Museumshop im Haus der Stadtgeschichte, Museum
Offenbach, den 28.02.2008, letzte Bearbeitung: 14.05.2009Postkarten: Es werden Postkarten mit folgenden Motiven angeboten: - Ansicht des Rumpenheimer Schlosses auf Vase, ein Geschenk der Dienser zur Goldenen Hochzeit des Landgrafen Wilhelm und der Landgräfin Louise Charlotte von Hessen-Kassel, 10. November 1860 - Gemälde von Leopold Bode "Abtrieb von der Alm" um 1868 - Das Offenbacher Puppenhaus, Ende des 18. Jahrhunderts - Stadtplan von Offenbach, um 1750 von Johann Conrad Back Das Postkarten-Set zeigt 10 Motive der "Offenbacher Fayencen": Ausstellungsraum im alten Stadtmuseum, Birn- und Walzenkrüge, Tintenzeug, Spruchteller u. ä. Publikationen: Das Haus der Stadtgeschichte gibt die in Fachkreisen vielbeachtete wissenschaftliche Schriftenreihe "Offenbacher Studien" heraus, die sich stadtgeschichtlichen Themen mit überregionaler Bedeutung widmet. Die bislang erschienenen Bände widmen sich beispielsweise dem im 19. Jahrhundert in Offenbach am Main verwahrten Mozart-Nachlass, weshalb 79 Mozart-Kompositionen in der Stadt im Erstdruck erschienen, oder aber der ersten erfolgreichen deutschen Romanschriftstellerin Sophie von La Roche, die im Jahr 1786 nach Offenbach übersiedelte und dort 1807 verstarb. Viele weitere Publikationen befinden sich im Angebot des Hauses der Stadtgeschichte, so beispielsweise über das d'Orvillesche Puppenhaus von 1757 oder über Offenbacher Gold- und Silberschmiede. Zinnfigur "Goethe und Lili" Lili und Goethe sind das berühmteste Offenbacher Liebespaar. Die Frankfurter Bankierstochter Anna Elisabeth Schönemann, genannt Lili, verbrachte ihre Sommerfrischen in Offenbach. Hier lebten die Verwandten, ihre Mutter war eine geborene d’Orville. Lilis Elternhaus lag am Großen Kornmarkt in Frankfurt. Bei einem dortigen Gesellschaftsabend, im Januar 1775, hatte Goethe die Sechzehnjährige erblickt. Selbst erst fünfundzwanzig, war er bereits jemand. Ein einziges Buch hatte ihn berühmt gemacht: „Die Leiden des jungen Werthers“, der Roman einer unglücklichen Liebe. Unfähig sich zu binden, wurde Goethe im April 1775 zur Verlobung mit Lili gedrängt. Drei Wochen später reiste er zur Prüfung seiner Gefühle und ohne Abschiedsgruß mit Freunden in die Schweiz. Zehn Wochen vergingen, Gedichte entstanden, seine Gedanken schrieb er einer anderen, nie gesehenen Vertrauten. Bereits im Oktober wurde die Verlobung gelöst, wenig später folgte Goethe dem Ruf nach Weimar. Die Zinnfigur zeigt das Liebespaar und ist dem Gemälde von Hermann Dietz nachempfunden. Das Bieberer Amulett: Karl Keller, Oberstudiendirektor i.R. zum Bieberer Amulett Es lag so scheinbar zufällig zwischen zwei Kalksteinbrocken, dass es der Ausgräber zuerst für den verrosteten Verschlussbügel einer alten Bierflasche hielt und mit dem Fuß achtlos wegkicken wollte. Im letzten Augenblick, bevor sich das unscheinbare Ding zwischen den Erdschollen des Ackergeländes für immer davonmachen konnte, zögerte der Ausgräber und nahm das Drahtgebinde in die Hand. Es war der aufsehenerregende Fund des Jahres 1979 in Stadt und Kreis Offenbach. „Ein Novum von großem Seltenheitswert“ nennt Kreisbodendenkmalspfleger Klaus Ulrich dieses Stück in seinem Jahresbericht für das Ausgrabungsjahr 1979. Der Kreisbodendenkmalpfleger formuliert dies mit der gebotenen wissenschaftlichen Zurückhaltung. Wir dürfen weitergehen und sagen: Dies ist im Bereich der europäischen frühgeschichtlichen Archäologie ein einmaliger, sensationeller Fund, der lokale Bedeutung weit hinter sich lässt. Es gibt in Europa kein vergleichbares Stück. Wäre es nur Fragment eines Bronzeschmucks – es wäre interessant und bemerkenswürdig genug! Aber wir haben es zweifellos mit einer stilisierten Menschenfigur zu tun – und Menschenfiguren sind uns aus vergleichbarer Zeit nur als Höhlenzeichnungen oder auf Keramikresten bekannt. Dies aber ist eine vollplastische, unbeschädigte erhaltene kleine Bronzefigur. Welch ein Fund, welch ein Glück! Wie kam es dazu? Die Gemarkung „Struthäcker“ im Offenbacher Stadtteil Bieber hat sich im letzten Jahrzehnt als eine sehr ergiebige frühgeschichtliche Fundstätte erwiesen. Auf dieser aus der Tertiärzeit stammenden Flugsanddüne, die sich entlang der verlängerten Schloßmühlstraße bis zum Kleingartengelände Erlensteg hinzieht, wurde auf einem ca. 20.000 m² großen Gelände ein Gräberfeld nachgewiesen, das seit etwa 1200 v. Chr. mit Unterbrechungen bis ins 2. Jahrhundert n. Chr. als Begräbnisplatz benutzt worden ist. An die 30 Gräber wurden dort inzwischen gefunden. Im Bereich dieser urnenfeld-/latènezeitlichen Nekropole wurden 1979 erneut intensive Grabungen vorgenommen. Aber weniger System als Zufall führten auf die Spur einer bronzezeitlichen Bestattung vom Typ der seltenen Steinkistengräber. Dem Bieberer Bauern Rudolf Sitzmann, dessen Augen und Gefühl durch frühere Entdeckungen bereits geschärft für frühgeschichtliche Fundorte sind, warn beim Pflügen Kalksteinbrocken aufgefallen, die für diese Flur geologisch als Fremdkörper wirken. Er stellte das Pflügen ein und machte Mitglieder der Arbeitsgemeinschaft für Vor- und Frühgeschichte Offenbach a. M. unverzüglich darauf aufmerksam. In sorgfältiger Arbeit legten die jungen Ausgräber – Studenten der Frühgeschichte und Hobbyarchäologen – die verdächtige Stelle frei und standen schließlich vor dem anscheinend unversehrt erhaltenen Steinkistengrab, das aus der Urnenfelderzeit zwischen 1200 und 800 c. Chr. stammt. In den Ende 1980 erschienen Offenbacher Geschichtsblättern Nr. 30 „Bieber – achttausend Jahre Geschichte“ beschreibt Alfred Kurt dieses Grab folgendermaßen: „Aus einem Fundament aus flachen Kalksteinplatten war eine trockengemauerte Grabkammer errichtet, die einen Innenraum von ca. 2,50 m Länge, 70 cm Breite und 70 cm Höhe umschloss. Das Grab war völlig erhalten; nur die Decksteine, die ursprünglich wohl auf Balken lagen, waren in das Grabinnere gefallen“. Steinkistengräber gelten, schon wegen der mit ihrer Errichtung verbundenen Arbeit, als Fürsten- und Kriegergräber. Auch bei dem Bieberer Steinkistengrab scheint es sich um ein solches Vornehmengrab zu handeln. Im unmittelbar anschießenden Umfeld lagen Reste zerschmolzener Bronzeringe inmitten von Scheiterhaufen-Spuren. Im Grab fanden sich Knochen- und Keramikreste. Waffen, mit denen man eigentlich auch gerechnet hatte, fand man nicht. Ist dieses Grab also schon sehr früh ausgeraubt worden? Dann wäre dies bereits in prähistorischer Zeit geschehen. Das alte Lied von den Grabräubern, wie wir das aus dem alten Ägypten und dem alten Hellas kennen, wäre auch hier anzustimmen. Erinnert sei auch an all unsere ausgeraubten Hünengräber in Moor und Heide. Nur unser kleiner Bronzemensch blieb unentdeckt. Er lag so kompakt zwischen zwei Kalksteinen einer Schmalseite eingeschlossen, dass keine Luft an ihn herankam. Das verhinderte Oxydation und Korrosion und ist zugleich Ursache für den sehr guten Erhaltungszustand des Amuletts. Denn um ein Amulett scheint es sich aller Wahrscheinlichkeit nach zu handeln. Es wurde wohl an einem Lederriemen um den Hals getragen und hatte vermutlich Abwehrzauberfunktion. Deshalb wurde es auch dem Toten mit ins Grab gegeben, geriet aber beim Ausfüllen des Grabes mit der Leichenbrandasche zwischen die Steine des Kopf- bzw. Fußendes. Dort überdauerte es dreitausend Jahre. Die kleine Figur ist 4,3 cm hoch und aus einem einzigen Stück Bronzedraht in höchst elegantem Schwung zu einer menschlichen Gestalt zurechtgebogen. Welch ein künstlerisch begabten „Vater“ muss dieser kleine Mensch gehabt haben, der mit so traumwandlerisch sicherem Formengefühl dieses Figürchen schuf. Hätte ein moderner Künstler diese Figur entworfen, müsste man ihm hohes Lob zollen; ein Werbe-Designer wäre sicher stolz auf die Erfindung eines solchen Pictrogramms für den Menschen. Da es in der damaligen Zeit noch keine Kneif- und Zwickzangen gab, hat der unbekannte Künstler den Bronzedraht nach Beendigung seiner Arbeit durch mehrmaliges Hin- und Herbiegen an den beiden Fußenden abgeknickt. So erklären sich die Bruchstellen an den Füßen; das heißt: wir haben es nicht mit einer fragmentarisch, sondern mit einer unbeschädigt erhaltenen Figur zu tun. Der Draht des überdimensionalen Kopfes ist an beiden Seiten etwas platt gehämmert. Mit Größe und Flächigkeit des Kopfes gegenüber den runden Formen der übrigen Figur soll wohl auf die Bedeutung des Hauptes für den Menschen hingewiesen werden. Oder: ein kleiner Marsmensch? Stellt man dies wörtlich als „bezaubernd“ gedachte Figürchen auf die kleinen, drallen Beine, so scheint es aus Jahrtausenden munter weiter in die nächsten Jahrtausende zu stapfen. Dieses kleine Kerlchen ist zeitlos. Ob auch geschlechtslos, das hängt von der Entscheidung ab, ob man die Gestaltung der Figur als naturalistisch oder stilisiert einstuft. Gegenüber der berühmten steinzeitlichen „Venus von Willendorf“ aus der Wachau mit ihren Hängebrüsten und breitem Gesäß ist dieses bronzezeitliche Figürchen elegant und charmant. Möchten doch die Offenbacher, alle Betrachter und die Fachwelt gleichermaßen den kleinen Wanderer zwischen den Jahrtausenden in ihr Herz schließen!
| Persönliches Erscheinen: | Die Amulette, Postkarten, Publikationen und die Zinnfigur können auch schriftlich bestellt werden: Haus der Stadtgeschichte z. Hd. Frau Baum, Herrnstraße 61 63065 Offenbach |
| Kosten: | Bieberer Amulett in den Ausführungen: Bronze – klein 10,00 EUR Bronze – klein – Schlaufe 13,00 EUR Bronze – groß 12,00 EUR Silber – klein 12,00 EUR Silber – klein – Schlaufe 15,00 EUR Silber – groß 15,00 EUR Ohrstecker – Einzelpreis 15,00 EUR Ohrstecker – Paar 27,00 EUR Postkarten: 0,50 EUR Postkarten-Set: 2,50 EUR Publikationen: Daum Nancy / Kunstglas – Glaskunst. Art Deco 1925 - 1939 (1982) 10,00 EUR Gold- und Silberschmiede in Offenbach am Main (1983) 10,00 EUR Fünfziger Jahre (1984) 10,00 EUR Katholiken ohne Rom? Offenbach, älteste Alt-Katholische Pfarrei Hessens (1985) 10,00 EUR Alois Senefelder und die "Notenfabrique" André ( 1986) 10,00 EUR Gutbürgerliches Wohnen in Offenbach um 1900. Architektur, Einrichtung, Gebrauchsgegenstände (1987) 10,00 EUR Offenbacher Fayencen (1992) 30,00 EUR Offenbacher Puppenhaus von 1757. Leben im 18. Jahrhundert (1995) 30,00 EUR Johann Anton André und der Mozart-Nachlass. Ein Notenschatz in Offenbach (2006) 19,50 EUR "Meine Freiheit, nach meinem Charakter zu leben", Sophie von La Roche (2007) 29,80 EUR Zinnfigur Goethe & Lili, inkl. Foto 7,50 EUR |
| Zahlungsweise: | bar an der Museumskasse oder per Rechnung |
| Weitere Auskünfte unter: | Margot Baum, Tel. 069/8065-2446 |
| Sonstige Hinweise: | Öffnungszeiten des Museums im Haus der Stadtgeschichte und dem Museumsshop: Montag geschlossen Dienstag 10:00 - 17:00 Uhr Mittwoch 14:00 - 19:00 Uhr Donnerstag 10:00 - 17:00 Uhr Freitag 10:00 - 17:00 Uhr Samstag 11:00 - 16:00 Uhr Sonntag 11:00 - 16:00 Uhr |
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