Spemann-Preis 2009 geht an Ksenia Echle
Offenbach, den 04.06.2009, letzte Bearbeitung: 19.08.2009
Den Rudo Spemann-Preis 2009 für eine schriftkünstlerische Arbeit erhält Ksenia Echle von der Freien Hochschule für Grafik und Design und Bildende Kunst e.V., Freiburg. Den zweiten Platz belegte Daniel Welsch, ebenfalls aus Freiburg.
In ihrer Sitzung am 03.06.2009 hat die Jury über die Vergabe des Spemann-Preises entschieden, der zu Ehren des 1947 in russischer Kriegsgefangenschaft gestorbenen Schriftkünstlers Rudo Spemann (1905 – 1947) alle 2 Jahre von der Stadt Offenbach a.M. vergeben wird. Als 1953 von der Stadt Offenbach a.M. das Klingspor-Museum gegründet wurde, übergab die Mutter Spemanns den Nachlass ihres Sohnes dem neuen Museum.
Der Wettbewerb richtet sich an Studenten der Kunsthochschulen mit der Aufforderung ihr Können im Bereich Schriftkunst und Typographie zu zeigen. Zwei Arbeiten werden gefordert: zu der einen wird ein Text vorgegeben, der von jedem Wettbewerbsteilnehmer künstlerisch dargestellt werden soll. Zu einer zweiten Arbeit kann sich der Teilnehmer einen Text frei nach seinem Geschmack und seinen Kenntnissen wählen. Beide Arbeiten sollen einen kalligraphischen wie auch einen typographischen Teil haben.
Der vorgegebene Text war der Aufsatz des in Mainz lehrenden Physikers Konrad Kleinknecht. Er trägt den Titel: Wie wir der Klima- und Energiefalle entkommen, veröffentlicht in Denkanstöße 2008. Ein Lesebuch aus Philosophie, Kultur und Wissenschaft, München, Zürich 2007, S.79-86.
In diesem Text formuliert der Autor folgende neuen Prinzipien, die er maßgeblich für zukünftiges Agieren sieht:
1. Reduzierung der Treibhausgase
2. Streckung der fossilen Reserven
3. Wissensdefizite überwinden
4. Einsparungen im Verbrauch
5. Erneuerbare Energien fördern und konkurrenzfähig machen
6. Flexibler Energiemix je nach geographischen Bedingungen
7. Erdgaskraftwerke – eine Zwischenlösung
8. Keine Deindustrialisierung durch hohe Strompreise
Die Aufgabe bestand darin, aus diesen „Formeln“ eine Schriftkomposition zu schaffen, die den Appellcharakter der Aussagen zwischen Lesbarkeit und bildhafter Anmutung zur Wirkung bringt. Dabei stand es im Ermessen des Wettbewerbteilnehmers, einzelne Aussagen wegzulassen oder andere in den Mittelpunkt zu rücken.
13 Arbeiten wurden eingereicht, sie kamen von der Freien Hochschule für Grafik und Design u. Bildenden Kunst e.V., Freiburg, der Hochschule für Gestaltung, Offenbach a.M. und der Fachhochschule Trier.
Im dritten Durchgang entschied die Jury, der Arbeit Radiator, von Ksenia Echle, Freie Hochschule für Grafik und Design u. Bildenden Kunst e.V., Freiburg einen Preis in Höhe von 1.500 € und der Arbeit Kamasage, von Daniel Welsch, Freie Hochschule für Grafik und Design u. Bildenden Kunst e.V., Freiburg, einen Preis in Höhe von 1.000 € zuzuerkennen.
Die Arbeit Xu von Jian Xu, Hochschule für Gestaltung Offenbach a.M., wurde zum Ankauf vorgeschlagen.
Alle drei Arbeiten können in der Bibliothek des Museums – nach vorheriger Anmeldung - angesehen werden (montags bis freitags, Tel. 069 / 80 65 - 20 66).
Offenbach.de
Stadtwerke Offenbach Holding
Energieversorgung Offenbach AG
Artikel drucken
Als PDF anzeigen



