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MainArbeit beschreitet mit Aktivierungszentrum von GOAB und Lebensraum neue Wege

Offenbach, den 14.07.2011, letzte Bearbeitung: 18.07.2011

Am 1.Juli hat das Aktivierungszentrum in der Mühlheimer Straße seine Tätigkeit aufgenommen. Kunden der MainArbeit werden dort beraten, können sich in unterschiedlichen Bereichen praxisnah ausprobieren und für den ersten Arbeitsmarkt qualifizieren. Kurz gesagt. Denn das bundesweit einmalige Pilotprojekt steht auch für den vollzogenen Paradigmenwechsel innerhalb der Arbeitsvermittlung und soll durch die Kombination mit einem interdisziplinären Betreuerteam Menschen motivieren, den Schritt in eine sozialversicherungspflichtige Tätigkeit zu wagen.

Blick in die Recyclingwerkstatt des Aktivierungszentrums
Blick in die Recyclingwerkstatt des Aktivierungszentrums

„Die Nähe zu praktischen Erfahrungen ist wichtig für die Integration auf dem Arbeitsmarkt, hinzu kommt jetzt ein ganzheitlicher Betreuungsansatz“: Dr. Mathias Schulze-Böing, Geschäftsführer der MainArbeit und verantwortlich für den Jobcenter der Stadt Offenbach, ist offen für neue Konzepte und gerne bereit, überzeugende Ideen zu adaptieren. Das Modell der Aktivierungszentren hat er in Holland entdeckt und ihn überzeugte der Ansatz, alle im Aktivierungsprozess beteiligten Kräfte zu bündeln und den Kunden der MainArbeit damit eine neue Perspektive jenseits von Transferleistungen zu eröffnen.
In der Mühlheimer Straße finden die Menschen jetzt Arbeit, Beratung, Vermittlung und psychosoziale Betreuung unter einem Dach. „Eine Schuldnerberatung und weitere Dienste, die Vermittlungshemmnisse aus dem Weg räumen helfen, sollen noch hinzukommen“, erläutert die stellvertretende Geschäftsführerin der GOAB GmbH Gudrun Reinhart. Oftmals haben Langzeitarbeitlose schon eine Odyssee hinter sich, die Arbeitssuche hat Spuren in ihrem Leben und in ihrer Persönlichkeit hinterlassen und sie haben das Vertrauen in ihre Fähigkeiten verloren. Andere wiederum scheiterten in Berufen, die ihrer Persönlichkeit nicht entspricht – die Biographien und Schicksale sind vielfältig. „Daher“, bestätigt auch Jürgen Schomburg, Geschäftsführer der GOAB GmbH, „ist der veränderte Blickwinkel, nämlich die klientenorientierte Vermittlung im Gegensatz zur stellenorientierten ein richtiger Ansatz “.

Auf dem Gelände der GOAB, Gemeinnützige Offenbacher Ausbildungs- und Beschäftigungsgesellschaft mbH, können sich die Menschen in unterschiedlichen Bereichen ausprobieren: es gibt eine Metallwerkstatt, eine Zweiradwerkstatt, das Recyclingzentrum, den Bertriebsbekleidungsservice, die Gebäudereinigung, die Betriebskantine, das Projekt Bausanierung und Renovierung und weitere Projekte und Tätigkeitsprofile an weiteren Standorten in der Stadt. Insgesamt rund 170 Plätze stehen in dem seit 25 Jahren bestehenden Betrieb zur Verfügung. Hinzu kommen Einrichtungen der Betreuungsgesellschaft Stiftung Lebensräume e.V., die das Aktivierungszentraum als Kooperationspartner begleitet und neben Psychologischer Fachkompetenz 30 Plätze in Kantinen und Schulen und weitere 30 in den eigenen Räumen bereit stellt. Inhaltlich wird damit ein weitgefächertes Angebot möglich: in handwerklichen, hauswirtschaftlichen bis hinzu gewerblich-technischen Tätigkeiten können die Teilnehmer ihre Fähigkeiten und Interessen erproben und biszuweilen auch neu ausloten, um für sich eine neue Perspektive zu entwickeln. Unterstützung erhalten sie dabei von einem JobCoach, der sie vom ersten Tag an begleitet und betreut, ihnen bei der Erstellung ihrer Bewerbungsunterlagen hilft oder auch selbst zum Telefon greift, um einen Praktikumsplatz zu organisieren.

Priorität genießt die Vermittlung in den ersten Arbeitsmarkt und schon drei Tage nach Start des Aktivierungszentrums konnten drei Personen vermittelt werden. Jürgen Schomburg ist zuversichtlich, die gesteckten Ziele zu erreichen: „Zudem ist der Arbeitsmarkt gerade aufnahmefähig“. 220 Plätze stehen für 500 bis 600 Teilnehmer pro Jahr zur Verfügung, mit der MainArbeit ist eine erfolgsorientierte Finanzierung vereinbart, die mit dem Verbleib eines Teilnehmers in einem Beschäftigungsverhältnis fällig wird.

Das Aktivierungszentrum ist zunächst auf 2 Jahre angelegt. „Der Arbeitsmarkt hat sich verändert und wir müssen flexibel sein“ meint auch Bürgermeisterin und Sozialdezernentin Birgit Simon. „Das Aktivierungszentrum bietet passgenaue Unterstützung aus einer Hand an einem Ort und wir beschreiten damit einen neuen Weg, der von anderen Kommunen interessiert beobachtet wird.“

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