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Rückblick auf den Kafka-Tag im Klingspor-Museum am 23. September von 9 bis 14 Uhr

Offenbach, den 26.09.2011, letzte Bearbeitung: 29.09.2011

Liebe Freunde des Klingspor Museums,
am letzten Freitag besuchten rund 110 Schüler verschiedener Schulen aus Rödermark, Heusenstamm, Offenbach und Frankfurt das Museum. Sie folgten der Einladung, den Kafka-Tag mitzugestalten und zu -erleben.

Kafkatag

 Die Ausstellung mit rund 80 Exponaten zur Buch- und Schriftkunst zu einem der meist illustrierten Schriftsteller des 20. Jahrhunderts stand im Mittelpunkt. Führungen "am laufenden Band" übernahm die Kuratorin der Ausstellung Martina Weiß. Das Interesse, das sie bei vielen Schülern weckte und abrufen konnte, fand seine Fortsetzung an vier Stationen, die jeweils eine Aufgabe stellten.
Marianne Vogel behandelte das Thema Labyrinth, erklärte seine Beziehung zu Kafka und zeigte den Schülern den Weg, ihr eigenes Labyrinth-Leporello zu fertigen. An der zweiten Station ging es um Kafkas Namen. In einer Briefstelle geht der Autor darauf ein, fünf Buchstaben, zwei davon ein A, im Namen zu führen; fünf auch im Vornamen. Sichtlich sucht er darin einen einfachen Anhalt zu seiner Identität. Ingeborg Herold, eine profunde Kalligrafin, führte die Schüler zu Namens-Bildern, den Namen Kafkas wie auch ihren eigenen inszenierend. Frau Herold hatte bereits im Vorfeld, eingeladen von Claudia Fafflok und Rüdiger Jung, an der Hermann Hesse Schule, Heusenstamm, Bilder zum Thema, auch zur Erzählung „Die Verwandlung“, geschaffen. Die dritte Station betreute unsere Studenten-Praktikantin Jenny Fuchs. Kafkas "Kleine Fabel" hatte sie auf Blätter pointiert so positioniert, dass Freiraum blieb, der zur Fortschreibung oder Illustration des Textes anregte. Die Maus, von Mauern eingezwängt und von der Katze hinter ihr zur Kehrtwendung aufgefordert, und damit auf sie zu und ins Verderben, ließ die Schüler über Ausweglosigkeit nachdenken und Bilder dafür erfinden. An der vierten Station, die von Helga Horschig und Stefan Soltek betreut wurde, ging es um die Auseinandersetzung mit der Parabel "Vor dem Gesetz". Einzelne Wörter, Aussagen und Wendungen montierten die Schüler zu Textcollagen, die die Reflexion der Geschichte in Ausschnitten demonstrierten. Eine tief eindrucksvolle szenische Darstellung des Gregor Samsa einer Schülerin aus der Theatergruppe der Hermann Hesse Schule, eine szenische Lesung, von Schabkartons begleitet der Rudolf Koch Schule unter der Leitung von Angelika Amborn-Morgenstern, sowie Heidi Hübner-Prochottas Lesung aus ihrem Unikatbuch "Brief an den Vater" formten ein intensives Rahmenprogramm und setzten dem Tag markante Akzente. Eine Begegnung der anderen Art, der Buch- und Schriftkunst zumal, mit Franz Kafka fand durchweg sehr gute Resonanz. Seine erste Bewährungsprobe hat der neue Raum im Dachgeschoß mit Bravour bestanden.


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