„Wohnen und Arbeiten kann und sollte regional gedacht werden“ / Bürgermeisterin Birgit Simon begrüßt Überlegungen zu Kooperation der Städte im Rhein-Main-Gebiet
Offenbach, den 07.04.2011Positiv reagiert Offenbachs Bürgermeisterin Birgit Simon auf Überlegungen, künftig in Fragen der regionalen Wirtschafts- und Stadtentwicklung enger mit Frankfurt zusammenzuarbeiten. Simon bezieht sich auf einen Vorstoß ihrer Frankfurter Parteifreundin, Umweltdezernentin Manuela Rottmann, die im Rahmen einer von der Frankfurter Allgemeinen Zeitung veranstalteten Podiumsdiskussion für eine neue Kooperation Frankfurts mit der Region warb.
Simon greift die Idee einer „regionalen Bevorratungspolitik“ auf und betont: „Natürlich ist eine gemeinsame Planung von Industrieansiedlungen in der Region anhand vorhandener Industrieflächen sinnvoll, denn geeignete Gewerbeflächen werden gerade im bereits eng verdichteten Frankfurter Stadtgebiet rar, während Offenbach mit dem Allessa-Gelände über entsprechendes Areal verfügt“. Aus Simons Sicht ist deshalb die Überlegung keineswegs abwegig, dass Frankfurter Unternehmen, die an ihrer Betriebsstätte nicht weiter expandieren können, hierher umziehen.
„Ich kann mir gut vorstellen, dass ein Frankfurter Wirtschaftsbetrieb wie zum Beispiel die Radeberger Gruppe besser in Offenbach als in Bad Vilbel heimisch wird. Davon profitieren der Offenbacher Arbeitsmarkt und unser Stadtsäckel, in das frische Gewerbesteuereinnahmen fließen.“
Simon betont, dass eine derartige neue Kultur der Zusammenarbeit der beiden Großstädte Frankfurt und Offenbach, die den Wettbewerbsgedanken zugunsten der Kooperation aufgibt, nur funktionieren kann, wenn sich beide Städte auf Augenhöhe begegnen - so wie es in der Zusammenarbeit zwischen Simon und ihrer Frankfurter Kollegin schon lange der Fall ist.
Auf diesem Weg könnte Simon zufolge auch gut über entstehende Belastungen und Erträge verhandelt werden. Denn „wenn sich Frankfurt an den hier entstehenden Entwicklungskosten beteiligt, kann im Umkehrschluss auch über eine angemessene spätere Verteilung der Gewerbesteuer verhandelt werden, wie von Rottmann vorgeschlagen“. Als Grundbedingung nannte Simon jedoch, dass sich die Kooperation der Kommunen an der Vorgabe orientiert, dass sich in beiden Städten sowohl Wohngebiete als auch Arbeitsplätze verträglich entwickeln. Denn „es kann nicht darum gehen, dass lediglich die vor der eigenen Haustür als störend empfundene Industrie in die Nachbarkommune abgeschoben wird.“ Darüber sind sich die beiden Dezernentinnen einig.
Simon abschließend: „Und wenn das alles funktioniert, dann können Verabredungen getroffen werden, die zu einem dreifachen Win-Win-Geschäft werden: Für Offenbach, Frankfurt – und die regionale Wirtschaft".
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