Erasmusprojekt bringt mehr Vielfalt in Offenbachs Schullandschaft
Offenbach, den 04.12.2008, letzte Bearbeitung: 15.12.2008Mit dem Grundsatzbeschluss, am Standort des ehemaligen Gesundheitsamtes im Dreieichring ein mehrsprachiges Betreuungsangebot sowie eine einzügige Grundschule nach dem Erasmuskonzept zum Schuljahr 2009/2010 einzurichten, setzt die Stadtverordnentenversammlung, „einen Meilenstein für ein richtungsweisendes Bildungsangebot in der Stadt“, so Bürgermeisterin Birgit Simon.
Die 71 Stadtverordneten legen in ihrer heutigen Sitzung den Grundstein für 26 neue Krabbelplätze, 75 neue Kindertagestättenplätze und eine einzügige Grundschule. Diese arbeitet nach dem Offenbacher Ganztagsschulmodell, in dem 100 neue Hortplätze in das Ganztagsschulsystem integriert werden.
„Mit der Umsetzung dieses Beschlusses wird ein qualitativ hochwertiges Bildungs- und Betreuungsangebot etabliert, das erstmals Mehrsprachigkeit für Kinder von null bis zehn Jahren einführt und die Erweiterung des Offenbacher Ganztagschulmodells ermöglicht“ erläutert Simon.
Bereits fünf Offenbacher Grundschulen arbeiten mit Ganztagsklassen, wie sie auch im Konzept für das neue Angebot am Dreieichring vorgesehen sind: über den ganzen Tag verteilt wird verbindlich Unterricht angeboten. Simon: „Dadurch wird für die Kinder entspannteres Lernen möglich. Leistungsschwächere Schülerinnen und Schüler können stärker gefördert werden.“
Bisher ist es noch nicht gelungen, alle Offenbacher Grundschulen für die Einrichtung einer Ganztagsklasse zu gewinnen. „Deshalb wird mit dem neuen Schulangebot dem hohen Bedarf berufstätiger Eltern mit Kindern im Grundschulalter weiter Rechnung getragen“, ergänzt die Bürgermeisterin.
Da es sich um eine freie Schule handelt, müssen sich Eltern bei dieser Schule selbst anmelden und mit dem Träger eine Vereinbarung über den Schulbeitrag abschließen. „Für die Krabbelplätze, den Kindergarten und die Hortplätze hingegen“, so Simon, „gilt der Beitrag der städtischen Satzung, der für alle Plätze in der Stadt, gleich in welcher Trägerschaft, einheitlich festgelegt ist.“
Der Beschluss, die Geschäftsführung der Stadtwerke Offenbach Holding (SOH) mit dem Umbau zu beauftragen, ist aus der Sicht Simons, die verschiedene Varianten geprüft hat, alternativlos. Mit der jetzigen Entscheidung wird Simon zufolge auch das Stadtbild aufgewertet, denn „das ehemalige Gesundheitsamt steht seit fünf Jahren leer und verfällt zusehends. Nun hat die Immobilie eine Chance, wieder zum Schmuckstück in einer der ersten Wohnlagen Offenbachs zu werden.“
Der Elternverein OK Kids, der sich als Förderverein die Etablierung eines mehrsprachigen Betreuungs- und Grundschulangebotes zum Ziel gesetzt hat, zählt inzwischen rund hundert Offenbacher Eltern zu seinen Mitgliedern. „Diese jungen Väter und Mütter engagieren sich nun fast seit zwei Jahren für dieses Schul- und Betreuungsangebot – und ich freue mich, dass ihre Befürchtung, Offenbach habe nichts für sie zu bieten gegenstandslos geworden ist.“ Sagt Simon und ergänzt: „Jetzt ist klar: Auch die kleine Großstadt Offenbach steht mit ihrem Bildungs- und Erziehungsangebot anderen Städten nicht nach.“
Bildungsbewusste Eltern legen Simon zufolge großen Wert auf ein innovatives und qualitativ hochwertiges Bildungsangebot. Berufstätige Eltern wollen ein ganzheitliches Lernangebot für ihre Kinder in einer Ganztagsschule. „Dies ist vernünftig, in ganz Europa und vielen Regionen der Welt üblich.“
Mit der privaten Anschubfinanzierung für den neuen Schulbetrieb in Höhe von 150.000 Euro hat der Unternehmer und frühere IHK-Präsident Ingo Mayer Weichen gestellt, sagt Simon. „Er hat ein Zeichen dafür gesetzt, dass Bildung ein wichtiger Standortfaktor für die Zukunftsfähigkeit Offenbachs darstellt. Er und IHK-Hauptgeschäftsführerin Eva Dude, die Mayers Sichtweise teilt, haben durch ihre Unterstützung einen wertvollen Beitrag zur Umsetzung des Projektes geleistet“, so die Bürgermeisterin weiter.
Simon erinnert daran, dass sich für die positive Entwicklung der Grundschullandschaft in Offenbach durch die Errichtung der einzügigen mehrsprachigen Grundschule auch der stellvertretende Leiter des Staatlichen Schulamtes, Dr. Peter Bieniussa, verbürgt hat.
Simon: „Es war ein langer und steiniger Weg. Eines ist sicher: Es hat sich gelohnt für Eltern und Kinder in der Stadt. Die Standortfaktoren Bildung und Erziehung werden gestärkt. Die Zukunftsfähigkeit der Stadt wird ausgebaut. Mein Dank geht deshalb an alle, die an dem guten Ergebnis mitgewirkt haben, auch wenn ihr Beitrag in der Öffentlichkeit nicht sichtbar war.“
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