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1957: Ein Meister der Portraitmalerei stirbt

Offenbach, den 10.12.2008

K. F. Lippmann: Ein Meister der Porträtmalerei

Das Haus der Stadtgeschichte und nicht wenige Offenbacher Familien hüten Bilder aus dem Atelier des 1883 in Offenbach geborenen Malers Karl Friedrich Lippmann. Am 30. Mai 2007 jährte sich zum 50. Mal der Tag seines Todes. Karl Friedrich Lippmann war ein Sohn des „Odenwald-Malers“ Professor Johannes Lippman (1854-1935), dessen künstlerisches Erbe im Museum des Odenwaldschlosses Lichtenberg gepflegt wird. Seine erste Ausbildung erfuhr Karl Friedrich an der Kunstgewerbeschule Offenbach, aus der die heutige Hochschule für Gestaltung hervorging. Fortbilden konnte er sich am Frankfurter Städel und danach in München und Berlin.

Mit stark vom Expressionismus inspirierten Arbeiten fand er früh Anerkennung. 1923 stellte eine Darmstädter Ausstellung ihn in eine Reihe mit Kandinsky, Kokoschka, Klee, Liebermann und Käthe Kollwitz. Später wandte sich Lippmann der Landschaft und Blumenbildern zu, vor allem aber dem Porträt. Man nannte ihn einen Meister der Porträtkunst. 44 Lippmann-Porträts zeitgenössischer Künstler erwarb das Frankfurter Historische Museum im Block.

Den Maler Lippmann zeichnete eine enorme Produktivität aus. Weit mehr als tausend siener Werke konnte der in Bayern lebende Lippmann-Verehrer Karl Heinz Bausch aufspüren und in ein Werkverzeichnis aufnehmen. Bausch weiß, dass er das Verzeichnis nie vervollständigen wird. Viele der Arbeiten des Karl Friedrich Lippmann sind mittlerweile über die Welt verstreut.

Aufgewachsen ist Lippmann in der Offenbacher Luisestraße. Als ihm Fliegerbomben im Zweiten Weltkrieg in Sachsenhausen Haus und Atelier raubten, verschlug es ihn ins bayerische Eichstätt. Auch dort blieben Lippmann-Bilder, die der Künstler in den Hungerjahren gegen Nahrungsmittel getauscht hatte.

Immer wieder aber reiste er mit der Bahn von Eichstätt nach Offenbach, mit neuen Bildern im Gepäck und mit der Hoffnung im Herzen, in der Vaterstadt eine Wohnung zu finden. Doch erst 1955 konnte sich der Lebenskreis schließen. Der damals in Offenbach populäre Kunstförderer Dr. Jean Rill nahm Lippmann in sein Haus an der Tulpenhofstraße auf. Es wird zur Zeit aufwändig renoviert.

Die gleichermaßen hoch geschätzten Maler Lippmann-Vater und Lippmann-Sohn fanden ihre letzte ruhe im Familiengrab auf dem Offenbacher Alten Friedhof. Dort ruht auch Karl Friedrichs zweite Ehefrau, die noch bis zum Jahre 1980 in Offenbach lebte.