiter, sodass es langsam vorwärts kommt, Richtung Schatztruhe. „Wir haben viele Schätze ausgegraben und suchen weiter“, fasst es Martina Leonhardt zusammen. Dank des Weiterbildungsbausteins haben sie unbekannte Fähigkeiten ihrer Kita-Kinder entdeckt, konnten eine neue und individuellere Sicht auf ihre Schützlinge entwickeln und können nun noch besser ihre Stärken fördern und Reifungsprozesse unterstützen.

Über drei Jahre erstreckt sich das Qualifizierungsprogramm des Eigenbetriebs Kindertagesstätten Offenbach (EKO). „Wir haben viel Geld für unsere Kitas ausgegeben“, erinnert Jugenddezernentin Birgit Simon. „Nicht nur für die Sanierung, sondern auch für die inhaltliche Neuordnung.“
1,2 Millionen Euro lässt sich die Stadt die Weiterentwicklung ihrer Kitas kosten. Inklusive sieben neu geschaffener Springerstellen, die das Personal entlasten sollen. 24 Kitas, 440 Beschäftigte und hunderte Kinder profitieren von dem Programm.
Die zehn Fortbildungsbausteine, von denen die Einrichtungen jeweils fünf auswählen, werden von namhaften Wissenschaftlern begleitet. Weil die ganze Belegschaft der Kita teilnimmt und die Fortbildung in der Einrichtung stattfindet, können auch individuelle Probleme besprochen werden. Das sei viel intensiver als ein Fachvortrag, meint Martina Leonhardt.