„Hoch hinaus“: Das Mansardendach des Klingspor-Museums ist wiederhergestellt
Offenbach, den 26.08.2011, letzte Bearbeitung: 05.09.2011Zum "Aufbewahren, Präsentieren und Sammeln" will Dr. Stefan Soltek die neu entstandene Fläche im Mansardendach des Klingspor-Museums nutzen. Auf 6 Meter lichter Höhe haben die Planer des Architektenbüros Rittmannsperger aus Darmstadt im Dachgeschoss des Hauses Platz in Regalen und ebenerdigen Zugschränken geschaffen, rund neunzig Quadratmeter umfasst der lichtdurchflutete Raum, der auch für kleine Veranstaltungen genutzt werden kann.

„Mächtig gefiebert“ hat Museumsleiter Soltek, das alles rechtzeitig fertig wird, schließlich ist die gemeinsame Sitzung der Klingspor-Spemann-Stiftung „der erste Termin, der einen ersten seriösen Blick auf die fast fertige Baustelle erlaubt“. Viel Engagement und viele Anstöße waren nötig, bis es 2009 zum Projektbeschluss und dem Beginn der Dachaufstockung im November 2010 kam. „Bereits zu Zeiten meines Vorgängers Gerhard Grandke war klar, dass der Dachausbau ohne bürgerschaftliches Engagement kaum zu realisieren ist“, betonte denn auch Oberbürgermeister und Kulturdezernent Horst Schneider. Nun kam dem Projekt noch ein Förderprogramm zugute, so dass auch der letzte Kriegsschaden, eben das Notdach des Kopfbaus des neobarocken Stadtpalais von Büsing-Orville, beseitigt werden konnte.
Prof. Wolf Spemann, dessen Familie den gesamten künstlerischen Nachlass seines Onkels Rudo an das Klingspor-Museum übergab und der seit 1965 die Familie im Vorstand des Museums vertritt, hat nicht nachgelassen und „46 Jahre lang gebohrt“, damit das Haus wieder in seine ursprünglichen architektonischen Form erstrahlt. Dem Engagement von Dr. Bruno Knapp, im vergangenen Jahr verstorbener Ehrenbürger der Stadt Offenbach, sind nur nicht der Wiederaufbau des Büsing-Palais und der Aufbau des Metzlerschen Badetempels zu verdanken. Er war es, der 2004 den Förderverein zur Aufstockung des Klingspor-Museums ins Leben rief.
„Viele Menschen haben dazu beigetragen, dass nun auch einer letzten Kriegsschäden in der Stadt der Vergangenheit angehört“, fasste Dr. Thomas Lanio, Stellvertretender Vorsitzender des Förderkreises Aufstockung des Klingspor-Museums e.V. die Arbeit der letzten vier Jahre zusammen. Gemeinsam mit „einer Handvoll weiterer Mitstreiter“ hat er bei Offenbacher Bürgern und Unternehmern erfolgreich Spenden für das neue Dachgeschoss gesammelt, rund 500.000 EURO kamen mit Veranstaltungen und andere Aktivitäten zusammen. Dr. Lanio ist überzeugt, dass die neue „Nutzungsvielfalt dem Klingspor-Museum weitere Bekanntheit und Akzeptanz in der Öffentlichkeit verschaffen wird“.
Rund 1,4 Millionen EURO hat der Ausbau des Mansardendaches im Klingspor-Museums insgesamt gekostet, durch die Aufstockung sind 132 Quadratmeter nutzbare Geschossfläche entstanden. Ein Aufzug sorgt für einen barrierefreien Zugang zu den neuen Flächen und die kleine Terrasse für einen wunderbaren Ausblick zwischen der Lektüre.
Die offizielle Eröffnung der neuen Dachetage findet im Rahmen eines Bürgerfestes am 3.September um 18.00 Uhr im Büsing-Palais statt
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