Die Offenbacher Fayencen
Im Rhein-Main-Gebiet waren seit dem Jahr 1661 unter Delfter Einfluß verschiedene Fayencemanufakturen entstanden, zuerst in Hanau, dann auch in den anderen Städten und Orten der Umgebung. Diese Geschirre aus glasierter Keramik waren sowohl in bürgerlichen als auch in bäuerlichen Familien ein Ersatz für das damals sehr teure Porzellan.
Geschichte der Hugenotten
Nicht überall wurden die Glaubensflüchtlinge aus Frankreich begeistert aufgenommen. Zu den aufnahmebereiten Landesherren gehörte der im Schloss zu Offenbach residierende Graf Johann Philipp von Isenburg, dessen Familie bereits 1597 den reformierten Glauben angenommen hatte. Um die Hugenotten längerfristig anzusiedeln, gewährte Graf Johann Philipp seinen Neubürgern weitreichende Privilegien, die auch für spätere Zuwanderer und deren Nachkommen gelten sollten.
Die Erfindung des Steindrucks
Auf einer Geschäftsreise nach Wien, las Johann Anton Andre, Komponist und Musikverleger aus Offenbach am Main, 1799 in einer Münchener Zeitung eine Anzeige, in der ein neuartiges Steindruckverfahren angeboten wurde. Andre lernte Alois Senefelder, den Erfinder dieser neuen Technik kennen, der ihm in München die Erfindung vorführte. Der Geschäftsmann Andre war sofort überzeugt und erwarb die Rechte. Noch im Dezember 1799 reisten Senefelder und und sein Partner, der Münchner Hofmusiker Franz Gleißner, nach Offenbach um dort eine Notendruckerei einzurichten. Mozarts Klavierkonzerte waren ab 1800 die ersten lithographischen Drucke.
Das d´Orvillesche Puppenhaus
Das d´Orvillesche Puppenhaus von 1757 ist das berühmteste Exponat im Haus der Stadtgeschichte, zählt es doch zu den schönsten aus der Mitte des 18. Jahrhunderts erhaltenen Puppenhäusern. Dabei fällt es nicht allein durch seine Rokoko-Pracht und die detailliert gefertigte Einrichtung auf, sondern auch durch seine Größe von über zwei Metern Höhe und einem Meter Breite. Anschaulich erfahren wir durch das Puppenhaus von den Lebensbedingungen einer Welt, die längst vergangen ist.
Vom Manufakturwesen zum Industriezeitalter
Zahlreiche Exponate unserer Sammlung gewähren Einblicke in die Offenbacher Wirtschaftsgeschichte, die von vielerlei Gewerbesparten geprägt wurde: der Eisenkunstguß, der in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts die Grundlagen der Offenbacher Metallindustrie schuf, oder der Kutschen- und Waggonbau der Firma Dick & Kirschten, der durch die zunftfreie und arbeitsteilige Produktionsweise an der Wende vom 18. zum 19. Jahrhundert den Übergang zur Industrialisierung markiert. Der Offenbacher Lederverarbeitung und Lederwarenherstellungsindustrie gelang es zur Weltgeltung.
- Erste Etappen zum Industriestandort
- Auf dem Weg zur Industriestadt
- Verkehrslage begünstigt Industrialisierung
- Maschinenbau / Metallwaren im 19. Jahrhundert
- Eisenkunstguss
- Die 84 - Stunden-Woche
- Soziale Not und Arbeiterbewegung / Frauen- und Kinderarbeit
- Urkunde der Pariser Weltausstellung von 1900
- Offenbach wird Großstadt
- Industriestandort in Gefahr
- Hin zum Dienstleistungszentrum
- Fabrikordnung der Fa. Hauff (Maschinenweberei) von 1842
- Münzstätte Offenbach und Offenbacher Geld
- Carl Wilhelm Becker
- Firma Gebrüder Bernard und der Bernardbau
- Die Firma Gebrüder Bernard - Bericht einer ehemaligen Mitarbeiterin
- Offenbach und sein Tabak
- Offenbach und sein Leder
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