Hochrangig besetztes Kompetenzteam für mehr Umweltschutz
Offenbach, den 14.05.2008, letzte Bearbeitung: 25.07.2008Solaranlagen auf den Dächern der Stadt Offenbach, Ökostrombezug für sämtliche kommunale Liegenschaften und die Fortschreibung des Nahverkehrsplans auch unter ökologischen Gesichtspunkten kommen nicht von ungefähr.
Gleiches gilt für die Etablierung der Ökomesse oder die Erstellung eines Klimaschutzberichtes, der Offenbachs CO2-Einsparpotenzial aufzeigt. All diese Projekte und Maßnahmen sind Arbeitsschwerpunkte einer kleinen Expertinnen- und Expertenrunde aus dem Stadtkonzern, die auf Einladung von Bürgermeisterin Birgit Simon Perspektiven und Strategien für einen wirkungsvollen kommunalen Umweltschutz erarbeitet und Wege zur Umsetzung festlegt. Dieses Umweltkompetenzteam mit Vertretern von Stadt, SOH-Konzern und EVO wurde jetzt vorgestellt.
„Wir wollen als Stadt sichtbar und vorbildlich agieren, um neben den positiven Effekten für Umwelt- und Klimaschutz vor allem viele Bürgerinnen und Bürger zur Nachahmung zu animieren“, erklärt Bürgermeisterin Simon. „Denn oft erfordert energiesparendes Verhalten lediglich ein bestimmtes Wissen über die vielen wirkungsvollen Möglichkeiten, die uns bereits unser Alltagsverhalten bietet – verbunden mit der Motivation, etwas Gutes für die Umwelt zu bewirken.“ Dabei freut es die Mitglieder des Umweltkompetenzteams, wenn die Stadt innovativ ist – und etwa in der Frage des Ökostrombezuges für städtische Liegenschaften bundesweit zu einer der ersten Kommunen zählt.
Die Gruppe hat sich die Bezeichnung Umweltkompetenzteam gegeben, doch Simon betont, dass neben der hohen fachlichen Kompetenz aller Beteiligten auch die hochrangige Besetzung mit internen und externen Entscheidern, die innerhalb und außerhalb der Verwaltung in verantwortungsvoller Führungsposition sind, maßgeblich dazu beitrage, dass Diskussion, Entscheidungsfindung und konkrete Umsetzung der Arbeitsergebnisse zügig vorankommen.
Neben dem Vorstand der Energieversorgung Offenbach (EVO) in Person von Dr. Kurt Hunsänger und SOH-Geschäftsführer Jochen Böger sind die Geschäftsführer der SOH-Töchter Winfried Männche (GBO), Reinhard Hantl (EEG) und Ralph Döring (GBM) feste Mitglieder im Kompetenzteam; außerdem GOAB-Geschäftsführer Jürgen Schomburg und Anja Georgi, Geschäftsführerin der Lokalen Nahverkehrsorganisation (LNO). Für die Kernverwaltung dabei sind die Leiterin des Amtes für Stadtplanung und Baumanagement, Susanne Schöllkopf und Heike Hollerbach, Leiterin des Amtes für Umwelt, Energie und Mobilität.
Für EVO-Technikvorstand Hunsänger ergänzt die Arbeit im Kompetenzteam der Bürgermeisterin das vorhandene Engagement des Unternehmens für den Klimaschutz. So teste die EVO derzeit im Heizkraftwerk an der Andréstraße, ob sich Kohle durch Biomasse ersetzen lasse. „Dabei muss analysiert werden, wie die Anlage auf die Umstellung auf den neuen Energieträger reagiert. Die Probephase soll bis Ende 2008 abgeschlossen sein“, führt Hunsänger aus. Läuft alles nach Plan, wird die EVO dann bis zu 25 Prozent Kohle ersetzen. „Das wären 30.000 Tonnen Kohle jährlich, was zu einer Kohlendioxideinsparung von 60.000 Tonnen führen würde.“
Seit Anfang 2008 betreibt die EVO laut Hunsänger außerdem am Hauptgebäude eine Photovoltaikanlage. Das Besondere daran: Sie wurde nicht auf dem Dach installiert, sondern an der Fassade zur Andréstraße. Die Anlage ist 156 Quadratmeter groß; ihre Leistung beträgt etwa 30 Kilowatt. Damit lassen sich im Jahr bis zu 21.000 Kilowattstunden Strom erzeugen – das entspricht dem durchschnittlichen Verbrauch von sieben Drei-Personen-Haushalten.
„Der dezentralen Energieerzeugung gehört die Zukunft“, urteilt der EVO-Vorstand. Daher beteiligt sich sein Unternehmen an der Erprobung des Mikrokraftwerks „Whispergen“. Der Flüstergenerator steht für eine neue Klasse von KWK-Anlagen in der Größe einer Waschmaschine, die für Ein-Familienhäuser geeignet sind und neben Wärme auch Strom produzieren. Zurzeit testet die EVO auch diese innovative Form der dezentralen Energieerzeugung auf Effizienz und Wirtschaftlichkeit. Der Probebetrieb dauert bis Ende des Jahres 2008, sagt Hunsänger. Die EVO will damit dazu beitragen, unrentable und klimaschädliche Ölheizungen durch innovative Wärmeerzeugung zu ersetzen.
Für Joachim Böger, Geschäftsführer der Stadtwerke Offenbach Holding, ist die Schwerpunktsetzung auf Umweltschutz ebenfalls ein wichtiger Aspekt bei der Bereitstellung von kommunalen Dienstleistungen.
„In den vergangenen Jahren hat die Stadt Offenbach gemeinsam mit dem Stadtwerke Offenbach Holding Konzern ihre Bemühungen um eine auch unter ökologischen Aspekten lebenswerte Stadt intensiviert. Unter dem Slogan „Besser leben in Offenbach“ fassen wir mit diesem Ziel zahlreiche Projekte der SOH GmbH und ihrer Gesellschaften zusammen“, so Böger. Jüngste Beispiele hierfür seien die Errichtung von Solaranlagen auf vier Gebäuden der Stadtwerke sowie dem Ledermuseum, die Erstellung eines jährlichen Umweltberichtes unserer Gesellschaften, ein nach neuesten ökologischen Gesichtspunkten ausgestatteter Busfuhrpark oder auch das energetische Sanierungsprogramm der GBO, bei dem ein Teil des Wohnungsbestandes so saniert wurde, dass Heizkosten und damit letztendlich auch der CO2- Ausstoß verringert werden. Darüber hinaus werden die Gesellschaften EEG und GBM für alle städtische Gebäuden ein Energiecontrolling aufbauen, um deren jeweiligen Emissionslasten aufzuzeigen und Maßnahmen zu identifizieren, die diese verringern können. Bei der diesjährigen Ökomesse am 8. Juni auf dem Buchhügelhof ist die SOH erstmals Mitveranstalter und damit an der Organisation und Finanzierung beteiligt. Auch das gesamte Kompetenzteam wirkt an den Vorbereitungen mit.
Dass die Möglichkeiten kommunalen Umweltschutzengagements noch lange nicht ausgeschöpft sind, macht Simon zufolge der prall gefüllte Themenspeicher der Kompetenzgruppe deutlich. „Gemeinsam werden wir noch das ein oder andere konkrete Projekt auf den Weg bringen, etwa im Bereich zukunftsweisender Energiekonzepte in der Bauleitplanung oder hinsichtlich der Etablierung aussagekräftiger Umweltberichte für die Gesellschaften und die Kernverwaltung“ verrät Simon. Auch Prüfaufträge werden im Team abgearbeitet – etwa in der Frage nach alternativen Treibstoffen im Fuhrpark der städtischen Gesellschaften.
Mit ihrem Themenspektrum setzt die Umweltkompetenzgruppe genau an jenen Themen an, welche für die meisten Menschen derzeit einen immer größeren Stellenwert einnehmen, ist sich Simon sicher. „Nicht erst seit der neu entflammten Klimadebatte und der sich abzeichnenden Entwicklung unserer Energiekosten kommen immer mehr Menschen zu der Überzeugung, dass nachhaltiger Umweltschutz zukünftig eine wichtige Voraussetzung für den Erhalt unserer Lebensqualität darstellt“, so die Umweltdezernentin.
„Wir sehen unsere Aufgabe nicht nur darin, das Thema Klima- und Umweltschutz voran zu bringen, sondern insbesondere auch im Kompetenzteam ein Netzwerk von Handlungs- und Wissensträgern, die mit konkreten Zielen und Umweltstandards heute die Weichen für morgen stellen. Unternehmen können als konkrete Vorbilder sehr viel bewirken, das zeigen Projekte wie zum Beispiel die Solaranlagen auf öffentlichen Gebäuden oder die in den Umweltleitbildern festgeschriebenen Umweltstandards, die wir angehen“ sagt Heike Hollerbach vom Amt für Umwelt, Energie und Mobilität.
Themen des Umweltkompetenzteams in der Übersicht:
- Photovoltaik auf öffentlichen Dachflächen (AG Photovoltaik)
- Klimaschutzpreis der Stadt Offenbach
- Ökoprofit – Umweltmanagement in Offenbacher Betrieben
- Umweltbericht der EVO und SOH
- Offenbacher Ökomesse
- Umweltstandards Kommunaler Fuhrpark und Einführung von Car-Sharing
- Einführung eines Fahrradmietsystems (Nextbike)
- Energiekonzepte in der Bauleitplanung
- Ökostrom im Stadtkonzern
Mitglieder des Umweltkompetenzteams:
- Joachim Böger
SOH Stadtwerke Offenbach Holding GmbH
Sprecher der Geschäftsführung - Ralph Döring
GBM Gebäudemanagement GmbH Offenbach
Geschäftsführer - Anja Georgi
LNO Lokale Nahverkehrsorganisation Offenbach GmbH
Geschäftsführerin - Reinhard Hantl
EEG Entwicklung Erschließung Gebäudemanagement GmbH Offenbach
Geschäftsführer - Heike Hollerbach
Amt für Umwelt, Energie und Mobilität
Amtsleiterin - Dr. Kurt Hunsänger
EVO Energieversorgung Offenbach AG
Vorstandsmitglied - Dieter Lindauer
SOH Stadtwerke Offenbach Holding GmbH
Prokurist - Winfried Männche
GBO Gemeinnützige Baugesellschaft Offenbach mbH
Geschäftsführer - Susanne Schöllkopf
Amt für Stadtplanung und Baumanagement
Amtsleiterin - Jürgen Schomburg
GOAB Gemeinnützige Offenbacher Ausbildungs- und Beschäftigungsgesellschaft mbH
Geschäftsführer - Birgit Simon
Bürgermeisterin
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