Offenbach.de - Diese Seite ist das Portal der Stadt Offenbach. Hier finden Sie Informationen zu verschiedenen Themen, Veranstaltungen und Neuigkeiten der Stadt.
 

Das Haus der Stadtgeschichte erwirbt Gemälde aus dem Umkreis der Familie André

Offenbach, den 06.11.2006, letzte Bearbeitung: 14.12.2009

Die Hugenottenabteilung des Museums wird Mitte 2009 mit zwei bedeutenden, in den vergangenen Jahren durch Spenden von Eleonore und Helmut André restaurierten Gemälden ergänzt.

 In einer Pressekonferenz im November 2006 waren zwei Gemälde als Ankauf für das Haus der Stadtgeschichte vorgestellt worden, ohne dass Aussicht auf eine baldige Präsentation in der Dauerausstellung des Museums bestand. Die Gemälde waren in schlechtem Zustand und ohne Rahmen erworben worden, jedoch aufgrund ihres hohen stadtgeschichtlichen Wertes herausragend. Eleonore und Helmut André, die von der Entdeckung der beiden verschollenen Bilder ihrer Vorfahren erfuhren, sagten daraufhin der Stadt Offenbach mäzenatisch die Übernahme der Restaurierungskosten zu.

Die Darstellung des Färbermeisters und Fabrikanten Ludwig Johann Anton André (1810-1892) und dessen Ehefrau Marie Barbara Katharina Friederike André geb. Wagner (1821-1878), repräsentieren als Doppelbildnis von 1872/73 das Offenbacher Unternehmertum der Gründerzeit. Im Jahr 1709, also vor exakt 300 Jahren, wanderte die hugenottische Familie André in Offenbach ein. Im 18. Jahrhundert war das Textilgewerbe noch ein hugenottisches Handwerk. Als später Vertreter dieser Tradition verlegte das Fabrikanten-Ehepaar André im Jahr 1877 seine Färberei aus der Industriestadt am Main nach Hirschhorn am Neckar. Gemalt wurden die Bildnisse von Wilhelm Kühling, der auch Porträts für das Schweriner Fürstenhaus fertigte.

Durch die Spenden des Ehepaares Eleonore und Helmut André konnten nicht nur die beiden Gemälde für die Stadt Offenbach restauriert, sondern auch die verschollenen Rahmen im Stil der Zeit und in echter Handvergoldung nachgebildet werden. Zur öffentlichen Präsentation der Gemälde, die innerhalb der Hugenottenabteilung des Museums an das traditionelle Textilgewerbe der französischen Glaubensflüchtlinge erinnern sollen, wird für die Besucherinnen und Besucher neben einem Sektempfang auch ein Vortrag von Dr. Jürgen Eichenauer zur Geschichte des Hirschhorner Zweiges der Familie André geboten.

weitere Bilder: Ludwig Johann Anton Andrè
Ludwig Johann Anton Andrè
Marie Barbara Katharina Friederike Andrè
Marie Barbara Katharina Friederike Andrè