Stadtplan zu historischen Stätten des jüdischen Lebens in Offenbach erschienen
Offenbach, den 14.08.2008"Sachor – Orte der Erinnerung“ lautet der Titel des Stadtplans, den die Max Dienemann / Salomon Formstecher zur Geschichte der Offenbacher Juden herausgegeben hat. „Sachor – Erinnere dich“: Dieser hebräisch-biblische Imperativ ist Leitgedanke des Stadtplans, anhand dessen jeder der 300-jährigen Geschichte dieser jüdischen Gemeinde selbst nachspüren kann.
Mit dem Stadtplan leistet die Dienemann/Formstecher-Gesellschaft einen Beitrag zur Geschichtskultur hierzulande.
Elf Stationen umfasst der im Stadtplan verzeichnete gut einstündige Rundweg: von der ehemaligen Großen Judengasse, Ausgangspunkt der jüdischen Besiedlung im 18. Jahrhundert, zu den Wegen im Büsing-Park, die die Stadt nach den Rabbinern Salomon Formstecher, Max Dienemann und Regina Jonas benannt hat, und der Synagoge an der Kaiserstraße, der ersten nach der Shoah in Hessen errichteten Synagoge. Jede Station wird erläutert und illustriert. Vertiefende Informationen findet der Nutzer auf der Rückseite des Stadtplans, etwa zur Entstehung der Jüdischen Gemeinde, zu Offenbach als Zentrum des hebräischen Buchdrucks, dem reformerischen und liberalen Judentum und zur Person von Max Willner. Mit Kameraden, die wie er die Vernichtungslager überlebt hatten, schuf Willner 1945 die Jüdische Gemeinde neu und stand ihr viele Jahrzehnte vor. Ergänzende Informationen enthält die Rubrik „Daten zur Geschichte der Juden in Offenbach“.
Für Konzeption und Text des Stadtplans verantwortlich sind der frühere Stadtarchivar Hans-Georg Ruppel und Anton Jakob Weinberger, Vorsitzender der Max Dienemann / Salomon Formstecher-Gesellschaft. Ruppel bietet bereits seit vielen Jahren regelmäßig Stadtführungen zur Geschichte der Juden in Offenbach an. Er weiß, dass eine Erkundung der jüdischen Vergangenheit Offenbachs viel Vorstellungsvermögen voraussetzt, denn viele Gebäude sind nicht mehr vorhanden und gezeigt werden kann oft nur noch der Platz, wo sie einst standen. Daher enthält der Stadtplan auch historische Fotos aus dem Bestand des Stadtarchivs.
Die Gestaltung übernahm die renommierte Buchkünstlerin und Grafikdesignerin Anja Harms, Absolventin der Offenbacher Hochschule für Gestaltung (HfG). Ihr ist es gelungen, die Fülle an Informationen übersichtlich zu gliedern, so dass der Stadtplan trotz der realtiven Fülle an Informationen praktisch handhabbar ist.
Vergleichbare Publikationen sind übrigens selten. In Berlin, der deutschen Stadt mit der größten Jüdischen Gemeinde vor 1933, beschränkt sich der Stadtplan notgedrungen auf die wichtigsten Stätten jüdischen Lebens. Und in Frankfurt ist ein entsprechender Stadtplan seit Jahren vergriffen.
Die Initiatoren des Offenbacher Stadtplans hoffen, dass der Rundgang zu den historischen Stätten dazu anregt, sich weiter mit der Geschichte der Jüdischen Gemeinde in Offenbach zu beschäftigen. Zu diesem Zweck ist eine Literaturliste beigefügt.
Der Stadtplan „Sachor - Orte der Erinnerung“ wurde vom Forum Kultur der Stadt Offenbach, der Kulturstiftung der Sparkasse Offenbach und der Kloppenburg-Stiftung finanziell unterstützt, wofür wir Dank sagen.
Der Stadtplan erscheint in einer Auflage von 2650 Exemplaren und kostet drei Euro pro Stück.
Erhältlich ist die Publikation im OF Info-Center, Salzgässchen 1, und der Filiale im Ring Center, Odenwaldring 70, sowie im örtlichen Buchhandel. Die Max Dienemann / Salomon Formstecher-Gesellschaft verschickt den Stadtplan auch per Post (zzgl. Portokosten).
Bestellungen nimmt die Geschäftsstelle entgegen:
Max Dienemann / Salomon Formstecher-Gesellschaft
c/o Michael Lenarz
Bismarckstraße 98
63065 Offenbach
info@dienemann-formstecher.de
Offenbach.de
Stadtwerke Offenbach Holding
Energieversorgung Offenbach AG
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