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Stolperstein für Pfarrer Karl Amborn

Kirchgasse 15
63065 Offenbach

Geboren am 12. Oktober 1890 in Darmstadt.

1921 tritt Amborn seine erste Pfarrstelle in Oberwalmenach /Taunus an.
1927 wird er nach Braubach am Rhein versetzt.

1933 gründet er den Pfarrernotbund in der noch nicht fusionierten Landeskirche Nassau mit als Gegenbewegung zu der Vereinigung der „Deutschen Christen“, die das Führerprinzip und den Arierparagrafen und damit die Verfolgung der Juden anerkennen. Das erste Disziplinarverfahren wird eingeleitet und ein Berufsverbot vorübergehend ausgesprochen. 1934 wird er nach Horrweiler strafversetzt. Kurz darauf wird er Vorsitzender des Bruderrates Nassau der neu gegründeten „Bekennende Kirche“ in Hessen-Nassau, einer Widerstandsbewegung, die auf der Arbeit des Pfarrernotbundes aufbaut und der sich engagierte Pfarrer in ganz Deutschland anschließen. Sie bekennen sich gegen die Gewalt der Nationalsozialisten wie Konzentrationslager, Judenverfolgung und Vernichtung lebensunwerten Lebens. Bald wird ein zweites Disziplinarverfahren und vorübergehend eine Suspendierung vom Dienst eingeleitet. Er kommt mehrmals in Untersuchungshaft und wird zu Verhören geladen, die mit Schlägen verbunden sind. Eine ständige Überwachung, Hausdurchsuchungen durch die Gestapo und Geldstrafen gehören zum Alltag. 1936 bewirbt sich Amborn in Offenbach, das 16 Jahre lang sein Wirkungsort wird. Er übernimmt dort die Schlosskirchengemeinde und drei Jahre später zusätzlich die „Bekennende Kirche“ -Gemeinde Fechenheim, die Krankenhausseelsorge und gemeinsam mit zwei Kollegen die Lukasgemeinde. Er setzt sich zum Teil mit Erfolg für getaufte Juden und Behinderte ein, versteckt sie und rettet sie vor der Gaskammer.

Amborn ist ein mutiger, engagierter, konsequenter, vitaler und fröhlicher Mensch. Er wird in seinem Kirchenkampf von Anfang an von seiner Frau Martha, einer Pfarrerstochter, unterstützt. 13 Jahre leiden beide und ihre vier Kinder unter der Verfolgung. Amborns Gesundheit wird angegriffen. Laut einer Liste des Ortsgruppenleiter Tempelsee soll Amborn nach dem Endsieg mit seiner Familie in Sippenhaft genommen und erschossen werden.
Am 02.Juni 1952 stirbt Amborn mit 61 Jahren.

Der Stolperstein wurde verlegt am 14. Februar 2009

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